Lob für Top-Comeback als Innenverteidiger

Der „Alles-Arend“ kann auch Abwehr

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Auch in der Abwehr stark: Danny Arend.

Braunschweig - Er wusste nicht mehr, wann er das letzte Mal als Innenverteidiger gespielt hatte. „Das muss irgendwann in der A-Jugend gewesen sein – bestimmt schon vor zehn Jahren“, rätselte Danny Arend.

„Also wurde es mal wieder Zeit“, flachste der Dauerläufer, den die Fans des BSV Rehden seit zweieinhalb Jahren meist als Außenspieler, aber auch als Stoßstürmer, Zehner oder Abräumer vor der Abwehr kennen – nur eben nicht im Zentrum der Viererkette. Doch am Samstag nach dem 1:0-Sieg bei Aufsteiger FT Braunschweig hatten einige Zuschauer den Eindruck, als ob der Mann mit der Rückennummer 11 sonst nie etwas anderes tut. Arend hatte unzählige Kopfballduelle gewonnen, war griffig in die Zweikämpfe gegangen und hatte mit seiner Schnelligkeit viel fürs Spiel nach vorn getan. Danach berichtete er: „Jetzt habe ich für Rehden schon überall gespielt – nur nicht im Tor!“

„Überragend“, fand das sein Trainer Andreas Petersen: „Danny war unser Turm in der Schlacht – und das, obwohl er fast vier Monate weg vom Fenster war!“

Ganz genau waren es drei Monate und eine Woche nach seinem Sehnenriss im linken Fuß – eine lange Zeit, in der sich Rehdens Rackerer mit ungezählten Sonderschichten ins Regionalliga-Team zurückkämpfte. „Als ich diesen komischen Spezialschuh hatte, bin ich viel Fahrrad gefahren“, erinnerte er sich angewidert an diese Art Skistiefel – ein Bremsklotz. „Als ich den los war, habe ich viel im Fitnessstudio gearbeitet – und wenn es anfangs auch nur an der Oberkörper-Muskulatur war. Und jetzt habe ich von unserem Mannschaftsarzt Dr. Andreas Schlüsche das Okay bekommen.“ Arends Fleiß außerhalb der ärztlich verordneten Maßnahmen zahlte sich aus: Nach nur drei Einheiten mit der Mannschaft spielte der 27-Jährige durch – die Null stand, der erste Sieg im Sack – alles perfekt. „Ich war einfach sehr, sehr glücklich, dass ich wieder ran durfte“, strahlte der „Alles-Arend“. Dass Petersen ihn mit der Innenverteidiger-Rolle betraute, störte den Rückkehrer „deshalb natürlich überhaupt nicht“. Teamkollege Marius Winkelmann mutmaßte frotzelnd, warum er diese Rolle bekam: „Da hinten muss man ja nicht ganz so viel laufen…“

Doch für schonendes Heranführen ist diese Position zu wichtig, stellte Petersen klar: „Uns sind die Innenverteidiger ausgegangen“, verdeutlichte der Coach mit Blick auf die verletzten Stefan Heyken und Jeffrey Obst sowie den gesperrten Andor Bolyki. Dann sah er „den Danny“ erstmals im Mannschaftstraining – und ahnte, dass er Ersatz gefunden hatte. Der Plan ging auf, „auch wenn wir uns in der ersten Halbzeit etwas schwer im Spielaufbau getan haben“, haderte Arend mit seinem Start. Trotzdem: Das Innenverteidiger-Problem bereitet seinem Trainer Andreas Petersen jetzt keine schlaflosen Nächte mehr. Und als Aushilfe hinten hat sich der Dauerläufer eh schon immer bewährt – egal, von welcher Position aus.

ck

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