Kampf ums Cockpit

Lotus lässt Hülkenberg weiter zappeln

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Sorgenvoller Blick in die Zukunft: Nico Hülkenberg

Köln/Sao Paulo - Auch wenige Tage vor dem Saisonfinale der Formel 1 weiß Nico Hülkenberg noch nicht, wie es im kommenden Jahr für ihn weiter geht. Die erhoffte Einigung mit Lotus ist weiter ungewiss.

Wenn Nico Hülkenberg wenige Tage vor dem Saisonfinale über seine Zukunft in der Formel 1 spricht, dann schwingt Ernüchterung mit. So viele Piloten gebe es mittlerweile, sagt der 26-Jährige, die sich mit Hilfe von Sponsorengeldern in ein Cockpit pressen, „da ist es schon ein Erfolg, überhaupt in der Formel 1 zu bleiben.“ Sein Anspruch sei das nicht, „aber es ist die Realität.“

Erklärter Wunsch des hochtalentierten Emmerichers ist der Wechsel zu einem Topteam, doch der scheint sich auch in diesem Jahr zu zerschlagen. Denn die erhoffte Einigung mit Lotus bleibt auch vor dem Großen Preis von Brasilien (Sonntag, 17.00 Uhr/RTL und Sky) eine Hängepartie, weil die Engländer weiter auf das Geld der Investorengruppe Quantum Motorsports warten - um überhaupt Teil der Königsklasse zu bleiben, scheint für den Deutschen daher die baldige Entscheidung für einen Mittelklasse-Rennstall sinnvoll.

Denn das Warten auf das klamme Lotus-Team ist für Hülkenberg ein Drahtseilakt auf Zeit, und noch stellt die Möglichkeit zum Verbleib bei Sauber oder einem Wechsel zu Force India Netz und doppelten Boden dar. „Wir müssen Augen und Ohren offen halten und aufpassen, dass uns keine Gelegenheit durch die Finger rutscht“, sagt Hülkenberg, denn er ist ein gebranntes Kind. 2010 erhielt er erst spät die Gewissheit über seinen Abschied von Williams, zu spät, denn im Folgejahr war Hülkenberg ohne Stammcockpit.

Dass Lotus den Rheinländer gerne als Nachfolger von Ex-Weltmeister Kimi Räikkönen (Finnland) verpflichten würde, ist verbrieft, aber Teamchef Eric Boullier erklärte vor der Reise nach Brasilien erneut das eigene Dilemma. „Er will zu uns, wir wollen ihn. Gemeinsam mit Romain Grosjean würde er eines der besten Duos in der Formel 1 bilden - aber ich verstehe seine Position, er hat schlechte Erfahrungen gemacht“, sagte der Franzose: „Wir sind einfach spät dran, ich kann ihm nichts vorwerfen, wenn er woanders unterschreibt.“

Der neue Investor, der 35 Prozent des Rennstalls übernehmen will, hat seine Rolle als Hoffnungsträger dabei allmählich verspielt, vielmehr stellt sich mittlerweile die Frage nach der Glaubwürdigkeit. Zum wiederholten Male beteuerte Quantum-Chef Mansoor Ijaz am vergangenen Wochenende, dass der Eingang des Geldes nur noch eine Frage von Tagen sei. „Die Nummer hat sich aber schon so lange hingezogen, ich wurde immer vertröstet. Ich bin da skeptisch“, sagte Hülkenberg bei auto, motor und sport.

Kommt der Deal weiterhin nicht zustande, dürfte sich Lotus das nötige Geld auf anderem Wege besorgen - und statt Hülkenberg den Venezolaner Pastor Maldonado verpflichten, denn der bringt geschätzte 30 Millionen US-Dollar vom staatlichen Ölkonzern PSDVA mit.

Damit zeichnet sich für Hülkenberg eine kleinere, dafür aber sichere Lösung ab. Denn sein Sauber-Team soll dem Deutschen mittlerweile einen Verbleib angeboten haben. Darauf angesprochen antwortete der Rheinländer zuletzt mit einem Lächeln: „Das sind doch gute Nachrichten. Natürlich ist Sauber für mich eine der Optionen.“

Und auch eine Rückkehr zu Force India scheint realistisch. Hülkenbergs Manager Werner Heinz soll laut Informationen von motorsport-total.com noch am Wochenende mit dem stellvertretenden Teamchef Robert Fernley verhandelt haben. Es wäre eine interessante Option, denn beim indischen Rennstall träfe Hülkenberg wohl auf Adrian Sutil, dessen Verbleib beim Team von Milliardär Vijay Mallya gesichert scheint. Die Formel 1 hätte damit wieder ein deutsches Fahrerduo.

SID

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