Rehdens neuer Torwart Milos Mandic

Der Experte

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Erst 1860 München, dann Borussia Dortmund, jetzt der FC Bayern: Rehdens neuer Torhüter Milos Mandic hat bereits einige Erfahrung im DFB-Pokal gesammelt. ·

Rehden - Von Arne Flügge. Es war der 22. Januar 2006, ein kalter Sonntag, Schmuddelwetter. Milos Mandic stand für seinen Heimatverein SV Lippstadt 08 zwischen den Pfosten. Doch an Frieren war nicht zu denken. Denn der Gegner entwickelte einen wahren Sturmlauf und schoss ihn heiß. Die Spieler, denen er sich entgegenwarf: Michael Ballack, Sebastian Deisler oder Roy Makaay.

Am Ende verlor Oberligist Lippstadt das Testspiel gegen den FC Bayern München mit 2:5 – und der damals 20-jährige Mandic hatte alles gegeben. Mit dabei beim Bundesligisten auch Philipp Lahm, 22 Jahre jung, Bastian Schweinsteiger, 21-jähriger Jungspund, und Claudio Pizarro (27).

Gut siebeneinhalb Jahre später steht Mandic, der neue Torwart von Fußball-Regionalligist BSV Rehden, erneut den großen Bayern gegenüber. Diesmal in einem Pflichtspiel, wenn der Triplesieger in der ersten DFB-Pokalrunde nach Rehden reist. „Das ist schon der Wahnsinn“, sagt der gebürtige Sauerländer.

Und er weiß, wie sich der DFB-Pokal anfühlt. Im vergangenen Jahr spielte Mandic mit Regionalligist FC Oberneuland vor 20 000 Zuschauern im Weserstadion gegen Borussia Dortmund (0:3). „Jetzt wird das mit den Bayern noch einmal getoppt. Ich bin zweimal vom Glück geküsst worden“, berichtet der Torwart und fügt demütig an: „Für so ein Spiel muss man einfach nur dankbar sein. Man braucht ohnehin ein Wunder.“

Und wie fühlt sich der DFB-Pokal an? „Einfach cool“, sagt Mandic, für den der Kracher gegen die Bayern bereits die dritte Teilnahme ist. 2010 spielte er mit dem SC Verl gegen 1860 München (1:2). „Das ist eine ganz andere Atmosphäre als im normalen Punktspielbetrieb, einfach super“, spricht der Keeper von Gänsehautgefühlen: „Die vielen Zuschauer, überall Kameras, und dann noch die ganzen Stars, denen du gegenüberstehst.“

Doch in Ehrfurcht erstarrt der Pokal-Experte deswegen nicht. Auch nicht, wenn es gegen die derzeit wohl beste Mannschaft der Welt geht. Und daher wird er sich wie damals gegen Ballack und Co. auch diesmal Ribery, Robben oder Mandzukic entgegenstürzen, wenn Gefahr im Verzug ist. Das stehe für ihn außer Frage erklärt Mandic, für den es wichtig ist, gleich hellwach zu sein. „Bayern spielt ein unglaubliches Tempo, ist unheimlich zielstrebig. Wenn die einen Angriff starten, musst du als Torwart wissen: Ups, da kommt gleich was!“

Natürlich kann sich auch Rehdens neuer Keeper von einer gewissen Nervosität vor dem Spiel nicht freisprechen. „Na klar bist du nachts vorher etwas aufgeregter als sonst und sagst dir: Morgen kommt der Triplesieger. Doch sobald der Anpfiff ertönt ist, konzentriert man sich auf das Spiel, genießt diesen Augenblick und versucht, das Beste draus zu machen“, erzählt Mandic.

Besonders vorbereiten wird sich der Torhüter auf den Pokalknüller nicht. „Ich mache alles so wie sonst“, sagt er. Und daher wird er den Platz und auch den Strafraum wieder zuerst mit dem rechten Fuß betreten. Mandic: „Jeder hat so seine Marotten . . .“

Der Wechsel nach Rehden beginnt für den Torwart also mit einem Highlight. Doch Mandic hatte bereits vor der Pokalauslosung seine Zusage gegeben. Nach dem Kollaps beim FC Oberneuland zum Saisonende, „bin ich froh, so schnell wieder einen Verein gefunden zu haben“, sagt der gelernte Versicherungskaufmann, der derzeit ein Fernstudium zum Fachwirt absolviert. Es seien gute Gespräche mit Vereinsboss Friedrich Schilling und Trainer Predrag Uzelac gewesen. Und: Mandic kann in Bremen wohnen bleiben und zu Training und Spiel eine Fahrgemeinschaft mit Dominic Krogemann und Kevin Artmann bilden. Auch sie haben sich dem BSV Rehden angeschlossen und im vergangenen Jahr gegen Dortmund bereits die große DFB-Pokal-Luft geschnuppert.

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