Fürs Saisonfinale

Deutsche Formel-1-Piloten haben große Ziele

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Sebastian Vettel

Sao Paulo - Sebastian Vettel peilt seinen 13. Sieg an, Nico Rosberg will mit Mercedes unbedingt Platz zwei in der Konstrukteurs-WM. Vor dem Großen Preis von Brasilien haben die beiden deutschen Formel-1-Piloten große Ziele.

Sebastian Vettel wirkte noch etwas müde, als er seine blaue Tasche vom Gepäckband Nummer drei des Flughafens Guarulhos in Sao Paulo zog. Auch Nico Rosberg, der direkt daneben auf seine Koffer wartete, machte noch keinen fitten Eindruck. Kein Wunder: Nach fast zehnstündigem Nachtflug kamen die deutschen Formel-1-Piloten am späten Mittwochvormittag (Ortszeit) aus Houston in der Millionen-Metropole an - und wollen spätestens beim Großen Preis von Brasilien am Sonntag (17.00 Uhr/RTL und Sky) wieder hellwach sein. Der unermüdliche Weltmeister Vettel jagt den nächsten Rekord, Rosberg will mit Mercedes Platz zwei in der Konstrukteurs-Wertung verteidigen.

„Ich bin nicht hierher gekommen, um Zweiter zu werden. Ich will Spaß haben wie immer“, sagte Vettel am Donnerstag: „Dieses Rennen ist immer verrückt! Es sind sehr kurze Runden, und es ist immer schwer, in Interlagos zu überholen.“ Auf dem Traditionskurs hatte er bei einem chaotischen Grand Prix im vergangenen Jahr seinen dritten Titel erst auf den letzten Drücker perfekt gemacht: „Daran denke ich nicht mehr so oft zurück, aber natürlich war das ein toller Moment.“

In dieser Saison holte er WM-Krone Nummer vier bereits vor mehr als drei Wochen in Indien und hätte eigentlich allen Grund, ganz entspannt in das große Saisonfinale zu gehen. Wäre da nicht ein weiterer Rekord seines Idols Michael Schumacher.

Sollte Vettel in Brasilien zum neunten Mal in Serie siegen, wäre das zugleich Triumph Nummer 13 in diesem Jahr. Damit würde der 26-Jährige mit Schumacher gleichziehen. Mal wieder. Erst am Sonntag hatte er dem Rekordweltmeister durch seinen achten Erfolg nacheinander eine Bestmarke abgejagt und anschließend in Texas noch ausgiebig gefeiert.

Umso entspannter ging Vettel die abschließende Brasilien-Woche an. Am Flughafen in Houston stellte er sich genau wie Rosberg ganz brav in der Schlange am Schalter an und stieg gemütlich ins Flugzeug ein. Erkannt hat die beiden Fahrer, die anschließend in der Ersten Klasse nur durch den Gang getrennt auf ihren komfortablen Sitzen nebeneinander saßen, offenbar niemand. Auch Vettels Teamkollege Mark Webber und Adrian Sutil waren an Board der Boeing.

Diese Anonymität in den USA genoss gerade Vettel sichtlich. „Es ist schön, wenn man einfach mal irgendwo hingehen kann, wo einen keiner kennt“, hatte er unmittelbar vor dem Großen Preis der USA erzählt. Amerika ist (noch) kein Formel-1-Land, hier könne er sich frei bewegen, meinte der Weltmeister.

In Brasilien muss er sich vor den fanatischen südamerikanischen Fans noch einmal mitten in den Trubel stürzen, dann kann er sich nach einer Saison mit Rekorden und Bestleistungen endlich in den wohlverdienten Urlaub verabschieden. Bevor das auch für Nico Rosberg der Fall ist, will der 28-Jährige mit den Silberpfeilen aber noch Platz zwei in der Teamwertung vor Ferrari verteidigen. Das würde dem Team satte zehn Millionen Euro mehr an Prämien bringen.

„Es wäre fantastisch, den zweiten Platz in der Konstrukteurs-Wertung zu erreichen, um damit jedem Teammitglied hier an der Strecke sowie in unseren Werken in Brackley und Brixworth ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk zu machen“, sagte Rosberg. Von Rang sechs in der Fahrerwertung kann er sich nicht mehr wirklich verbessern, sieht aber trotzdem Chancen auf eine vordere Platzierung. „Sollte es an diesem Wochenende tatsächlich regnen, wäre das für uns eine gute Gelegenheit, denn unser Auto ist im Nassen generell schnell“, sagte Rosberg, der sich nach Rang neun in Austin nach einem „großartigen Ergebnis“ sehnt.

sid

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