Nach Platz 5 in Kanada

Vettel bleibt positiv: "Keine Wunder erwarten"

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Sebastians Vettel Ferrari fährt derzeit den Mercedes nur hinterher.

Montreal - Mit Platz fünf lief der Große Preis von Kanada für Sebastian Vettel nicht wie gewünscht. Trotzdem sieht er bei Ferrari im Duell mit Mercedes weitere Fortschritte.

Vom ersten großen Rückschlag auf seiner Ferrari-Mission wollte Sebastian Vettel nichts wissen. „Man kann keine Wunder erwarten. Wir sind auf dem richtigen Weg und werden weiter Druck machen“, sagte der viermalige Formel-1-Weltmeister in Montreal. Und mit Blick auf die weiterhin nach Belieben dominierenden Mercedes-Silberpfeile fügte er an: „Es ist alles nicht so einfach. Das sind keine Idioten.“

Von Rang 18 auf Platz 5

Über seinen fünften Platz beim Großen Preis von Kanada konnte sich der Heppenheimer nur bedingt freuen. Das Resultat war ja durchaus beachtlich, nach einem katastrophalen Qualifying raste Vettel von Rang 18 noch weit nach vorne. Der italienische Corriere della Sera beschrieb Vettel bei seiner Aufholjagd als „harten und gnadenlosen Boxer“, auch die internationale Presse lobte die Zähigkeit des Deutschen. Doch wegen des völlig verpatzten Samstags war das Wochenende zugleich ärgerlich. „Viel mehr war nicht drin“, sagte Vettel: „Wir können nicht glücklich sein, wenn wir nicht auf dem Podium stehen.“

Denn so verlor der Hesse in der WM-Wertung deutlich an Boden, ein eventuell möglicher fünfter WM-Titel rückt schon nach sieben von 19 Rennen wieder in weite Ferne. 108 Punkte hat der 27-Jährige auf dem Konto, Kanada-Sieger Lewis Hamilton (151) baute seinen Vorsprung auf Mercedes-Stallrivale Nico Rosberg (134) derweil aus und kann von der Titelverteidigung träumen.

Nach einem durchwachsenen Wochenende will Vettel die positiven Dinge mit zum nächsten Rennen nach Österreich (21. Juni) nehmen. „Wir hatten ein großartiges Auto“, sagte er also. Insbesondere das Motoren-Update habe merkliche Verbesserungen gebracht: „Die Geschwindigkeit hat gestimmt, alles hat so funktioniert wie erwartet“, sagte Vettel im Fahrerlager auf der Ile Notre-Dame.

Ferrari will in Österreich "noch stärker zurückkommen"

Teamchef Maurizio Arrivabene sah das ähnlich. „Das Update hat uns geholfen, aber es ist immer noch ein langer Weg“, betonte der Italiener: „Im Moment ist Mercedes schneller als wir. Es ist nicht realistisch, dass wir sie jedes Rennen schlagen können.“ Ohne Podestplatz war Arrivabene „nicht zufrieden. Es war kein gutes Wochenende für uns.“

Doch die Scuderia, die 2015 zuvor immer den Sprung auf das Treppchen geschafft hatte, ist gewillt, Mercedes wieder näher auf die Pelle zu rücken. Theoretisch sei es ganz simpel, sagte Vettel: „Du musst einfach nur größere und schneller Fortschritte machen als sie - aber genau das ist eben alles andere als einfach.“

Auch wenn bei Mercedes nach dem vierten Doppelsieg des Jahres Zufriedenheit herrschte, wiegt sich der Branchenführer nicht in Sicherheit. „Wir haben hier nicht das Beste von Ferrari gesehen. Sie werden in Österreich noch stärker zurückkommen“, prophezeite Toto Wolff, der Motorsportchef von Mercedes.

Wolff war sich sicher, dass Vettel in einem normalen Rennen wieder eine große Gefahr gewesen wäre. Doch erst zerstörten dem Malaysia-Sieger im Qualifying technische Probleme alle Chancen auf eine schnelle Runde, wegen eines verbotenen Überholmanövers unter roten Flaggen im dritten freien Training wurde er anschließend noch auf den 18. Startplatz strafversetzt. Ein verkorkster Boxenstopp kostete weitere wertvolle Zeit.

So verpasste Vettel zum zweiten Mal in diesem Jahr das Podest und musste sich auch Teamkollege Kimi Räikkönen geschlagen geben, der als Vierter ins Ziel kam. „Wir geben jetzt aber sicher nicht auf“, sagte Arrivabene: „Wir machen weiter Druck und wollen wieder zurück aufs Podium.“

sid

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