Artmann: „Ein Fußball-Märchen“

Die Rettung an der Förde: Rehden bleibt Regionalligist

+
„Jetzt ist Feiern angesagt!“, befahl Rehdens Trainer Alexander Kiene (Vierter von links) nach dem 2:1 in Flensburg. Diesen Sieg und damit den Regionalliga-Klassenerhalt hatte Jeffrey Obst (Vierter von rechts) mit seinem Elfmetertor ermöglicht.

Flensburg / Rehden - Aus Flensburg berichtet Cord Krüger. Als sich alle Jubel-Knäuel aus Spielern, Betreuern und Offiziellen des BSV Rehden aufgelöst hatten, ging Kevin Artmann im Stadion des ETSV Weiche Flensburg noch mal allein auf seinen Trainer Alexander Kiene zu. „Danke, danke“, flüsterte der BSV-Kapitän dem Chefcoach während seiner Umarmung zu.

„Danke – dir auch“, entgegnete der 37-Jährige nach dem 2:1 (1:0)-Sieg der Schwarz-Weißen beim bisherigen Tabellenfünften. Es waren die drei Punkte zur Rettung: Auch in der nächsten Saison spielen die Schwarz-Weißen in der Fußball-Regionalliga Nord! Pure Erleichterung – und Stolz.

„Dieses kleine Dorf in der vierten Liga – das ist das eine Fußball-Märchen. Aber dass wir nach dieser Hinrunde, in der wir eigentlich schon abgestiegen waren, den Klassenerhalt geschafft haben, ist die zweite Sensation“, stellte Artmann heraus. „Und dass wir das heute aus eigener Kraft erreicht haben, ist noch das i-Tüpfelchen“, jubelte Kiene: „Die Konkurrenz hat wieder mal gewonnen, aber wir haben nur auf uns gesehen. Dafür ein großes Kompliment an die ganze Mannschaft“

Und in der ersten halben Stunde arbeitete das, was „der Trainer aus guten Einzelspielern seit Januar überhaupt erst zu einem Team gemacht hat“ (Artmann), richtig gut. Rehdens Innenverteidigung mit Michael Wessel (elf gewonnene Zweikämpfe vor der Pause) und Stefan Heyken (sieben entschärfte Angriffe) gewährte Flensburg zunächst keine echte Chance, während die Gäste-Offensive gute Szenen kreierte. Doch Abu Bakarr Kargbo setzte nach einer Flanke des gestern auffällig angriffslustigen Rechtsverteidigers Viktor Pekrul zu hoch an (11.), und Heyken köpfte nach einer Artmann-Ecke ebenfalls knapp drüber (19.). Fünf Minuten später zappelte der Ball jedoch im Flensburger Netz: Der aufgerückte Wessel setzte bei einem Pekrul-Freistoß von links nach und drosch die Kugel zum 1:0 ins Tor! „Wir wussten um Rehdens Stärke bei Standards – deshalb hatten wir die vermeiden wollen“, grantelte Flensburgs Trainer Daniel Jurgeleit. Doch auch er sprach von einer gerechten Führung. Und sie hätte bis zum Gang in die Kabine höher ausfallen müssen. Doch Moses Lamidi, als Linksaußen Vertreter des grippekranken Danny Arend, schoss nach einem weiten Einwurf von Jeffrey Obst in Rückenlage drüber (26.) und drosch bei einem Querpass von Linksverteidiger Kresimir Matovina neben den Ball (33.). „Da hätten wir das Spiel schon vorentscheiden können“, ärgerte sich Kiene.

So erhöhte Weiche den Druck. Der ETSV kam zwar in Durchgang eins nur zu einer Möglichkeit durch den Lattenkracher von Nedim Hasanbegovic (45.), glich aber neun Minuten nach Wiederanpfiff aus: Florian Meyer überlupfte auf der rechten Seite den herausgeeilten BSV-Torwart Milos Mandic, Christoph Dammann staubte am langen Pfosten ab – 1:1. „Das sind die Szenen, in denen ein Spiel kippen kann“, mahnte Kiene hinterher: „Aber die Mannschaft ist gut zurückgekommen.“ Sie verteidigte nämlich leidenschaftlich weiter und verlagerte sich auf schnelle Konter. Einer dieser Gegenstöße führte zum 2:1: Christian Jürgensen sprang in einem Laufduell mit Kargbo der Ball an die Hand, Schiedsrichter Axel Martin entschied auf Elfmeter – und Jeffrey Obst belohnte sich für seine starke Leistung auf der rechten Außenbahn mit dem Elfmetertor – flach unten links vollendet (64.). Dabei blieb es, weil Mandic gegen Kevin Schulz per Fußabwehr glänzte (69.), Marcel Stutter einen Schuss von Hendrik Ostermann vor der Linie stoppte (71.) und Wessel einen Meyer-Schuss am kurzen Pfosten klärte (75.).

„Jetzt ist Feiern angesagt“, brüllte Kiene nach dem Abpfiff seine erfolgreichen Abstiegskämpfer im tanzenden Spielerkreis an. Später revidierte er sich jedoch: „Die Rückfahrt wird wohl feucht-fröhlich, aber in Rehden ist nichts mehr geplant. Wir müssen ja morgen alle arbeiten.“ Also: Weiter geht‘s. In Liga vier.

Mehr zum Thema:

Werder-Training am Dienstag

Werder-Training am Dienstag

Hochgeschlossen ist das neue Sexy

Hochgeschlossen ist das neue Sexy

Strick, Flausch, Promis - Berliner Fashion Week startet

Strick, Flausch, Promis - Berliner Fashion Week startet

53. Sixdays in Bremen - der Montag  

53. Sixdays in Bremen - der Montag  

Meistgelesene Artikel

Kevin Njie im Anflug auf Rehden

Kevin Njie im Anflug auf Rehden

Turniersieg – und Njie ist ein Rehdener

Turniersieg – und Njie ist ein Rehdener

Turniersieg – und Njie ist ein Rehdener

Turniersieg – und Njie ist ein Rehdener

Kommentare