Suljevic entscheidet Geduldsspiel

Rehden besiegt Altona durch späte Tore mit 2:0 und klettert auf Platz sechs

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Sehr fleißig: Rehdens Bocar Djumo (links) ackerte vorn wie hinten, holte sich Bälle aus der eigenen Abwehr ab und bereitete beide Tore vor. Hier verhindert Altonas Eudel Monteiro per Schubser, das Djumo eine Flanke erreicht.

Rehden - Ihm blieb sogar Zeit, die Kugel anzunehmen und die rechte untere Ecke anzuvisieren. Dann schoss Alen Suljevic aus 22 Metern einfach mal drauf – und der Ball schlug tatsächlich ein! „Genau da sollte er auch hin“, verriet der Nachwuchsstürmer des BSV Rehden gelassen.

Genauso cool war er nach seinem ersten Saisontor am Samstag wie angewurzelt stehen geblieben und hatte grinsend die Arme so weit ausgebreitet, als ob er möglichst viel vom Dauer-Nieselregen einfangen wollte. Suljevic hatte damit das Regionalliga-Heimspiel des BSV Rehden entschieden, es blieb beim 2:0 (0:0) gegen den zuletzt starken Aufsteiger Altona 93, der in den vorigen drei Partien dreimal gepunktet hatte – unter anderem mit einem Sieg gegen den VfL Wolfsburg und dem 1:1 gegen Weiche Flensburg.

Rehden wiederum ist nun nach 14 Spieltagen Tabellensechster mit 22 Zählern – doch dessen Trainer Heiner Backhaus mahnte weiter zur Bescheidenheit: „Das sagt noch gar nichts aus. Ja, wir haben das Spiel kontrolliert, aber Altona hätte hier führen können“, mahnte er in Erinnerung an die Paraden seines Torwarts Nick Borgman: Erst rettete er allein gegen Erdogan Pini (10.), dann fuhr er beim Schuss von Marcel Lück aus vier Metern noch reflexstark den rechten Fuß aus und klärte bärenstark (13.). „Wenn man solche Chancen hier in Rehden liegen lässt, verliert man – dafür ist diese Mannschaft viel zu stark“, adelte Altonas Trainer Berkan Algan den Gegner.

Bis es aber so weit war, sahen die 350 Zuschauer in den Waldsportstätten nicht immer feinste Fußballkost. „Wir sind nicht gut ins Spiel gekommen“, urteilte Backhaus. Erst knapp zur Hälfte der ersten Halbzeit gab Dino Bajric den ersten BSV-Schuss aufs Tor ab (sichere Beute von Altonas Keeper Tobias Grubba/21.). „In den ersten 30 Minuten hatten wir alles im Griff, danach hat man gesehen, über welch starke Einzelspieler Rehden verfügt“, meinte Algan. So zielte Addy-Waku Menga nach Rechtspass von Shamsu Mansaray knapp vorbei (30.), ein Kopfball des ungemein laufstarken Bocar Djumo verfehlte ebenfalls nur um Zentimeter das Ziel (34.), und Denis Weidlich köpfte ans Außennetz (36.).

Kurz nach Wiederanpfiff hatten die Gastgeber Glück, als Jakob Lewald sich in einen Schuss von Marco Schultz warf (46.). Rehden antwortete darauf mit einem Klasse-Solo von Djumo, der sich gegen zwei Hamburger durchsetzte, aber aus kurzer Distanz an Grubba scheiterte (53.). Auf der anderen Seite rauschte ein Pini-Kopfball haarscharf am langen Eck vorbei (57.). Backhaus reagierte, brachte Suljevic als frischen Angreifer – und der leitete das 1:0 ein: Djumo hatte im Mittelfeld den Ball erobert, mit Suljevic Doppelpass gespielt und geschossen. 

Menga kam noch dazwischen und lenkte den Ball entscheidend zum 1:0 ab (74.). „Das war komisch, irgendwie bin ich noch mit dem Knie rangekommen“, schilderte der Kapitän nach dem „wichigen Sieg“, der nach Suljevics Maßarbeit dank der Ablage von Djumo endgültig fest stand. „Es war heute nicht einfach gegen Altonas Fünferkette, aber ich habe den Jungs gesagt, sie sollen nicht ungeduldig werden“, berichtete Backhaus. Doch sie blieben beharrlich – und knackten schließlich den Riegel.

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