Formel 1 in Texas

Vettel bleibt auch im "Wilden Westen" hungrig

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Sebastian Vettel.

Austin - Sebastian Vettel jagt weiter die Rekorde von Michael Schumacher - und lässt auch vor dem Saisonfinale nicht locker. Der alte und neue Formel-1-Weltmeister will in Austin und auch in Brasilien siegen.

Bei der Frage nach seinem nächsten großen Ziel muss Sebastian Vettel keine Sekunde überlegen. „Das nächste Rennen, man sollte immer nach vorne schauen. Ich bin fest davon überzeugt, dass der größte Moment in meinem Leben erst noch kommt“, sagte der alte und neue Formel-1-Weltmeister vor dem Großen Preis der USA am Sonntag (20.00 Uhr/RTL und Sky) in Austin/Texas. Natürlich will der 26 Jahre alte Heppenheimer auf dem Weg zur Legende auch erstmals im „Wilden Westen“ gewinnen, mit dem achten Sieg in Folge eine weitere Bestmarke setzen und die Konkurrenz wohl am liebsten wieder wie blutige Anfänger aussehen lassen.

„Es wäre doch schade, wenn man jetzt mit 26 in die Zukunft schauen würde und sagen muss, der größte Moment ist schon vorbei“, sagte Vettel. Nicht nur mit dieser klaren Aussagen zeigt der mit Abstand jüngste Vierfach-Champion der Formel-1-Geschichte, dass er noch lange nicht satt ist. Durch Siege in den USA und eine Woche später in Brasilien könnte der Red-Bull-Pilot den Siegrekord von Michael Schumacher (13 in einem Jahr) aus dem Jahr 2004 einstellen. Erst in Abu Dhabi hatte Vettel zuletzt Schumachers Bestmarke von sieben Triumphen in Serie eingestellt. Nun kann er vorbeiziehen.

Vettel richtet Blick nach vorne

Vettel ist auch deswegen so stark, weil er nicht gerne zurückblickt, nicht unnötig in Erinnerungen schwelgt. „Mich interessiert vor allem das Jetzt. Nicht die Vergangenheit“, sagte Vettel im englischen Milton Keynes. Dort hatte er in der Vorwoche bestens gelaunt Fotos mit den Mitarbeitern und Fans gemacht, Autogramme geschrieben und unzählige Schulterklopfer erhalten.

Unweigerlich wurde dabei auch der Blick nach vorne gerichtet. Denn der wegen seiner fast schon unheimlichen Auftritte als „Rennroboter“ verschriene Vettel muss eben doch mehr an die Zukunft denken, als er im Moment zugeben will. Die Einführung der Turbomotoren und die neuen Aerodynamik stellen sein Team 2014 vor große Herausforderungen, zudem fährt in Daniel Ricciardo künftig ein neuer Mann an seiner Seite. Mark Webber verabschiedet sich am Saisonende aus der Königsklasse, nicht unbedingt zu Vettels Ärger.

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„Das kommende Jahr wird vielleicht unser größtes Projekt“, sagte Vettel dann auch folgerichtig: „Es gibt eine Menge Arbeit zu tun, aber wir haben auch schon andere Schwierigkeiten überstanden.“ Schließlich bietet die Situation für ihn persönlich auch eine große Chance: Werden seine Leistungen als Fahrer wegen des starken Autos gelegentlich noch gern heruntergespielt, könnte er unter neuen Voraussetzungen auch seine größten Kritiker überzeugen - und sich endgültig in die Riege der ganz Großen seines Sports aufschwingen.

Vettel selbst macht sich um Vergleiche mit Schumacher oder Ayrton Senna wenig Gedanken. Stattdessen beschäftigen ihn bei einem seiner seltenen Blicke zurück die Erinnerungen an das vergangene Jahr in Austin. Bei der Premiere in Texas war der Champion hinter Lewis Hamilton „nur“ auf Platz zwei gefahren. „Das war mehr Rallye als Formel 1, weil es so rutschig war. Ich habe ein bisschen gebraucht, bis ich richtig mit der Strecke zurechtgekommen bin“, sagte Vettel.

Mit solchen Problemen dürfen seine demoralisierten Kontrahenten jetzt freilich nicht mehr rechnen - Vettel (347 Punkte) geht erneut als Favorit an den Start. Der von Rückenschmerzen geplagte WM-Zweite Fernando Alonso (217) fährt wohl mit Webber sowie den Mercedes-Piloten Nico Rosberg und Lewis Hamilton wieder nur um die Plätze hinter dem Weltmeister. Kimi Räikkönen (Lotus), momentan mit 183 Punkten noch Dritter der Gesamtwertung, wird gar nicht mehr eingreifen. Der Finne, der in der kommenden Saison an der Seite von Alonso bei Ferrari fahren wird, unterzieht sich am Donnerstag einer Rücken-OP.

sid

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