0:1 – starke Rehdener lassen in Oldenburg zu viele Chancen liegen / Rocha patzt

Viel Aufwand, kein Ertrag

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Rehdens Kapitän Kevin Artmann (Mitte) hatte gestern im Mittelfeld viel Arbeit zu verrichten. ·

Rehden - Aus Oldenburg berichtet Arne Flügge. Danny Arend kauerte am Mannschaftsbus, in Gedanken noch immer in der 55. Minute, als er mutterseelenallein aufs Tor zugelaufen war, jedoch an Mansur Faqiryar scheiterte.

Und weil auch Erdin Ramic in der 73. Minute nur die Unterkante der Latte traf, belohnte sich Fußball-Regionalligist BSV Rehden gestern im Auswärtsspiel beim Tabellendritten VfB Oldenburg wieder einmal nicht für seinen immensen Aufwand; verlor am Ende mit 0:1 (0:1) durch ein Tor in der sechsten Minute, von dem so richtig keiner wusste, wer es denn nun erzielt hat (siehe Extratext).

„Ich hatte einfach zu viel Zeit, das geht bei mir immer schief. Ich treffe wohl nur, wenn es schnell gehen muss“, seufzte Arend. Ramic saß unterdessen noch in der Kabine. „Völlig geknickt“, wie sein Trainer Björn Wnuck berichtete.

Das Auslassen hochkarätiger Torchancen zieht sich beim BSV Rehden wie ein roter Faden durch die gesamte Saison. „Und daher stehen wir jetzt da, wo wir stehen. Wir hätten weitaus besser abschneiden können“, zog Wnuck bereits ein kleines, vorzeitiges Saisonfazit. Zwei Spieltage vor Spielzeitende belegen die Rehdener Platz neun. Alles gut? „Ist es nicht“, knurrte Vize-Kapitän Viktor Pekrul. Und auch Vereinsboss Friedrich Schilling monierte: „Wir haben zu viele Punkte verschenkt.“

So wie gestern, als sich der BSV Rehden vor 877 Zuschauern im Marschwegstadion durch einen Defensivpatzer selbst ins Hintertreffen brachte. Die Gefahr schien nach einem eigentlich zu langen Ball auf Aidara gebannt, doch Rehdens Keeper Celio Rocha stoppte beim Herauslaufen plötzlich ab, der Oldenburger kam somit doch noch an den Ball, schlug die Kugel hart in die Mitte, wo Rehdens Innenverteidiger Stefan Heyken und VfB-Goalgetter Addy-Waku Menga zusammenrasselten – und der Ball irgendwie im Netz landete (6.). „Den muss Celio einfach nur aufnehmen, dann passiert nichts“, ärgerte sich Heyken – um sich dann aber sofort wieder hinter seinen Keeper zu stellen: „Er hat uns – gerade im Pokal – in dieser Saison schon häufig den Arsch gerettet. Wir dürfen die Niederlage nicht nur an ihm festmachen.“ Zumal Rocha in der 19. Minute mit einer Glanzparade das 0:2 von Menga noch verhinderte.

Hatten sich beide Mannschaften in der ersten Halbzeit noch einen offenen Schlagabtausch geliefert, so wurde die Überlegenheit der Rehdener nach dem Wechsel immer größer. Nach Arends verpasster Großchance (55.) stockte BSV-Coach Wnuck aber erneut der Atem, als Rocha wieder zu zögerlich herauskam, von Menga umkurvt wurde, der VfB-Stürmer aber nur den Pfosten traf (63.). „Bei der Offensivstärke der Oldenburger kannst du Konter nicht verhindern“, meinte Wnuck.

Die Rehdener nahmen das in Kauf. „Kommt Männer, wir belohnen uns noch“, feuerte Wnuck seine Spieler an, die eine ganz starke zweite Halbzeit hinlegten. Doch irgendwie wollte der Ball einfach nicht rein. Winkelmanns Kopfball hielt Faqiryar (69.), Ramic knallte die Kugel an die Unterkante der Latte (73.). „Wir machen das Tor einfach nicht“, seufzte Heyken. Und als Francis Banecki in der 86. Minute dann doch per Kopfball traf, zählte das Tor wegen einer angeblichen Abseitsstellung nicht. „So etwas ist natürlich ganz bitter“, meinte „Franz“, „wir hätten heute einen Punkt verdient gehabt.“

Oldenburgs Trainer Alexander Nouri nahm die drei Zähler indes gern in Empfang: „Rehden war sehr, sehr stark. Aber wir müssen uns für diesen Sieg nicht entschuldigen.“

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