Torjäger Gerdes-Wurpts heiß auf Rehden

„Ich weiß noch, wo die Bude steht“

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Voll fokussiert auf Rehden: Stürmer Andreas Gerdes-Wurpts (rechts, im Trainingsspiel gegen Kresimir Matovina) freut sich auf ein weiteres Regionalliga-Jahr.

Rehden - Fast jeden Satz beendet Andreas Gerdes-Wurpts mit einem Lachen. Seine 35 Lenze hört dem neuen Stürmer des BSV Rehden niemand an. „Ich habe tierisch Bock auf noch ein Jahr in der vierten Liga – und auf Rehden überhaupt“, sprudelt es aus dem hünenhaften Torjäger heraus, der jetzt in seine siebte Regionalliga-Saison geht. Vielleicht braucht man diese Einstellung mit einem Mix aus Neugier, Gier und Spaß, um so stark durch eineinhalb Jahrzehnte Leistungsfußball zu marschieren – mit 39 Toren in 114 Regionalliga-Einsätzen und 92 Treffern in 172 Oberliga-Partien. Die vergangenen zwei Jahre knipste er für den BV Cloppenburg – 26 Mal in 56 Regionalliga-Spielen. „Ich weiß also noch, wo die Bude steht“, meint Gerdes-Wurpts – und grinst.

Nachdenklicher wird da der Blick bei der Frage nach Rückschlägen. „Verletzt war ich ja nie – irgendwann mal kurz an der Leiste. Aber wann, weiß ich nicht mehr. Das ist lange her.“

Gerdes-Wurpts hat mehrere Rezepte gegen Ausfälle. Erstens: Disziplin. „Ich trainiere viel für mich und achte gezielter auf meine Ernährung.“ Zweitens: Härte gegen sich selbst. „Ich hatte immer ein schlechtes Gewissen, wenn ich nicht helfen konnte. Wenn ich fit bin, mich der Trainer aber trotzdem auf die Bank setzt, akzeptiere ich das. Aber ich selbst sage ungern, dass es nicht geht.“ Drittens: Härte gegen andere. „Bei Zweikämpfen ziehe ich lieber voll durch. Wenn man halbherzig irgendwo reingeht, kann mehr passieren.“

In der abgelaufenen Serie hätte er jedoch lieber mal zurückstecken sollen, als er mit Cloppenburg gegen seinen Ex-Club SV Meppen mit drei Emsländern zusammenrasselte und sich den Kiefer brach. „Auch ein Zahn war nach hinten gerutscht, aber nach zwei Spielen war ich wieder da“, erinnert sich der Angreifer.

Jetzt ist das Kapitel Cloppenburg abgeschlossen – ganz nach Plan. „Friedrich Schilling hatte schon vor einem Jahr angefragt“, sagt Gerdes-Wurpts über das damalige Angebot des Rehdener Vorsitzenden, „aber da hatte ich noch ein Jahr Vertrag beim BVC. Und ich laufe nicht vorzeitig weg.“

Nun aber war Gerdes-Wurpts frei und suchte nach neuen Herausforderungen. Auch der Brinkumer SV hatte um ihn geworben, „aber der Reiz, es nochmal eine Klasse höher als in der Bremen-Liga zu packen, war größer. Und runter geht es irgendwann von allein.“ Der gelernte Fluggerätemechaniker muss es wissen – schließlich hielt er den Großteil seiner achtjährigen Bundeswehrzeit die betagten Phantom-Jets auf dem Fliegerhorst Wittmund am Leben.

Die Zeit in Uniform ist vorbei, die im Dress der Bundeswehr-Nationalmannschaft noch nicht. Früher standen dort mit ihm Philipp Lahm, Marcel Risse und Jermaine Jones auf dem Platz. „Seit dem Wegfall der Wehrpflicht ist das anders, weil die Bundesliga-Stars nicht mehr zum Bund müssen.“ Stabsunteroffizier Gerdes-Wurpts tritt hingegen weiter zu Trainingslagern und Turnieren an. Dafür flattert dem Bremer dann eine Einberufung zur Reserveübung ins Haus. „Sie sagen, dass ich dabei bin, so lange ich noch laufen kann.“ Gerdes-Wurpts hat nichts dagegen: „Das waren geile Erlebnisse – vor allem die Europa- oder die Militär-Weltmeisterschaften in Brasilien und Indien“, lächelt der 35-Jährige versonnen.

Für Juli ist das nächste Spiel mit dem Bundeswehr-Team vorgesehen – in Faßberg gegen Regionalligist Lüneburger SK. „Aber das sage ich ab. Rehden ist wichtiger.“ Und den LSK bekommt er in der Saison ja noch zwei Mal zu Gesicht – als Gegner des BSV.

ck

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