Wegen Artmanns Ausfall in Rehdens Startelf – und Torschütze beim 2:0-Sieg

Lamidi belohnt sich selbst

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Das 1:0! Rehdens Torschütze Moses Lamidi (M.) bekommt die Glückwünsche von Abu Bakarr Kargbo, Danny Arend, Jeff Gyasi (v.r.) sowie Marcel Stutter, Jeffrey Obst und Viktor Pekrul (v.l.). Havelses Benjamin Halstenberg (hinten) ist wenig begeistert.

Rehden - Von Cord Krüger. Nichts scheint den BSV Rehden derzeit auf seinem Marsch aus der Gefahrenzone der Fußball-Regionalliga aufhalten zu können! Selbst den Ausfall von Kapitän Kevin Artmann – in der Hinrunde fast gleichbedeutend mit empfindlichen Punktverlusten – steckten die Schwarz-Weißen gestern weg. Bis zur Pause schossen sie gegen den Tabellensechsten TSV Havelse ein 2:0 heraus und – nächste Veränderung im Vergleich zu 2014 – sie verwalteten diesen Vorsprung stark bis zum Schluss. „Ein hochverdienter Sieg“, musste auch Havelses Trainer Christian Benbennek nach Rehdens 2:0 (2:0)-Erfolg neidlos anerkennen: „Man sieht, was passiert, wenn man meiner Mannschaft, in der traditionell viel über Leidenschaft geht, den Schneid abkauft.“

Die Taktik von BSV-Trainer Alexander Kiene war also voll aufgegangen, selbst wenn „die Zuschauer kein so schönes Spiel gesehen haben“, vermutete Rehdens Linksaußen Danny Arend: „Aber wir wussten um Havelses Stärken und mussten dagegenhalten, um ihnen fußballerisch den Zahn zu ziehen.“

So gingen „viel zu viele Zweikämpfe an den Gegner“, ärgerte sich Benbennek, der Rehdens „Dominanz und positive Aggressivität“ lobte.

Zweiter feiner Unterschied: die Mittelfeldzentrale, in der Moses Lamidi bei seinem erst zweiten Einsatz von Beginn an einen starken Artmann-Stellvertreter gab: „Moses macht das anders, aber eben auch sehr gut“, freute sich Kiene mit dem 27-jährigen Winterneuzugang. „Ich habe ihm vor dem Spiel gesagt, dass er jetzt die Chance hat zu zeigen, wie wertvoll er für die Mannschaft ist.“

Und das tat der Deutsch-Nigerianer, der von Beginn viel Präsenz zeigte und in Minute sechs den goldrichtigen Torriecher bewies: Ein Kopfball-Vorstoß von Jeff Gyasi schien schon sichere Beute von TSV-Keeper Alexander Meyer-Schade zu sein, doch Lamidi setzte nach, stocherte Meyer-Schade den Ball vom Fuß und schob überlegt ins lange Eck ein – 1:0. „Mein erstes Pflichtspiel-Tor“, strahlte der Offensivmann, der jetzt hofft, künftig auf mehr Spielanteile zu kommen: „Ob links, rechts oder in der Mitte, ganz vorn oder dahinter, ist mir egal. Da bin ich flexibel“, warb Lamidi für sich. „Verdient hätte er es“, meinte ausgerechnet Arend als Konkurrent auf einer dieser Positionen: „Moses hat echt gute Leistungen im Training gezeigt.“ Arend selbst hätte nach einem weiten Einwurf von Jeffrey Obst das 2:0 markieren müssen, doch er nahm die Kugel mit dem Kopf an, spielte sie per Fuß auf Abu Bakarr Kargbo – und der verzog (21.). So hätte es fast 1:1 gestanden, doch BSV-Schlussmann Milos Mandic erwies sich auch gestern als Rückhalt und parierte gegen Dennis Wolf (24.). Weiter ging's mit den Gastgebern in der Offensive, gestern im ersten Durchgang unverschämt schnell mit wenigen Stationen bis vors Havelser Gehäuse. Doch Lamidis Schuss aus der Drehung rauschte knapp vorbei (26.), und Marcel Stutter köpfte nach Obst-Einwurf haarscharf drüber (30.). Also besorgte Obst das 2:0 selbst, als er einen Freistoß von links – unhaltbar abgefälscht vom Havelser Abwehrpulk – in die Maschen schlenzte (35.).

Doch nicht deshalb krempelte Benbennek seine Defensive zur Pause um und wechselte seine beiden Innenverteidiger Benjamin Halstenberg und Kevin Kalinowski aus. Sondern auch, um den etatmäßigen Innenverteidiger Deniz Tayar vom defensiven Mittelfeld ins Abwehrzentrum zurückzuziehen und stattdessen Rechtsaußen Hilal El-Helwe als „Sechser“ agieren zu lassen. „Dadurch wurde es spielerisch besser“, fand Benbennek. Aber die Havelser Vorstöße endeten ein ums andere Mal beim bärenstarken Jeff Gyasi, gemeinsam mit Stutter wieder in Rehdens Doppel-Sechs. „Überragend“ fand Kiene Gyasis Leistung. „Es bleibt eben dabei: Ein dichtes Zentrum vor und in der Abwehr ist die Basis des Erfolgs.“ Dazu trug auch der souveräne Abwehrchef Stefan Heyken bei, der in Minute 73 per Kopf auf der Linie gegen Tim Scheffler klärte. Somit wurde es nicht mehr spannend – und Rehdens vierter Heimsieg in Folge sowie das elfte Spiel ohne Niederlage standen fest.

ck

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