Kurzfristiger Ausfall

Rehden und Hildesheim: Statt Abstiegskrimi Gemeinschaftstraining

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Fünf gegen zwei statt Kellerduell: Nach dem kurzfristigen Ausfall trainierten die Rehdener Regionalliga-Fußballer (vorn, mit Addy-Waku Menga in der Mitte) am Samstag auf einem Platz mit ihren bereits angereisten Hildesheimer Konkurrenten (hinten, in roter Kleidung). Vorn links im Schatten deutet der vereiste Teil des Rasens an, warum Schiedsrichter Mario Birnstiel nicht anpfiff.

Rehden - Von Cord Krüger. Eine Stunde vor dem Anpfiff traf Mario Birnstiel eine Entscheidung – das letzte Wort in einer langen Diskussion. Der für das Regionalliga-Duell zwischen dem BSV Rehden und dem VfV Borussia 06 Hildesheim angesetzte Schiedsrichter erklärte am Samstag kurz vor 13.00 Uhr den Rasen im Stadion der Rehdener Waldsportstätten für unbespielbar.

Nur fünf Stunden zuvor hatte eine neutrale Platzkommission noch grünes Licht für den Abstiegskrimi gegeben. Klar, dass sich einige Fans verschaukelt fühlten und frustriert abzogen. Birnstiels Entschluss war mutig, alles andere als populär – aber vertretbar, wie von beiden Clubs zu hören war.

„Es ist schon verständlich“, urteilte BSV-Trainer Benedetto Muzzicato: „Wir hätten natürlich gern gespielt, weil wir gerade einen kleinen Lauf haben“, verdeutlichte der A-Lizenz-Inhaber mit Blick auf die vier Punkte seines Tabellen-15. aus den jüngsten zwei Spielen. Nun sollten die nächsten drei Zähler gegen das Schlusslicht folgen. „Aber die Fläche vor der Haupttribüne ist total vereist“, gestand Muzzicato.

Verletzungsgefahr zu groß

Dem stimmte auch Friedrich Schilling zu, der die Verletzungsgefahr für die Spieler gar nicht wegdiskutieren wollte. Er hatte noch um 8 Uhr die Platzkommission – an der Spitze mit Bernd Brüggemann vom Fußball-Bezirk Hannover – begleitet. Abschließendes Urteil des einstigen Landesliga-Schiris vom TuS St. Hülfe-Heede: „Es war grenzwertig, aber noch gut möglich, dort anzupfeifen.“ 

So weit zum ordnungsgemäß protokollierten Stand vom Morgen, Brüggemann schoss zudem noch Fotos vom bis dato anscheinend noch akzeptablen Untergrund. „Danach hat sich die Situation aber deutlich verschlechtert“, berichtete Schilling von weiteren Stunden mit Frost und eisigem Wind. Also kontaktierte der BSV-Boss Schiri Mario Birnstiel. 

„Ich habe ihn gebeten, möglichst etwas rechtzeitiger anzureisen, falls er bei seiner Platzabnahme anderer Meinung sein sollte als wir.“ Das war der Mann vom TSV Brunsbrock dann auch – ebenso wie der als weiterer Berater hinzugezogene Bundesliga-Schiri Sven Jablonski, der Birnstiel in dieser Partie beobachten und benoten sollte. Vor allem der steinharte Bereich im Schatten des Tribünendachs bereitete den Referees Sorgen – der Rest des Platzes war hingegen gut in Schuss.

Nun ergaben sich kuriose Szenen: Von dannen trottende Anhänger kreuzten mit ankommenden Zuschauern den Weg. Beide Teams kamen gerade aus den Kabinen. Doch die BSV- und VfV-Kicker gingen nicht ins Stadion, sondern zum D-Platz, wo sie sich je eine Hälfte für eine kurze Einheit teilten. 

„Hildesheims Trainer Jörg Goslar hatte zwar ein Trainingsspielchen vorgeschlagen, aber das wollten wir nicht“, verdeutlichte Muzzicato, dass dies angesichts des ausgefallenen „echten“ Duells wohl unangebracht gewesen wäre.

Schilling: „Nächstes Mal sagen wir sofort ab“

Ohnehin ließ das Geläuf nicht mehr als einige Fünf-gegen-zwei-Gruppen und ähnliche Übungen auf kleinerem Raum zu. „Um heute aber wenigstens noch ein bisschen Spannung zu haben, gibt es später noch einen Torschuss-Wettbewerb zwischen uns“, kündigte Muzzicato an. „Und danach gehen wir ins Vereinsheim zum Essen.“

Dort gab’s noch genug am Büfett, denn der VIP-Raum hatte verständlicherweise schon mehr Gäste gesehen. Doch einige Grüppchen ließen sich den Nachmittag nicht verderben und blieben bei guter Laune.

Auch BSV-Chef Schilling wirkte gefasst, wenngleich ihm die vergebliche Anreise der Hildesheimer unangenehm war. Dies solle sich nicht wiederholen: „Nächstes Mal sagen wir bei der kleinsten Unsicherheit sofort ab. Früher haben wir doch noch auf viel härteren und eisigeren Plätzen gespielt. Heute scheint das nicht mehr möglich zu sein.“

Daher räumte er dem für Mittwoch angesetzten Nachholspiel ab 19.00 Uhr in den Waldsportstätten gegen Eintracht Norderstedt bereits am Samstag kaum Chancen ein: „In den nächsten Nächten soll es noch kälter werden, also werden wir uns früh festlegen.“

Schon jetzt festgelegt haben sich die Rehdener und Hildesheimer auf den Termin ihres Wiedersehens: Das Nachholspiel soll am Ostermontag, 2. April, steigen. Der für dieses Datum angesetzte Heim-Auftritt gegen den VfB Lübeck (seit November bereits mehrfach angesetzt und ebenso oft ausgefallen) geht nun am Mittwoch, 11. April, ab 19 Uhr über die Bühne. Wenn das Wetter bis dahin mitspielt. . .

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