„Will mein Leben nicht riskieren“

Fahrer toben nach Reifen-Chaos

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Explodierende Reifen, umherfliegende Gummifetzen und vor Wut schäumende Piloten: Der Grand Prix von England hat nach zahlreichen spektakulären Reifenplatzern die Debatte um die Einheitspneus von Pirelli neu entfacht.

Silverstone - Explodierende Reifen, umherfliegende Gummifetzen und vor Wut schäumende Piloten: Der Grand Prix von England hat nach zahlreichen spektakulären Reifenplatzern die Debatte um die Einheitspneus von Pirelli neu entfacht.

„Diese verdammten Reifen, dafür will ich mein Leben nicht riskieren“, schimpfte etwa Mercedes-Star Lewis Hamilton.

Bei dem Silberpfeil-Piloten hatte das ganze Drama schon in der achten Runde begonnen. Dem Polesetter und Lokalmatadoren war nach wenigen Kilometern der linke Hinterreifen um die Ohren geflogen. Damit platzte nicht nur der Reifen, sondern auch die Hoffnung auf seinen zweiten Heimsieg in Silverstone. Doch nicht nur bei dem Engländer ging ein Reifen in Luft auf. Auch an Felipe Massas Ferrari platzte ein Pneu, ebenso wie bei Jean-Eric Vergnes Toro Rosso und dem McLaren von Sergio Perez. „Die Reifenschäden machen mir große Sorgen. Da muss etwas passieren“, sagte Hamilton: „Dass solche Probleme auftreten, ist inakzeptabel.“

Sicherheistrisiko Reifen: Auch England-Sieger Nico Rosberg legte angesichts der Gefahr, durch einen Reifenplatzer die Kontrolle über die rollenden PS-Monster zu verlieren, die Stirn in Falten. „Zu viele Reifen sind kaputt gegangen, das muss anlaysiert werden“, sagte er nach seinem zweiten Saisonsieg. Und Niki Lauda, Aufsichtsrats-Chef der Silberpfeile, forderte: „Die Teams müssen jetzt gemeinsam Druck auf Pirelli ausüben, damit solche Dinge nicht mehr passieren. Da kannst du tot sein. Irgendwo hört der Spaß auf.“

Pirelli-Motorsportchef Paul Hembery wusste kurz nach dem Rennen noch nicht, was die Schäden verursacht hatte. „Was heute passiert ist, war nicht vorherzusehen. Diese Art von Schaden ist für uns neu“, sagte der Engländer, „wir haben mit der Analyse der Schäden begonnen. Erst wenn wir die Fakten kennen, können wir entscheiden, was wir als nächstes tun werden.“

Der Automobil-Weltverband FIA bat Hembery in Silverstone zu einem ersten Krisengespräch. Womöglich werden in der kommenden Woche am Nürburgring bereits jene neuen Reifenmischungen eingesetzt, die eigentlich schon längst hätten im Einsatz sein sollen - wegen zu wenig Testmöglichkeiten bisher aber noch zurückgehalten wurden.

Red Bull spekulierte während des Rennens, dass möglicherweise ein Randstein der Grund für die vielen Unfälle gewesen sein könnte. Entsprechend zurückhaltend äußerte sich Weltmeister Sebastian Vettel nach seinem Ausfall bezüglich möglicher Konsequenzen: „Jetzt müssen wir schauen, ob es an den Reifen lag oder an der Strecke.“ Auch sein Teamchef Christian Horner warnte davor, voreilige Schlüsse zu ziehen: „Jeder war heute sehr nervös wegen den Reifen. Wir müssen jetzt aber erst mal mit Pirelli darüber reden, bevor wir das beurteilen.“

SID

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