Wnucks Freischwimmer rupfen die „Veilchen“

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Vor dem 1:0: Kevin Artmann (l.) steckt den Ball an Kevin Schulz vorbei zu Boris Koweschnikow, der zur Führung traf. ·

Rehden - Von Cord Krüger. Was da nach dem Abpfiff aus den Lautsprechern der Rehdener Waldsportstätten dröhnte, muss sich für die Fußballer des VfR Neumünster wie Hohn angehört haben. „Darum sagen wir: Auf Wiederseh'n. Die Zeit mit euch war wunderschön“, tönten „Die Toten Hosen“.

Doch bis zu diesem Wiedersehen könnte es noch lange dauern. Denn während der BSV Rehden vor 450 Zuschauern den 3:0 (1:0)-Heimsieg und damit den so gut wie sicheren Klassenerhalt in der Regionalliga feierte, gaben die welkenden „Veilchen“ aus Holstein ein über weite Strecken tristes Bild ab.

Das wiederum soll die Leistung der personell ähnlich stark wie Neumünster gebeutelten Platzherren nicht schmälern. „Wir haben uns in den letzten Wochen Stück für Stück freigeschwommen und stabilisiert“, freute sich Wnuck über das insgesamt solide Auftreten vor allem in der kompromisslosen Abwehr: „Es ist zwar noch nicht alles Gold, was glänzt – aber wir kommen voran.“

Dabei spielte den Schwarz-Weißen ihr Traumstart voll in die Karten: Nach 100 Sekunden hatte BSV-Kapitän Kevin Artmann die Lücke im VfR-Abwehrzentrum sowie den dahinter durchgeschlüpften Boris Koweschnikow gesehen, klug gepasst, und „Kowi“ schlenzte in seinem vierten Startelf-Einsatz die Kugel zum frühen 1:0 an Torwart Marc Kassler ins Netz. „Das war das erste Mal in meiner Amtszeit, dass wir das erste Ding gleich weggemacht haben“, rieb sich Wnuck, seit September BSV-Chefcoach, die Augen. Allerdings durchlebte er danach ein Wechselbad der Gefühle.

Christian Rave zwang nämlich BSV-Keeper Celio Rocha zur ersten Glanzparade (24.), Marco Schultz fand in Rocha ebenfalls seinen Meister (34.). Die Gastgeber hingegen brachten wenig Zwingendes zustande, und in Minute 37 stand nach dem abrupten Abstoppen von Alexander Neumann bei einem Laufduell mit VfR-Kapitän Finn Thomas gar der nächste Neuzugang fürs BSV-Lazarett fest: Rehdens einziger Stürmer fasste sich an den rechten Oberschenkel, schrie das böse „Sch…“-Wort, humpelte raus und prüfte die Plexiglaswand der Ersatzbank mit einem Faustschlag. „Es ist ein Muskelfaserriss – ganz klar“, lieferte der Stürmer in der Pause selbst die Diagnose: „Das ist so dermaßen ärgerlich vor diesen nächsten wichtigen Spielen“, trauerte er seinen nun nicht mehr möglichen Einsätzen gegen den SV Meppen am Sonntag und im NFV-Pokal-Halbfinale beim TB Uphusen um den DFB-Pokal-Einzug am Ostermontag hinterher.

Vor dem 3:0: Danny Arend hat VfR-Keeper Marc Kassler abgehängt und schiebt den Ball an Bodo Bönigk (r.) vorbei ins Netz.

Auch Wnuck tat es „sehr leid um den Jungen, der bis dahin echt gut im Spiel war“. Schnellen Trost fand der Trainer aber im Sahne-Comeback von Danny Arend, der nach seinem Muskelriss Anfang März für Neumann ins Spiel kam und sofort aufdrehte. Seine ersten beiden Warnschüsse hatte Kassler noch entschärft (45./48.), doch 20 Minuten nach Wiederanpfiff sorgte Arend für die Vorentscheidung – dank Super-Einsatz von Kiala Kifuta: Der Kongolese hatte einen von Yannik Jakubowski schon scheinbar sicher abgelaufenen Ball zurückerobert, quer zu Arend abgelegt – und der musste nur noch einschieben. „Für einen, der bis dahin so eine hervorragende Leistung gebracht hat, ist das bitter“, seufzte VfR-Coach Uwe Erkenbrecher mit Blick auf Jakubowski: „Wenn man sich aber solche Tore einfängt, ist das sehr problematisch.“

Doch mit Blick auf den zweiten Durchgang ging dieser Zwischenstand in Ordnung. Kassler musste bei einem satten Freistoß von Artmann sein ganzes Können aufbieten (70.), seine Vorderleute reagierten ideen- und harmlos auf zunehmend druckvollere Platzherren. Pech hatte allerdings Kevin Schulz mit einem Pfostenschuss (87.), ehe Arend nach schönem Steilpass von Florian Stütz zum Solo ansetzte, Kassler überlief und zum Endstand einschoss (87.). Die Rettung im Abstiegskampf? Davon wollte Arend hinterher nichts wissen: „Ganz ehrlich: Ich gucke nicht auf die Tabelle.“ Und das, obwohl er noch ein Jahr Vertrag hat – für Rehdens wohl dann dritte Regionalliga-Saison.

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