Nur Artmann abgezockt genug – 1:3 bei St. Pauli II / „Müssen höllisch aufpassen“

Zur Torschuss-Panik mischt sich nun erste Abstiegsangst

+
Da stehen Taiki Hirooka die Haare zu Berge: Schön in Szene gesetzt, gut durch die Schnittstellen gesprintet, legt Rehdens Japaner den Ball an St. Paulis Torwart Christian Schau vorbei – doch die Kugel segelt knapp neben den Kasten. ·

Rehden - Aus Hamburg berichtet Cord Krüger · Coach oder Couch – wer kann die Verkrampfung an Rehdens vorderster Front lösen? Ganz offensichtlich hat Torschuss-Panik die Regionalliga-Kicker des BSV nach der Winterpause befallen.

Kevin Artmann mal ausgenommen – der Kapitän sorgte nämlich allein für zwei der nur vier Treffer in den letzten vier Wochen, erzielte am Samstag beim FC St. Pauli II per Sahne-Schnibbel-Freistoß aus 20 Metern neben dem rechten Pfosten auch das zwischenzeitliche 1:1. Doch weil es am Ende 3:1 (0:0) für die Zweitliga-Reserve stand, mischt sich zur Panik vor dem Abschluss oder letztem Pass nun auch Ratlosigkeit bei Stürmer Alexander Neumann – und Abstiegsangst bei BSV-Trainer Björn Wnuck.

„Wir müssen höllisch aufpassen, dass wir da unten jetzt nicht noch weiter reinrutschen“, mahnte Wnuck noch auf dem Platz des Stadions „Hoheluft“: Neumann, der nach drei Spielen Pause sein Comeback in der Spitze gab, sah das noch nicht so dramatisch: „Wir müssen einfach nur unsere Leistung auf dem Platz bringen – da nehme ich mich selbst nicht raus. Ich hatte nur eine Chance“, geißelte sich der 24-Jährige, „aber wenigstens die muss ich nutzen.“

Warum er diesen Zuckerpass von Artmann nicht zum frühen 1:0 veredelte, sondern Torwart Christian Schau doch noch mit den Fingerspitzen dran war (26), beschäftigte Neumann aber weniger als das tiefgreifendere Problem: „Wir trainieren gut, sind immer gut auf den Gegner eingestellt, sind läuferisch gut – aber dann reicht es doch nicht.“

Na ja, teilweise schon. Die erste Hälfte dieses überaus temporeichen Spiels am Samstag jedenfalls hatte Rehden mehr überzeugt als St. Pauli II, dessen Coach Thomas Meggle dementsprechend „nicht zufrieden war“: „Das Zweikampfverhalten hat mich nicht überzeugt – und wenn wir in der 40. Minute mal eine gute Möglichkeit haben, darf Rehden nicht schon fünf Sekunden später wieder vor unserem Tor sein!“

Das Läuferische stimmte also bei den Gästen, wie auch Innenverteidiger Michael Wessel fand: „Es ging munter rauf und runter, aber wir haben das in der ersten Halbzeit ganz gut gemacht.“ Stimmt. Dominik Krogemann etwa war viel unterwegs und vertrat den gelbgesperrten Rechtsverteidiger Viktor Pekrul ebenso gut wie der eine Station nach vorn beorderte Christian Hegerfeld auf der Linksaußenposition des verletzten Danny Arend. Florian Stütz rückte auf Hegerfelds Linksverteidiger-Posten in die Startelf. „Und vorn hatten wir die Chancen“, erinnerte Wessel.

Doch die nutzten seine Vorderleute eben nicht. Weder Kiala Kifuta (mit einem von St. Paulis Linksverteidiger Felix Drinkuth abgeblockten Schuss/10.) noch Artmann (gehalten von Schau/14.) oder Marius Winkelmann (knapp vorbei/25.) belohnten sich. Danach kamen die Platzherren vor 102 Zuschauern auf, weil „wir ab da nicht mehr mit voller Überzeugung gespielt haben“, monierte Wnuck.

So nahm das Rehdener Unheil seinen Lauf: Andrej Startsev passte von rechts flach nach innen, Erdogan Pini traf zum 1:0 (57.). Artmann gelang nach Foul an Kifuta fast von der Torlinie aus eingangs geschildertes Geschoss aus spitzem Winkel zum 1:1 (65.), doch mitten in Rehdens Schlussoffensive konterte St. Pauli durch die Mitte, und Pini legte auf Fabian Graudenz zum 2:1 ab (80.). „Mit einem Punkt wäre ich zufrieden gewesen. Da dürfen wir nie und nimmer beim 1:1 so das Zentrum entblößen“, ereiferte sich Wnuck über die Deckungslücken. Graudenz' zweiten Streich in der Nachspielzeit nach Solo entlang der Torlinie durch die halbe BSV-Abwehr störte den Trainer da nur noch am Rande. Es war auch so eine „unnötige Niederlage“, wie der 29-Jährige fand. „Aber unser Sieg war nicht unverdient“, stellte Meggle klar. Mit Blick auf die engagiertere zweite Halbzeit seines Teams hat er da Recht.

Das könnte Sie auch interessieren

Citroën C3 Aircross im Test: Aufbruch ins Abenteuerland

Citroën C3 Aircross im Test: Aufbruch ins Abenteuerland

Von Braeburn bis Boskoop: Kochen und Backen mit Äpfeln

Von Braeburn bis Boskoop: Kochen und Backen mit Äpfeln

Reis ist eine Delikatesse für sich

Reis ist eine Delikatesse für sich

Sieg auf Zypern verpasst - BVB droht Aus in der Königsklasse

Sieg auf Zypern verpasst - BVB droht Aus in der Königsklasse

Meistgelesene Artikel

BSV-Abwehrchef Wessel gegen die Jung-Wölfe rechtzeitig zurück

BSV-Abwehrchef Wessel gegen die Jung-Wölfe rechtzeitig zurück

Bittere Pillen für Rehden

Bittere Pillen für Rehden

Kommentare