Formel 1 in Indien

Rennen findet statt - Vettel im Training vorn

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Sebastian Vettel in Indien

Neu-Delhi - Der bevorstehenden WM-Party von Red-Bull-Pilot Sebastian Vettel (26) in Indien steht nichts mehr im Wege. Das Rennen kann stattfinden.

Das Formel-1-Rennen vor den Toren Neu-Delhis findet trotz eines Steuerstreits zwischen den Veranstaltern und dem indischen Fiskus statt. Indiens Oberster Gerichtshof vertagte am Freitag die Entscheidung über die von einem Privatmann eingereichte Petition, die Organisatoren des Rennens hätten dem Staat Steuern in Millionenhöhe vorenthalten.

„Die entsprechende Anhörung findet nächste Woche statt,“ sagte ein mit der Sache vertrauter Anwalt der Nachrichtenagentur AFP: „Das bedeutet, dass das Rennen gestartet werden kann.“

Vettel kann in Indien seinen vierten WM-Titel in Serie perfekt machen. Bleibt der Heppenheimer vor seinem Rivalen Fernando Alonso (Ferrari), ist der Hesse erneut Weltmeister. Dem Red-Bull-Piloten würde beim 16. von 19 Rennen aber auch ein fünfter Platz in jedem Fall zum vorzeitigen Titelgewinn reichen. Selbst wenn Vettel in Indien nicht in die Punkte fährt, müsste Alonso schon mindestens Zweiter werden, um die Entscheidung noch einmal aufzuschieben. Im Falle einer Absage des Rennens, wäre Vettel am „grünen Tisch“ Weltmeister geworden.

In Indien tritt nicht wie in anderen Ländern der Staat als Veranstalter des Rennens auf. Deshalb kann der Fiskus auch nicht selber - wie oft üblich - über Steuerentlastungen entscheiden. Bereits vor zwei Jahren belegte das Gericht den Veranstalter Jaypee Sports International Limited mit der Auflage, 25 Prozent der Ticket-Einnahmen einzufrieren, bis der Steuerstreit entschieden sei. Offenbar haben die Organisatoren die fälligen Abgaben noch nicht bezahlt.

In Indien gilt die Formel 1 als Unterhaltung und nicht als Sport - deshalb können die Veranstalter nicht auf Steuerentlastungen hoffen. Auf verkaufte Tickets wie auch alle anderen Einnahmen rund um das Rennen erhebt der Staat eine Art Vergnügungssteuer.

Bereits in den vergangenen Jahren gab es in Indien immer wieder Steuerstreitigkeiten. Auch die Teams sollten vermehrt zur Kasse gebeten werden und nicht nur auf ihre - wenn überhaupt dürftigen - Gewinne, sondern auf ihre Umsätze Steuern zahlen. Bisher konnte Promoter Bernie Ecclestone die Durchsetzung der Forderungen des Staates aber immer wieder verhindern. Allerdings gilt es als sicher, dass Indien wegen dieser Streitigkeiten aus dem inoffiziellen Rennkalender für die nächste Saison geflogen ist. Ecclestone sprach von „politischen Gründen“.

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Jaypee Sports International Limited baute die Strecke, auf der die Formel 1 seit 2011 zu Gast ist, für rund 450 Millionen Dollar. Jedes Jahr kassiert Ecclestone zudem zwischen 40 und 45 Millionen Dollar als Antrittsgage, hinzu kommen 1,6 Millionen als Lizenzgebühr an den Staat, um das Rennen veranstalten zu dürfen. Nicht nur deshalb gilt der Grand Prix als Verlustgeschäft. Nach rund 100.000 Zuschauern 2011 wollten vergangenes Jahr nur noch rund 65.000 Fans Vettel, Alonso und Co. sehen. In diesem Jahr wird mit nur noch etwa 30.000 Zuschauern gerechnet.

Vettel ist im ersten Freien Training zum Großen Preis von Indien die Bestzeit gefahren. Der Red-Bull-Pilot ließ am Freitag auf dem Kurs in Greater Noida nahe Neu-Delhi seinen Formel-1-Teamkollegen Mark Webber in 1:26,683 Minuten hinter sich. Der Australier hatte als Zweiter einen Rückstand von 0,188 Sekunden. Hinter dem Routinier landete Mercedes-Mann Nico Rosberg auf dem dritten Platz.

Pech hatte Fernando Alonso. Vettels einzig verbliebener Rivale im Kampf um die Weltmeisterschaft musste seinen Ferrari wegen eines Getriebeschadens schon nach wenigen Runden wieder an der Box abstellen und landete bei diesigen Wetterverhältnissen nur auf Rang zwölf. Rosbergs Teamkollege Lewis Hamilton wurde im zweiten Mercedes Fünfter. Für Sauber-Pilot Nico Hülkenberg reichte es zu Position neun, Adrian Sutil fuhr in seinem Force India als 15. zurück in die Garage. Der WM-Dritte Kimi Räikkönen musste sich mit Rang 17 begnügen.

Vettel ist sein vierter WM-Titel in Serie kaum noch zu nehmen. Dem Heppenheimer genügt am Sonntag (15.00 Uhr/Sky und RTL) selbst bei einem Grand-Prix-Sieg von Alonso ein fünfter Platz zum vorzeitigen Triumph. Vettel hat vor dem viertletzten Saisonrennen 90 Punkte Vorsprung auf den spanischen Ferrari-Piloten.

sid/dpa

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