Evers macht’s vor, ansonsten zu hektisch vorm Tor

Werder fast blamiert – doch dann schwinden Rehdens Kräfte

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Zwei Torschützen Seite an Seite: Werders Max Kruse (M.) traf gestern Abend beim 4:1-Testspielsieg der Bremer doppelt, Rehdens Kai Bastian Evers (r.) gelang das 1:1. Links Evers’ Mittelfeld-Kollege Lennart Madroch, der wieder einen engagierten Auftritt zeigte.

Bremen - Von Cord Krüger. Diese eine Szene hatte Symbolcharakter. Sie hätte die Testspiel-Niederlage des BSV Rehden beim SV Werder Bremen am Montagabend zwar nicht mehr verhindert, aber dessen Trainer Benedetto Muzzicato ein wenig versöhnt.

Denn Rehdens aufgerückter Außenverteidiger Mirhad Mehanovic tat vier Minuten vor Schluss „das, was mich nervt“, gestand Muzzicato: „Micki“ hatte im Strafraum des Bundesligisten den Ball am Fuß, dachte aber zu viel, vertändelte die Kugel und vergab das 2:4. „Statt einfach draufzuhalten, wählen wir den komplizierteren Weg“, monierte Muzzicato im Stadion „Platz 11“, wo er als Werder-Amateur zwischen 2004 und 2005 gespielt hatte. So verlor sein Regionalligist mit 1:4 (0:1) – um durchaus zwei Tore zu hoch.

Die Abschlussschwäche war jedoch das einzige Haar, das der A-Lizenz-Inhaber in der Suppe fand. „Gefallen hat mir, wie die Jungs zwei Tage nach einem Pflichtspiel und trotz vieler Ausfälle dagegengehalten und mitgespielt haben. Und das wieder in einem anderen System“, unterstrich der 39-Jährige.

Er hatte dem Bundesliga-Vorletzten ein 5-4-1 mit einer Fünfer-Abwehrkette entgegengestellt, in der Innenverteidiger Augustino Canzian da Silva fast einen Monat nach seiner Ellbogenverletzung sein Comeback gab. Die Defensive stand zu Beginn sicher – bis auf eine Halbchance von Aron Johannsson, der aus sechs Metern drüber schoss (5.). Auf der anderen Seite sorgte Rehdens einzige Spitze Hugo Magouhi bei einem Konter fürs erste Raunen im weiten Rund, doch der Ivorer vergab sie durch sein Offensiv-Foul an Jesper Verlaat (7.).

Rehdener Riegel geknackt

In Minute 14 hatte Werder den Rehdener Riegel aber geknackt, als Max Kruse eine Rechtsflanke von Theodor Gebre Selassie in die Maschen schob. Zlatko Junuzovic hätte erhöhen können, zielte aus 16 Metern aber zu hoch (17.). Rehdens schönster Spielzug bis dahin lief über Lennart Madroch: Der diesmal als Linksaußen aufgebotene Mittelfeldmann zog nach Doppelpass mit Abdullah Dogan von links ab – doch Dominic Volkmer stocherte den Ball noch zur Ecke (21.). Johannsson hatte kurz darauf mit einem Schuss vorbei am rechten Pfosten Pech (24.), Kruse setzte seinen Kopfball um Zentimeter zu hoch an (26.) – zu dieser Zeit hätte das Team von Trainer Florian Kohfeldt höher führen müssen. Kurz vor der Pause entschärfte BSV-Schlussmann Milos Mandic mit starker Parade einen satten Schuss von Izet Hajrovic (45.) – das war’s aber an Höhepunkten des ersten Durchgangs, in denen die Schwarz-Weißen verständlicherweise weniger Ballbesitz hatten, aber mehrfach schnell nach vorn kamen.

Der Auftakt der zweiten Hälfte gehörte allerdings den Gästen: Nach einem missglückten Rettungsschuss aus Werders Strafraum nahm Kapitän Kai Bastian Evers aus 32 Metern einfach mal Maß, sein leicht abgefälschter Schuss schlug hinter dem für Jaroslav Drobny zur Pause eingewechselten Werder-Keeper Luca Plogmann zum 1:1 ein (48.)! „Kai hat vorgemacht, wie es geht“, verdeutlichte Muzzicato: „Er hat gar nicht lange geguckt oder gewartet, sondern es probiert – dann geht so ein Ding mal rein.“

„Die Jungs haben das stark gemacht“

Doch der BSV-Coach wollte mehr als dieses 1:1 und wechselte zehn Minuten später offensiv: So kamen Rechtsaußen Philip Kürble, Linksaußen Marko Stojanovic und Stürmer Francky Sembolo neu rein. Und in dieser Besetzung hätte der Viertligist fast das 2:1 erzielt, doch Kürble scheiterte nach einer Stojanovic-Flanke an Plogmann (67.). „Wir hätten hier in Führung gehen können“, konnte es der zur Pause ausgewechselte Mandic kaum fassen – und zollte seinen Vorderleuten Respekt: „Die Jungs haben das stark gemacht, defensiv gut verschoben, und sie hatten ihre Chancen.“

Umso bitterer, dass Schiedsrichter Patrick Schult in Minute 69 nach einem Foul von Mirhad Mehanovic an Robert Bauer auf den Elfmeterpunkt zeigte. Kruse verwandelte den Strafstoß sicher – 2:1. Niklas Schmidt erhöhte kurz darauf aus zentraler Position (73.) – Rehden war geschlagen. Trotzdem arbeitete der BSV weiter, aber einem Tor von Kürble stand nur Kollege Sembolo im Weg (77.). Sechs Minuten vor Schluss markierte Maximilian Eggestein das 4:1, als er nach einer guten Parade von BSV-Zweittorwart Philip Faderl gegen Junuzovic den Abpraller verwertete.

„Es hat trotzdem Spaß gemacht“, meinte Mandic: „Das war ein schöner Abend in einem tollen Stadion. Am Ende wurde es dann aber zunehmend schwerer für uns.“

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