Rehdens Trainer nach 0:3 in Havelse: „Jeder muss sich hinterfragen – auch ich“

Verheerende halbe Stunde bringt Wnuck zum Grübeln

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Autsch! Josip Tomic (am Boden) hatte gestern Abend gegen Havelses Defensive (hier gegen Kapitän Patrick Posipal) keinen leichten Stand. Der BSV Rehden verlor nach einer desolaten ersten Hälfte mit 0:3.

Havelse - Aus Havelse berichtet Cord Krüger. Alexander Neumann war bedient. „Meine Fresse“, schnaufte der fast chancenlose Stürmer des BSV Rehden, als er nach 66 Minuten gegen Francis Banecki, die letzte Hoffnung der Schwarz-Weißen auf eine Wende beim TSV Havelse, ausgewechselt wurde.

Doch die blieb aus. Sang- und klanglos mit 0:3 (0:3) verlor der Regionalligist gestern Abend dieses Nachholspiel – verdient, „weil wir in der ersten Halbzeit alles haben vermissen lassen, was man in dieser Situation braucht“, schüttelte Rehdens Kapitän Kevin Artmann mit dem Kopf.

So war die Partie vor 531 Zuschauern im Wilhelm-Langrehr-Stadion bereits nach 30 Minuten entschieden – nach der „besten halben Stunde, die wir je gespielt haben“, urteilte TSV-Coach Christian Benbennek wie zum Trost für seinen Trainerkollegen Björn Wnuck. Der wiederum attestierte seiner Mannschaft nur gute „sieben oder acht Minuten, in denen wir vernünftig angefangen haben – dann aber spielen wir einen Fehlpass, und schon gehen alle Köpfe wieder runter.“

Dies in Kombination mit dem ganz frühen Pressing der Havelser, liefen die Gäste so dem Geschehen hinterher – und ins offene Messer: Einen Fehlpass des aufgerückten Linksverteidigers Dominic Krogemann nahm Hilal El-Helwe auf, sprintete über den halben Platz und bediente Erhan Yilmaz von rechts zum 1:0 (16.). Keine 120 Sekunden später fiel das 2:0, eingeleitet durch einen Ballverlust von Artmann. Ferhat Bikmaz reagierte am schnellsten, sein Diagonalball fand El-Helwe – und der zog von rechts ins lange Eck ab (18.). Auch das 3:0 resultierte aus einem Blackout im Spielaufbau – diesmal bedankte sich dafür Christoph Beismann mit seinem Tor (29.). Es drohte ein totales Debakel. Doch jetzt schaltete der TSV einen Gang zurück. „Das kann ich meinen Jungs angesichts der englischen Woche und ihrer Arbeitsbelastung nicht verdenken“, sagte Benbennek gönnerhaft. Lediglich einmal musste Rehdens Torwart Celio Rocha vor der Pause noch retten – gegen den frei durchgelaufenen Beismann (36.). Doch sein Gegenüber Alexander Meyer-Schade bekam ebenfalls nicht viel zu tun – bei einer Ecke von Artmann, die Neumann ins Zentrum des Strafraums verlängerte und dort zu sicherer Beute des TSV-Keepers wurde (43.).

Zur Pause reagierte Wnuck, brachte für Josip Tomic Taiki Hirooka im offensiven Mittelfeld und für Florian Stütz Boris Koweschnikow. Stütz hatte die Sechser-Position des am Samstag beim FC St. Pauli II verletzten Daniel Gunkel übernommen, konnte den blitzschnellen Havelser Angriffen aber nicht viel entgegensetzen. Doch an ihm allein lag es ebensowenig wie an Tomic. Denn „jeder Einzelne, einschließlich meiner Person, muss sich jetzt hinterfragen, ob er derzeit genug dafür tut, das Ruder herumzureißen“, wetterte Wnuck.

Allerdings: Im zweiten Durchgang zeigte seine Mannschaft mehr Gegenwehr. „Da waren wir phasenweise besser“, erkannte auch Wnuck an. Neumann hatte zwei gute Szenen vor dem Tor (47./59.), Außenspieler Kiala Kifuta kam zu mehr Flanken, Hirooka gab kaum einen Ball verloren – aber immer war am Ende noch ein Bein mit rotem Stutzen dazwischen. „Und dann“, erinnerte der BSV-Coach, „kann Havelse noch den einen oder anderen Konter setzen.“ So verpasste El-Helwe zweimal kurz hintereinander knapp (67./69.), ehe Artmann von halblinks (74.) und Koweschnikow aus der Distanz (88.) scheiterten. „Heute hat man eben den Unterschied zwischen einer selbstbewussten Mannschaft und meinem Team gesehen, das ein Stück weit verunsichert ist“, brachte es Wnuck auf den Punkt.

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