„Leblosigkeit“ bringt Trainer Wnuck ins Grübeln

Waterloo in Wolfsburg – Rehden beim 1:8 vorgeführt

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Da war es passiert: Josip Tomic (r.) foult Justin Eilers, Florian Stütz (Nr. 13) und Daniel Gunkel (l.) kommen zu spät, Torwart Milos Mandic kann nichts machen – auch nicht beim aus dieser Szene resultierenden Elfmeter.

Wolfsburg - Von Cord Krüger. Als die nur 180 Zuschauer das alte VfL-Stadion am Wolfsburger Elsterweg längst verlassen hatten, stand Björn Wnuck noch regungslos auf der Laufbahn. „So hat sich noch keine meiner Mannschaften präsentiert“, urteilte der Trainer des BSV Rehden gestern mit leerem Blick.

„Das war ohne Leben, ohne Leidenschaft. Das war… gar nichts.“ Doch, es war Rehdens höchste Niederlage – in dessen Regionalliga-Historie sowieso. Und die heftigste Klatsche seit Beginn der Aufzeichnungen über den BSV im Leistungsfußball. Wnuck musste ein schockierendes 1:8 (0:5)-Desaster seines wehrlosen Teams beim VfL Wolfsburg II mit ansehen.

„Am Ende können wir noch froh sein, hier nicht zweistellig verloren zu haben“, gab der Mann zu, der eben dies mit mehreren Paraden verhindert und an den acht Gegentreffern gar nichts zu halten hatte: BSV-Torwart Milos Mandic. „So hatte ich mir diesen Tag nicht vorgestellt“, lächelte er gequält. „Aber das kommt eben davon, wenn alle nur 30, 40 Prozent von dem abrufen, was wir uns vorgenommen haben.“

Und wenn dann noch zwei tadellose Malocher fehlen, kann es gegen den Primus und Krösus der Liga knüppeldick kommen. Doch dass Wnuck auf den gelbgesperrten „Sechser“ Marius Winkelmann und seinen verletzten Mittelfeldlenker Kevin Artmann verzichten musste (siehe Extra-Text), ließ er nicht als Alibi gelten: „Klar kann man hier Gegentore fressen, und das nicht zu knapp. Aber nicht auf diese Art und Weise!“ Mandic wurde konkreter: „Wir haben zu keiner Zeit Zugriff auf den Gegner bekommen.“

Startelf-Debüt und einziger Rehdener Torschütze: Mehmet Ali Fidan. ·

Okay, ganz so schlimm war‘s dann doch nicht. In der ersten 15 Minuten hielten seine Vorderleute nämlich noch dagegen, kamen durch Danny Arend und Mehmet Ali Fidan zu Gelegenheiten. Trotzdem war die Partie schon weit vor der Halbzeit entschieden. Nach dem 1:0 durch Willi Evseev (17.) verwandelte Kevin Scheidhauer zwei von Justin Eilers herausgeholte Elfmeter (26./33.). Den ersten hatte Josip Tomic verursacht, den zweiten Florian Stütz. Dadurch brach der BSV böse auseinander: Beim Anstoß nach dem 0:3 leistete sich Tomic einen Ballverlust, den die gnadenlos früh und schnell drückenden Wolfsburger mit einem Angriff über links und Ferhat Yazgans 4:0 bestraften (34.). Mit dem Pausenpfiff ließ Stütz Eilers auf der linken Abwehrseite gewähren, und der Torjäger bedankte sich mit dem 5:0. „Da muss doch jemand reagieren“, brüllte Mandic, der zu Beginn einen früheren Rückstand verhindert hatte (6./11.). Es reagierte aber nur Wnuck, der zur Pause Stütz und Tomic von ihrem wahrlich nicht besten Tag durch ihre Auswechslungen erlöste.

Ansonsten hielt sich seine Kabinenpredigt in Grenzen, stattdessen stapfte der BSV-Coach fünf Minuten vor der Mannschaft ins Grüne. „Es bringt ja nichts, die Jungs in Grund und Boden zu schreien. Das sollten sie mit sich selbst ausmachen.“

Doch auch mit dem eingewechselten Christian Hegerfeld als neuem Linksverteidiger und Francis Banecki – frisch für die Doppel-Sechs – hatten die Gäste wenig zu bestellen. So machte Eilers freistehend nach Vorarbeit von Luca Tankulic das halbe Dutzend voll (53.), und Scheidhauer überrannte die BSV-Abwehr zum 7:0 (58.). Nun ließ VfL-Coach Valerien Ismael Gnade walten, wechselte den an fünf Treffern beteiligten Eilers aus. Rehden kam tatsächlich ein wenig zur Ruhe – und zum Ehrentor. Fidan setzte zu einem feinen Solo an, tanzte drei VfL-Abwehrspieler und Keeper Patrick Drewes aus – 1:7 (65.). Den Jubel verkniff sich der Ex-Blumenthaler, es ging nur noch um Schadensbegrenzung. Dies gelang jedoch allenfalls bedingt: Zum x-ten Mal war die linke Seite bei Rehden sperrangelweit offen, als Tankulic ins ebenfalls mal wieder freie Zentrum  flankte – und Scheidhauer gelang mühelos sein vierter Streich (75.). Die BSV-Kicker verfielen ins Lamentieren, legten sich mit dem guten Schiedsrichter Frederik Glowatzka an – da entfiel Wnuck von der Bank aus nur noch ein „Peinlich!“ Wie wahr.

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