„Die Leichtigkeit ist den Jungs abhandengekommen“

Zu ungefährlich in der Box: Rehden fehlt der Wow-Effekt

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Rehdens Jordan Petrov (vorne links) riss gegen Drochtersen Kilometer um Kilometer ab. Als es drauf ankam, traf er aber die falschen Entscheidungen. Der 24-Jährige ließ zwei Möglichkeiten im Strafraum ungenutzt.

Rehden - Von Daniel Wiechert. Als sein Vertikalpass ins Toraus trudelte, winkte Yannis Becker entnervt ab. Seine stürmenden Mitspieler waren nicht im richtigen Moment durchgestartet. Wenig später fuchtelte Francky Sembolo wild mit den Armen in alle Himmelsrichtungen. Auch er mokierte sich während der 1:2-Niederlage gegen die SV Drochtersen/Assel über falsche Laufwege. Es ist offensichtlich: Beim Fußball-Regionalligisten BSV Rehden greift in der Offensive noch nicht ein Rad ins andere. „Die Leichtigkeit aus der Vorbereitung ist den Jungs abhandengekommen“, bekundet Trainer Benedetto Muzzicato.

Der 39-Jährige hatte nach der Heimniederlage vom Mittwochabend eine kurze Nacht, wie er gestern zugab: „Ich bin einfach mit vielem im Moment nicht einverstanden.“ Und er sei nun mal der Typ, der nach Spielen, egal ob erfolgreich oder nicht, schwer runterfahren kann: „Mein Berater sagt immer, dass ich mehr zu meiner Mitte finden muss.“

Einfach gesagt als getan. Gerade in Englischen Wochen wie diesen. Spiel folgt auf Spiel. Am Sonntag reisen die Schwarz-Weißen zum Lüneburger SK Hansa (Anstoß 15.00 Uhr). Bei der Mannschaft von Trainer Rainer Zobel (Ex-Bayern-Profi) läuft auch nicht alles rund. Lüneburg wartet noch immer auf seinen ersten Saisonsieg (ein Remis, zwei Niederlagen). Muzzicato lässt sich davon nicht blenden. „Es wird ein unangenehmes Spiel“, sagt der BSV-Coach und warnt vor „Mega-Stürmer“ Michael Kobert. Zwei von drei Lüneburger Toren hat der 22-Jährige erzielt.

Ängstigen müssen sich die Rehdener vor Kobert aber nicht. Das Team hat bewiesen, dass in der Defensive schon vieles zusammenpasst. Chancen aus dem Spiel heraus lässt der Tabellenzehnte kaum zu.

„Die Laufwerte sind bombastisch“

In der Offensive liegt der Hund begraben. Sein Team schaffe es derzeit nicht, „im richtigen Moment die richtige Entscheidung zu treffen“, weiß Muzzicato: „Wir müssen mutiger sein.“ Der Einsatz stimme ja. „Die Laufwerte sind bombastisch“, stellt der Trainer klar. So sei beispielsweise Josip Tomic gegen Drochtersen zwölf Kilometer gelaufen, Jordan Petrov kam auf mehr als elf. „Aber es fehlt komplett die Effektivität. Wir sind so was von ungefährlich in der gegnerischen Box“, seufzt Muzzicato. Dabei habe er genug Spieler in seinem Kader, „die finishen können. Wir finden sie derzeit nur nicht.“ Rehden sucht also weiterhin den Wow-Effekt.

Vielleicht füllt Tim Rieckhof am Sonntag die Lücke des Assistgebers. Gegen Drochtersen war der 24-Jährige der beste Rehdener, sorgte mit seiner Dynamik über den linken Flügel für Überzahlsituationen. Auch Rechtsverteidiger Shinji Yamada, Torhüter Rico Sygo oder Stratege Becker überzeugten in den bisherigen vier Liga-Spielen.

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