Viel zu lethargische erste Hälfte gegen Braunschweig II – 1:2 / Kargbos Ausgleich

Stille Tage in Rehden

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Der erste und einzige Rehdener Torschuss vor der Pause: Wal Fall (2. von links) zieht ab, zielt aber zu hoch. Wall spielte wieder auf der Zehnerposition – solide, bemüht, aber nicht so brachial wie der verletzte Kevin Artmann, den er vertrat.

Rehden - Von Cord Krüger. November. Zeit der „stillen Tage“. Etwa Allerheiligen, Buß- und Bettag, Volkstrauertag, Totensonntag. Da ist per Gesetz Ruhe verordnet. Beim BSV Rehden hat sich ebenfalls Stille eingenistet. Jedenfalls auf dem Platz. Viel zu mutlos und ideenlos trat der Regionalligist am Samstag in der ersten Hälfte Eintracht Braunschweig II gegenüber. „Diese Halbzeit war der Grundstein für die Niederlage“, wetterte Rehdens Interimstrainer Franz Gerber nach der 1:2 (0:1)-Schlappe der Schwarz-Weißen: „Wir waren überhaupt nicht da. Da war kein Leben, keinerlei Kreativität. So darf man nicht auftreten. Und bei Heimspielen schon mal gar nicht.“

Gar nicht still war es daher zur Pause in der Kabine, sondern „ein bisschen lauter“, gestand Gerber. Denn er konnte dieses Team, das in der Vorwoche beim 2:2 in Meppen einen so starken ersten Durchgang hingelegt hatte, nicht wiedererkennen. Dabei hatte er bis auf den wegen seiner Ampelkarte gesperrten Jeff Gyasi derselben Startelf vertraut – mit Gazi Siala als Linksverteidiger und Wal Fall in der offensiven Mittelfeldzentrale. Fall gab nach zehn Minuten auch den ersten Anlauf aufs Eintracht-Tor ab – doch sein Geschoss aus 18 Metern rauschte über den Querbalken. Es blieb der letzte Torschuss für 45 Minuten. Die zweite und letzte gute BSV-Gelegenheit vor dem Wechsel ging von Jeff-Denis Fehr aus. Der 21-Jährige, am Samstag noch einer der einsatzfreudigsten beim BSV, setzte sich schön auf seiner rechten Seite durch, flankte zu Danny Arend – doch der verlor sein Kopfballduell gegen Sven Hartwig (20.). Gefährlicher wurde es nicht. Stürmer Abu Bakarr Kargbo wusste, warum: „Wir sind nicht richtig auf den Ball gegangen, waren nicht aggressiv, nicht eklig genug. So haben wir Braunschweig zu viel Spielraum gegeben.“

Die Folge: Lukas Kierdorf traf im Nachsetzen zur Gästeführung, nachdem Rehdens Schlussmann Milos Mandic den ersten Schuss von Gyamfi Kyeremeh noch pariert hatte (28.). „Total unnötig“ fand dieses Gegentor auch Ex-Profi Fabian Gerber, der seinen Vater erstmals als BSV-Coach sah.

Der Papa reagierte zur Pause und brachte für Siala wieder den etatmäßigen Linksverteidiger Aldin Kljajic. Dies veränderte zunächst nicht viel, doch immerhin kam zehn Minuten nach Wiederanpfiff mehr Leben auf: Eintracht-Innenverteidiger Deniz Dogan, bis zum Sommer noch Stütze im Zweitliga-Team und nun mit 36 Lenzen Leitwolf der U23, stoppte den in den Strafraum gelaufenen Fehr fragwürdig, der Elfmeterpfiff blieb aus. Rehden reagierte wütend – mit Erfolg: Marcel Stutter spielte einen Sahne-Pass auf Arend, der legte quer zu Kargbo – und Rehdens einzige Spitze vollstreckte trocken zum 1:1 (62.). Jetzt führten die Gastgeber Regie. „In der zweiten Halbzeit hatten wir große Probleme“, gab Braunschweigs Trainer Henning Bürger zu. Rehden hingegen besaß „zu wenig torgefährliche Leute, die daraus Kapital hätten schlagen können“, monierte Gerber. Braunschweig aber auch nicht. Doch Dogan brachte Stefan Heyken dazu, ihn elfmeterwürdig zu legen, obwohl er selbst mit dem Rücken zum Tor stand und kaum Gefahr ausstrahlte. Eros Dacaj bedankte sich für den Strafstoß mit dem 2:1 (72.). „Danach dachten wir immer noch, das 2:2 machen zu können“, seufzte Kargbo mit dünner Stimme. Doch entweder war das Aluminium wie beim Schuss von Kljajic an den langen Pfosten im Weg (78.) – oder Eintracht-Keeper Marcel Engelhardt, der gegen Kargbo glänzend parierte (82.). „Wir hatten einen sehr guten Torhüter“, strahlte Bürger: „Jetzt sind wir glücklich.“ Rehden hingegen bleibt vorerst nur der November-Blues. Wie im Vorjahr, als die Schwarz-Weißen in den Abstiegsstrudel gerieten. Alarmierend.

ck

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