BSV Rehden feiert Finaleinzug

„Wieder im DFB-Pokal – das fühlt sich einfach geil an“

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Der Elfmeter zum 2:1: Danny Arend (l.) vollstreckt flach unten rechts, Marius Winkelmanns Spurt zum Nachsetzen ist nicht mehr nötig.

Uphusen - von Cord Krüger. Der Regionalligist BSV Rehden hat sich gestern beim TB Uphusen mit 4:1 (1:1) im Niedersachsenpokal-Halbfinale durchgesetzt und damit zum zweiten Mal in Folge das Ticket für den DFB-Pokal gelöst.

Am Ende ging Christian Hegerfeld gestern doch die Puste aus – nach 90 temporeichen Minuten, unzähligen Soli von hinten bis in die Spitze, dem Jubel-Sprint nach seinem eigenen Tor und Freudentänzen mit seinen Kollegen vom BSV Rehden nach dem Abpfiff. Auf der Werbebande vor dem Rehdener Block stehend, stimmte „Heger“ zwar eine „Humba“ an – doch die war seinem Trainer Björn Wnuck viel zu dünn. Also nahm ihm der Coach das Megafon weg und ließ die Fans alle Namen der derzeit Verletzten im Team nachsingen. Auch für sie hatte der Regionalligist gestern gewonnen.

Als sich alles wieder beruhigt hatte, atmete Wnuck tief durch. Zuerst verteilte er ein „Riesenkompliment an die Uphuser Mannschaft: Es war für uns nicht so einfach, wie es vielleicht das Ergebnis aussagt – das hat heute jeder gesehen. Vor allem nach dem 2:1 hätte das Spiel auch ganz anders laufen können“, erinnerte Wnuck an den Elfmeter von Sedat Yücel, den BSV-Torwart Celio Rocha 20 Minuten vor Schluss gehalten hatte.

Bis dahin hatte der klassentiefere TBU tapfer gekämpft und die Spannung für die 1 480 Zuschauer am Arenkamp aufrecht erhalten. Rehden ging zwar früh in Führung, weil Kiala Kifuta von halbrechts eine leicht abgefälschte Flanke von Mehmet Ali Fidan volley in die Maschen gedonnert hatte (8.). „Aber dann haben wir ein Stück weit den Faden verloren und Uphusen aufgebaut – was folgerichtig zum 1:1 führte“, ärgerte sich Wnuck über den Ausgleich durch Saimir Dikollari, der Rocha vor seinem Tor ziemlich ansehnlich ausgetanzt hatte (17.). Wenig später rettete Rocha gegen TBU-Kapitän Oktay Yildirim (19.), ehe Rehden wieder zurück ins Spiel fand. „Bis ganz nach vorn haben wir es aber nicht gut gemacht – da sind wir zu oft stumpf ins Abseits gelaufen“, monierte Wnuck. Nur Fidan scheiterte mit einem Solo an Uphusens Torwart Oliver Blum (23.), Stefan Heyken köpfte dem Keeper in die Arme – das war's an Großchancen vor der Pause.

Nach dem Wechsel agierte der BSV konzentrierter. Michael Wessel und Stefan Heyken stellten das Abwehrzentrum zu und ließen kaum einen TBU-Angriff durch, der eingewechselte Taiki Hirooka riss vorn mehr Lücken auf – und die Gäste bekamen wieder Selbstvertrauen. Marius Winkelmann hatte zunächst nach Steilpass von Stefan Heyken Pech (49.) – doch elf Minuten später stürmten die Schwarz-Weißen jubelnd zu Wnucks Bank: Mateusz Peek hatte Unruheherd Kifuta bei einem Solo gefällt, den Elfmeter versenkte Danny Arend cool zum 2:1 (60.). Arend belohnte sich damit für wieder mal viele Flankenläufe – eine regelmäßige Gefahr in Uphusens Abwehr.

Die Platzherren warfen über Antreiber Yildirim nun mehr nach vorn – und zehn Minuten nach Arends Führung bekamen sie einen Elfmeter zugesprochen! Ein klares Foul von Francis Banecki an Marvin Osei, das nur wegen der vorherigen Unschlüssigkeiten in der BSV-Defensive sein musste. Laut Uphusens Trainer Andre Schmitz hätte es dafür jedoch „die zweite Gelbe Karte und damit Gelb-Rot für Francis geben müssen“. Das räumte auch Wnuck ein: „Für uns war es Glück und ein psychologisch wichtiger Moment.“ Vor allem, weil Rocha den Strafstoß von Sedat Yücel hielt! Uphusens Köpfe gingen runter, Rehden nutzte dies – und wieder Kifuta sorgte für die nächste Großchance: Er holte den Freistoß 18 Meter vor dem Tor heraus, den Hegerfeld cool flach unten links versenkte (75.) – ungeachtet der viel zu dicht postierten Mauer. Das Spiel war entschieden, und der Schlenzer zum 4:1 durch den eingewechselten Erdin Ramic (84.) die feine Zugabe einer starken Show des BSV im zweiten Durchgang. „Wir haben es geschafft – wieder im DFB-Pokal“, jubelte Winkelmann. „Es war beim 2:1 zwar ein bisschen glücklich, aber fühlt sich jetzt einfach nur geil an!“

Wir berichten außerdem über den DFB-Pokaleinzug:

Schilling hat nichts gegen ein erneutes Spiel gegen die Bayern

Pokal-Held Celio Rocha dankt dem lieben Gott

 

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