Mercedes holt bei Team-WM Platz 2

Massa schimpft gegen Leitung - Webber mit Abschied

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Felipe Massa verabschiedet sich von Ferarri.

Sao Paulo - Mercedes hat in einem starken Saisonfinale Rang zwei in der Konstrukteurs-WM geholt. Auch wegen eines Patzers von Felipe Massa, der fuchsteufelswild war, überholten die Silberpfeile Ferrari.

Jubel bei den Silberpfeilen: Mercedes hat eine starke Saison in der Formel 1 mit Rang zwei in der Konstrukteurs-WM gekrönt und sich den hart umkämpften Platz hinter Sebastian Vettels überlegenem Red-Bull-Rennstall gesichert. Beim Großen Preis von Brasilien holten Nico Rosberg als Fünfter und Lewis Hamilton als Neunter die entscheidenden Punkte (insgesamt 360), um Ferrari (354) und Lotus (315) auf Abstand zu halten.

Felipe Massa schimpfte in seinem Auto wie ein Rohrspatz. Ausgerechnet in seinem letzten Formel-1-Rennen für Ferrari, ausgerechnet in seinem Heim-Grand-Prix in São Paulo gab es für den gebürtigen Paulista nur wenig Grund zu feiern. Durch eine selbst verschuldete Durchfahrtsstrafe hatte Massa sich und der Scuderia jegliche Hoffnungen auf ein Topresultat und damit die Chancen im Kampf um den zweiten Platz in der Konstrukteursmeisterschaft gegen Mercedes geraubt.

„Unglaublich, unglaublich“, schrie Massa fuchsteufelswild in sein Bordmikro, nachdem ihn die entrüstete Boxen-Crew von der Strafe unterrichtet hatte. „Das ist inakzeptabel“, fauchte der Brasilianer. Dabei hatte er zuvor klar erkennbar im Zweikampf mit Mercedes-Pilot Lewis Hamilton die weißen Linien bei der Einfahrt zu Boxengasse überfahren - und das ist nicht erlaubt.

Als Massa - sonst eher Typ Teddybär mit Knopfaugen, der so ziemlich alles bei Ferrari als Nummer 2 über sich ergehen ließ - die quälenden Sekunden im Formel-1-Schritttempo hinter sich brachte, hob er auch noch drohend die Hand gegenüber der Rennleitung. Am Ende verabschiedete er sich mit Platz sieben Richtung Williams. Und drehte immerhin ein paar Kringel in weltmeisterlicher Vettel-Manier.

Für Mercedes ist der Platz hinter Vettels Team ein großer Erfolg. Im vergangenen Jahr hatte das Werksteam noch den fünften Platz belegt, zog nun aber sogar an Ferrari vorbei. „Das war eine sehr, sehr gute Saison für uns. Wir hatten echt schwere Jahre, jetzt gibt es einen Mega-Aufwärtstrend bei uns und wir sind richtig stark“, sagte Nico Rosberg: „Wir kamen aus dem Niemandsland und haben jetzt alle überholt, außer Red Bull, die in einer eigenen Liga sind.“

Vor allem mit Blick auf die kommende Saison hat Rang zwei eine große Bedeutung. Mercedes kassiert nun etwa zehn Millionen Euro mehr Prämien als die Scuderia Ferrari. „Es ist schon toll, wo das Team jetzt steht und wo die Reise hingeht. Das macht für die Zukunft schon extrem zuversichtlich“, sagte Rosberg: „Finanziell ist es ein Extra-Schub, die paar Millionen mehr zu bekommen.“

Mercedes konnte in dieser Saison insgesamt drei Siege feiern. Rosberg gewann die Rennen in Monte Carlo und Großbritannien, Hamilton gewann beim Großen Preis von Ungarn. „Persönlich bin ich sehr zufrieden mit der Saison“, sagte Rosberg: „Die beiden Siege und die Podestplätze waren natürlich die Highlights.“

Zum Abschied ohne Helm: Webber genießt letzte Formel-1-Meter

Auf den letzten Metern in einem Formel-1-Auto genoss Mark Webber den Fahrtwind im verschwitzten Haar. Kurz nachdem der 37 Jahre alte Australier beim Großen Preis von Brasilien am Sonntag ins Ziel gekommen war, nahm Webber seinen Helm ab. Platz zwei zum Abschied, nur geschlagen von Teamrivale und Vierfach-Weltmeister Sebastian Vettel: Webber sagte der Königsklasse des Sports mit Klasse und Stil Goodbye.

„Eine fantastische Karriere, es war brillant mit dir zu arbeiten“, lobte Teamchef Christian Horner, ehe er ihm auf dem Podium die australische Flagge reichte. „Ich möchte mich bei allen im Team bedanken“, sagte Webber, nachdem er während der Champagnerdusche kurzzeitig unfreiwillig die Bodenhaftung verloren hatte.

Den Sieg in seinem 215. Rennen bekam er von Vettel zwar nicht geschenkt, dafür ließ der Heppenheimer seinem Stallrivalen den Vortritt bei den Interviews der ersten Drei. Nachher sagte Vettel: „Ich möchte dem Mark alles Gute wünschen.“

Von Wehmut war bei Webber, der künftig für Porsche Sportwagen fährt, schon vor seinem letzten Start keine Spur zu finden gewesen. „Es ist ein guter Moment, kein trauriger.“ Er spüre Erleichterung, auch wenn es nichts mehr mit dem zehnten Karrieresieg wurde.

sid/dpa

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