Rehdens erster Auswärtssieg

2:0 – Wessel und Arend die Matchwinner aus Zimmer 510

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In diesem Angriff gingen sie noch leer aus: Michael Wessel (vorn) und Danny Arend (dahinter. Nach der Pause trafen dann aber beide – und sorgten für das 2:0 in Flensburg. ·

Flesburg - von Cord Krüger. Mit gutem Schlaf in fremden Betten ist das ja so eine Sache. Auch Michael Wessel räumte nach der Übernachtung von Freitag auf Samstag im Flensburger Ibis-Hotel ein: „Ich hatte schon bessere Matratzen.“ Trotzdem machte er am Sonnabend im Spiel beim ETSV Weiche Flensburg einen sehr aufgeweckten Eindruck – wie in allen bisherigen 15 Rehdener Regionalliga-Partien dieser Saison.

Der Innenverteidiger, diesmal anstelle seines gelbgesperrten Nebenmanns Stefan Heyken Abwehrchef, ließ hinten nichts zu und langte vorn zum wichtigen Durchbruch hin: Wessel köpfte nach einer Ecke von Florian Stütz das 1:0 (75.) – der Grundstein zum 2:0 (0:0)-Triumph beim Tabellenvierten.

„Diese Ecken haben wir im Abschlusstraining noch geübt“, verwies Wessel bescheiden auf die „Generalprobe“ am Freitagabend, unmittelbar vor der 335 Kilometer langen Fahrt an die Förde – und schrieb es damit auch seinem Trainer Björn Wnuck zu. Doch wie der BSV-Coach („Für dieses Spiel gab es keinen Schönheitspreis zu gewinnen“) und dessen Flensburger Kollege Daniel Jurgeleit („Das leidenschaftlichere Auftreten hat heute entschieden“) urteilte der 26-Jährige, dass dem ersten BSV-Auswärtssieg in dieser Serie ein hartes Stück Arbeit vorausgegangen war: „Wir hatten vor der Pause schon gute Chancen. Da war mehr drin. Und ein Konter kann dann das ganze Spiel kippen.“

Jene Spannung hätte Alexander Neumann seinem früh störenden Team und den in zwei Autos nachgereisten Fans nehmen können. Neumann war für den unter Knieschmerzen leidenen Francis Banecki in die Startelf zurückgekehrt, scheute keinen Zweikampf, kein Solo – doch auf den letzten Metern bekam er Nervenflattern. So verpasste er Zuspiele des emsig flankenden Viktor Pekrul knapp (5./33.) und vergab weitere Hochkaräter an der Grenze zum Fünfmeterraum (28./38.). Auch Kevin Artmann zielte mit zwei Gewaltschüssen knapp daneben – doch alle nahmen die ausgelassenen Gelegenheiten klaglos hin, was Flensburgs Kapitän Marc Böhnke zum Schluss kommen ließ: „Rehden hatte in der ersten Halbzeit mehr vom Spiel, die ganz klaren Torchancen waren aber nicht dabei.“ Wohl aber eine auf der anderen Seite: BSV-Torwart Milos Mandic lenkte einen 33-Meter-Kracher von Jonas Walter jedoch an die Latte (40.).

Diese Szene sah Flensburgs Marcel Cornils bereits von der Bank aus, denn Jurgeleit hatte den offensiver ausgerichteten Mittelfeldmann nach 39 Minuten ausgewechselt und in Nedim Hasanbegovic einen defensiveren gebracht. „Das hat auch Wirkung gezeigt, denn bis dahin war Rehden besser in den Duellen am Boden und den Luft-Zweikämpfen“, lobte der Weiche-Coach den Gegner.

Nach dem Wechsel ließen die Gäste jedoch lockerer, und Flensburg kam ins Spiel. Florian Stütz, guter Linksverteidiger-Ersatz für den an der Nase operierten Christian Hegerfeld, grätschte in höchster Not einen Ball vor Florian Meyer weg (61.), ehe die ohnehin mit nur drei Reserve-Feldspielern angereisten Rehdener noch Kapitän und Antreiber Kevin Artmann mit Leistenbeschwerden vom Feld nehmen mussten. Rehden trudelte. Hasanbegovic prüfte Mandic noch einmal per Kopfball (75.) – doch dann schlug Wessel mit dem 1:0 zu. „Das hat uns wieder Sicherheit gegeben“, fand der Torschütze.

So warf Weiche vergebens alles nach vorn – und in eine dieser Lücken stieß Joker Boris Koweschnikow mit einem Diagonalball auf den ebenfalls eingewechselten Josip Tomic. Der spielte zurück in die Mitte zu Danny Arend und legte ihm so das 2:0 auf (88.). Ausgerechnet Arend – da musste Wessel schmunzeln: „Mit Danny hab‘ ich mir heute Nacht das Zimmer geteilt.“ Zwei Torschützen auf einer Bude – den Raum mit der Nummer 510 sollten künftige Gastmannschaften des ETSV auf jeden Fall mitbuchen.

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