Wnucks Abschied ins Wasser gefallen: Rehden erst in neuer Saison im Endspiel

Frust nach Final-Absage und Vorwürfe an Funktionäre

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Es war das letzte Mal, dass sie so zusammenstanden – doch das konnten die Fußballer des BSV Rehden am Samstag noch nicht wissen: Nach dem Saisonschluss in der Regionalliga bei Absteiger Victoria Hamburg scharte Trainer Björn Wnuck (hinten, 4.v.l.) seine „Jungs“ um sich und schwor sie auf das Niedersachsenpokal-Finale ein. Doch der Wettergott hatte etwas gegen dieses Endspiel.

Rehden - Von Cord Krüger. Frust statt Finale, Katzenjammer statt krönender Abschluss: Bei den Regionalliga-Fußballern des BSV Rehden ist die Laune seit Mittwoch im Keller – obwohl sie das Endspiel im Niedersachsenpokal gar nicht verloren haben. Doch die Absage des Duells bei Oberligist FT Braunschweig traf die Schwarz-Weißen schlimmer als jede sportliche Schlappe: Weil die Partie im Prinzenpark-Stadion ins Wasser fiel und ein Nachholtermin erst irgendwann zu Beginn der neuen Serie zustande kommt, blieb Rehdens scheidendem Trainer Björn Wnuck ein schöner Abschied verwehrt.

Auch langjährige Stützen wie Francis Banecki und Alexander Neumann, die ab Sommer neue Herausforderungen bei anderen Clubs suchen, verlassen den Verein nun ohne dieses Highlight. „Wer weiß, ob sie nochmal die Gelegenheit bekommen, ein Landespokal-Finale zu spielen“, gab Wnuck zerknirscht zu bedenken: „Das ist brutal, das ist gemein.“ Die Notwendigkeit der Absage zweifelte er gar nicht an, „aber der Niedersächsische Fußball-Verband hatte meiner Meinung nach noch genug Zeit, einen anderen Austragungsort zu suchen – vielleicht sogar auf dem Gelände von Eintracht Braunschweig.“

Zwar wird es über der Arena des Bundesliga-Absteigers nicht weniger geregnet haben als nur vier Kilometer weiter südlich, doch beim Profi-Club dürften zweifellos bessere Platzverhältnisse herrschen. Und

Extra-Training, Urlaub – „alles für nichts“

dass es im Prinzenpark nicht klappen würde, stand „schon am Dienstag fest“, erinnerte sich BSV-Vorsitzender Friedrich Schilling in Erinnerung an den ersten Anruf aus Südniedersachsen. Teile der Strafräume standen dort bereits unter Wasser, „also haben uns die Braunschweiger gefragt, ob wir auch auf Kunstrasen spielen würden – und wir haben zugestimmt“, schilderte Schilling. Schließlich saß beiden Seiten die Zeit im Nacken: Braunschweig spielt morgen und Dienstag um den Aufstieg zur Regionalliga, danach sind Rehdens Kicker in alle Winde verstreut. Kiala Kifutas Flug in die portugiesische Heimat war ebenso längst gebucht wie Taiki Hirookas Abreise zur Familie nach Japan – nur zwei Beispiele.

Also der Kunstrasen-Kompromiss. „Die Braunschweiger waren die treibende Kraft. Sie wollten ihren Rasen für die Relegation retten“, erläuterte Manfred Finger vom Niedersächsischen Fußball-Verband (NFV) in Barsinghausen. Doch dieses kleine Stadion konnte Pokalspielleiter Frank Schmidt nicht absegnen – wegen der geringen Kapazität. 300 Fans hätten dort Platz gefunden, Braunschweig hatte jedoch allein im Vorverkauf 800 Karten abgesetzt. „Die Sicherheit ging vor“, unterstrich Finger. Selbst in Augenschein genommen hatte der Verband die örtlichen Gegebenheiten nicht: „Wir verlassen uns da auf die Angaben des Vereins“, sagte Finger.

Der hat nun eine längere Verschnaufpause vor der Relegation. So bleibt ein Geschmäckle. Schließlich hatte FT-Trainer Uwe Walther schon Tage vorher die hohe Belastung durch die direkt danach folgenden Aufstiegsduelle kritisiert (wir berichteten). Auch Wnuck konnte die Ansetzung nicht nachvollziehen: „Braunschweigs Relegationsgegner waren doch schon früher mit ihrer Saison fertig“, erinnerte er an den VfB Lübeck und den Bremer SV: „Hätten doch die zwei zuerst gegeneinander spielen sollen! Da wünsche ich mir einfach mehr Kommunikation zwischen dem Niedersächsischen und dem Norddeutschen Verband, der die Aufstiegsrunde terminiert hat.“ Mit mehr Freiraum hätten sich die Gastgeber bestimmt intensiver um eine Ausweich-Adresse bemüht – da ist sich der 29-Jährige sicher.

„Besonders für Björn tut es mir unheimlich leid“, verdeutlichte Schilling: „Wochenlang hat er den Gegner analysiert, Profile von jedem Spieler erstellt, Videos zusammengeschnitten, und jetzt ist das für die Katz‘.“ Wnuck selbst wiederum bedauerte vor allem seine Mannschaft: „Da haben wir seit unserem Saisonende noch tagelang trainiert, die Jungs haben sich für Mittwoch Urlaub genommen – alles für nichts.“

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