VfL Wolfsburg gewinnt Hallenmasters in Rehden / Sorge um jungen Osnabrücker

RWD-Team starker Vierter

+
Im Spiel um Platz drei leitete RWD-Spieler Torge Rittmeyer (am Ball) hier eine gute Chance ein – doch der HSV siegte.

Rehden - Von Cord Krüger. Zur Mittagszeit kam gestern in der Rehdener Dreifeld-Sporthalle so richtig Stimmung auf. Als die C-Junioren des JFV RWD (Rehden/Wetschen/Diepholz) in ihrem zweiten Gruppenspiel Werder Bremen mit 4:1 abfertigten, war die Gastgeber-Mannschaft endlich im Turnier.

Von Ober- und Unterrang hallte der Jubel auf die Fläche mit der Rundum-Bande – beste Budenzauber-Atmosphäre, die zwischendurch nach der schweren Verletzung eines Spielers vom VfL Osnabrück nur kurz einen Knick bekam. Am Ende gewann der VfL Wolfsburg mit 5:1 über Regionalligist JFV Nordwest den Masters-Pokal, aber das RWD-Team erreichte einen starken vierten Platz.

Ein verdienter Sieg der jungen Wölfe – doch das beste Duell des Tages hatten sich der VfL Osnabrück und der FC St. Pauli geliefert. Die Aussage „Tore im Minutentakt“ war bei diesem 7:4 der Lila-Weißen in der zehnminütigen Spielzeit noch untertrieben.

Dementsprechend ging es anschließend in Rehdens Spiel gegen Osnabrück zur Sache, weil beide Seiten bis dato einer Niederlage und einen Sieg verbucht hatten. In diesem Eifer ereignete sich die übelste Szene des Turniers: Osnabrücks Firat Gürbüz blieb nach einem Zweikampf liegen, wurde minutenlang behandelt und kam per Rettungswagen in die Diepholzer Klinik. „Er hat einen Schlag in die Magengrube bekommen und bekam keine Luft“, schilderte VfL-Trainer Jan Stromberg: „Der Zweikampf sah gar nicht schlimm aus, und am Anfang war er noch ansprechbar. Aber dann fielen die Augen zu, so dass ein Krankenwagen her musste.“ Später, auf der Intensivstation, kam Gürbüz wieder zu sich – und der Trainer gab Entwarnung. „Aber meine Jungs standen schon unter Schock.“

Wohl auch deshalb gelang den RWD-Kickern gegen Osnabrück noch in Unterzahl (Zeitstrafe gegen Janik Dieckmann) das 1:1. Es sollte noch Gold wert sein, denn im letzten Gruppenspiel siegte das von Frank Heyer und Matthias Kassling trainierte RWD-Team dank zweier Tore von Moritz Raskopp sowie je eines Treffers von Torge Rittmeyer und Rivaldo Brüning mit 4:0. Das bessere Torverhältnis gegenüber den punktgleichen Osnabrückern bescherte den Hausherren das Halbfinale! „Es war nichts für schwache Nerven“, atmete Heyer tief durch.

Osnabrück blieb ungeachtet der Sorge um Gürbüz im Turnier und gewann das Spiel um Platz fünf gegen Hertha BSC im Neunmeterschießen. „Wir machen Rehden keinen Vorwurf – und es war trotzdem ein tolles Ereignis“, stellte Trainer Stromberg klar: „Eine bessere Gelegenheit, gegen so viele Bundesliga-Nachwuchsteams zu spielen, haben wir selten.“

Das gilt auch für den RWD – doch dessen Glück war im Halbfinale gegen den starken JFV Nordwest, einen Zusammenschluss des VfB und des VfL Oldenburg, aufgebraucht. Janik Dieckmann gelang zwei Minuten vor Schluss zwar das 1:1, doch postwendend trafen die Oldenburger zum 2:1 – dabei blieb's. „Man merkte, dass einigen die Kraft ausging“, nahm es Heyer gelassen. Noch am Morgen hatten seine Jungs auch die letzten zwei von vier Futsal-Bezirkspokal-Vorrundenspielen in Marklohe gewonnen, was nun das Finale am 7. Februar bedeutet. Doch es kostete eben Körner, so dass auch das Spiel um Platz drei gegen den HSV verloren ging. Der Rehdener Torschütze beim 1:3 hieß Julian Fehse.

Doch immerhin: Platz vier in einem starken Feld. Und Rehdens Landesliga-Konkurrent HSC Hannover schnitt weniger gut ab. Die Landeshauptstädter hatten am Vortag den RWD-Youngstar-Cup geholt und sich so den letzten freien Startplatz fürs Masters gesichert. „Hannover hat am Samstag alle Spiele gewonnen und war damit der verdiente Turniersieger“, urteilte Organisator Patrick Roland Kürble. Gestern startete der HSC mit einem 0:0 gegen Hertha, musste nach zwei Niederlagen aber seine Träume auf weitere große Triumphe begraben. Doch wenigstens das Spiel um Platz neun ging mit 4:0 gegen St. Pauli an Hannover.

Mehr zum Thema:

Bilder der Relegation: Knapper Wolfsburg-Sieg über Braunschweig

Bilder der Relegation: Knapper Wolfsburg-Sieg über Braunschweig

Leaks nach Manchester-Anschlag: Trump verspricht Aufklärung

Leaks nach Manchester-Anschlag: Trump verspricht Aufklärung

„Hoya ist mobil“ 2017

„Hoya ist mobil“ 2017

Treckertreffen in Dreeke

Treckertreffen in Dreeke

Meistgelesene Artikel

Ein Club in der Schwebe: Erst liefern, dann hoffen

Ein Club in der Schwebe: Erst liefern, dann hoffen

BSV Rehden: Drei Küsse für das heilige Brot

BSV Rehden: Drei Küsse für das heilige Brot

BSV-Kapitän: „Es darf nur um das Wohl des Vereins gehen“

BSV-Kapitän: „Es darf nur um das Wohl des Vereins gehen“

Volkmer verschenkt den letzten Strohhalm

Volkmer verschenkt den letzten Strohhalm

Kommentare