Kein Vorwurf an Schilling

Uzelac mit sich im Reinen: „Würde es so wieder machen“

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Predrag Uzelac braucht jetzt „Zeit, um alles zu verarbeiten“. Gestern erläuterte er die Umstände seines kurzfristigen Rücktritts als Trainer des BSV Rehden. 

Rehden - Von Cord Krüger. Zwei Tage nach dem großen Knall ging es Predrag Uzelac gestern „ein bisschen besser, aber nicht gut“. Der 47-Jährige, der am Sonntag kurz vor dem Regionalliga-Spiel des BSV Rehden gegen den VfL Wolfsburg II als Trainer beim BSV hingeworfen hatte, durchlebte „schwere Tage“.

Doch er stellte auch klar: „Ich würde alles genauso wieder machen. Ich bin mit mir im Reinen.“ Dieser drastische Schlussstrich nach einem Streit mit BSV-Boss Friedrich Schilling sei nötig gewesen.

Gleichwohl tut es ihm „unglaublich leid für die Mannschaft, dass ich sie in diesem Spiel nicht mehr leiten konnte. Ich kann allen nur für die wunderschöne Zeit danken, die ich in Rehden hatte: den Spielern, meinem Co-Trainer Jacek Burkhardt, den tollen Betreuern Volker Steinert und Alexander Diez, den Leuten drumherum und den Fans.“ Und ebenso Friedrich Schilling: „Was hier entstanden ist, ist sein Verdienst“, sagt er über den BSV-Vorsitzenden: „Ich bin weiter stolz auf die Mannschaft und sage, dass es meine Jungs sind, aber ohne ihn hätte ich sie nicht bekommen.“

Der BSV-Boss wiederum gab Dank und Bedauern postwendend zurück – und wiederholte seine Anerkennung vom Sonntag: „Predrag hat hier in den 14 Monaten hervorragende Arbeit geleistet. Es tut mir sehr leid um ihn. Ich habe bei unserem Streit etwas heftig reagiert und überreagiert.“

Die gegenseitigen Respektsbekundungen reichen jedoch nicht für einen Neuanfang. Zurück nach Rehden komme er nur noch als Zuschauer, versicherte Uzelac. Der Disput um einen plötzlich nicht mehr für den Regionalliga-Kader einsetzbaren Akteur aus der zweiten Mannschaft war nur der letzte Tropfen – danach „war das Maß voll. Der Streit war lautstark, von ihm und mir“, bestätigt Uzelac, ohne dies konkretisieren zu wollen. Allerdings betonte er: „Ich habe Friedrich keine Vorwürfe gemacht.“

Das Missverständnis nahm am Samstag seinen Lauf: Uzelac war nach dem Vormittagstraining gen Goslar gestartet, um die Partie von Liga-Konkurrent Goslarer SC gegen Hannover 96 II zu beobachten. Vor der Abfahrt hatte er darum gebeten, dafür zu sorgen, einen U 23-Akteur aus der Zweiten, die am Nachmittag in der Bezirksliga spielte, für den Kader der Ersten tags darauf abzustellen. „Wer das sein sollte, war mir egal.“ Diesen Satz versteht Schilling nicht: „Wenn es ihm egal war, hätte er doch Boris Koweschnikow aus seinem eigenen Team nehmen können – das ist doch genauso ein U 23-Mann, und wir haben ihn auf Predrags Initiative geholt.“ Stattdessen sollte Thomke Dießelberg aufrücken, in der Vorsaison schon öfter im Kader der Ersten. Doch für ihn hatte nun niemand das Regionalliga-Spielrecht ab dem Stichtag des 1. Juli beantragt. Davon unterrichtete Schilling den Trainer am Sonntag während dessen Fahrt nach Rehden.

Die Diskussion über die Gründe dieses Versäumnisses ließen das Telefonat eskalieren. Dabei ging es ihm weniger um die Person Dießelberg als ums Prinzip, erklärte Uzelac: „Es war ein weiteres dieser Details, die ich immer alle geklärt haben will. Denn auch Kleinigkeiten sind für den Erfolg wichtig.“ Utopische Forderungen seien es nie gewesen: „Als ich damals in Rehden zugesagt habe, wusste ich doch, dass die Spieler alle arbeiten und dies so bleibt. Ich wollte auch keine Profi-Bedingungen.“ Nur: Vor manchen Nachholspielen unter der Woche hätte er schon gern gewusst, wer früher Feierabend habe oder ob alle schon gegessen hätten. „Und ich habe mich im Namen der Mannschaft nach einer gemeinsamen Sitzung dafür eingesetzt, dass manche vor einem Mittwochabendspiel ein bisschen mehr Erholung bekommen. Das sind auch nur Menschen, keine Pferde.“

Trotz dieser Belastung gelang der Klassenerhalt, der Trainer verlängerte sein Engagement. Mit der Vorbereitung „war ich nicht so zufrieden, weil ich zum Einbau der neuen Spieler mehr Zeit brauchte, als ich gedacht hatte“, räumt Uzelac ein. Doch zum Pflichtspiel-Start „habe ich uns auf einem gutem Weg gesehen“. Nur die Reibereien mit Schilling häuften sich – vor allem in der für alle arbeitsreichen Phase vor dem DFB-Pokalspiel gegen Bayern. Der BSV-Macher gestand ein, „dass ich zuletzt schon ge nervt war.“ Nun zog Uzelac daraus die Konsequenzen. Die nun freie Zeit „brauche ich auch, um das alles zu verarbeiten.“ Ein Einstieg bei einem anderen Club „wäre jetzt noch viel zu früh“.

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