Dennoch verteilt Rehdens Trainer Golombek vor Duell beim HSC Hannover keine Freibriefe

Starke Stellvertreter rechtfertigen Vertrauen

Gute Eigenwerbung: Auch gegen Hildesheim überzeugte der erst 19-jährige Serkan Temin im Abwehrzentrum des BSV Rehden. Es war bereits sein fünftes Regionalliga-Spiel, das vierte davon über die vollen 90 Minuten.
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Gute Eigenwerbung: Auch gegen Hildesheim überzeugte der erst 19-jährige Serkan Temin im Abwehrzentrum des BSV Rehden. Es war bereits sein fünftes Regionalliga-Spiel, das vierte davon über die vollen 90 Minuten.

Rehden – Marco Kaffenberger sollte Recht behalten. „Unser Kader ist stark genug, da muss ich hier heute nichts riskieren“, urteilte der etatmäßige Rechtsverteidiger des BSV Rehden am Mittwochabend vor dem Regionalliga-Heimspiel gegen den VfV 06 Hildesheim. Tatsächlich sah der aktuell an Leistenbeschwerden laborierende „Kaffe“ von der Tribüne, dass sein Vertreter Robert Obst groß aufzog – und zum 1:0 aus 25 Metern abzog. „Eigentlich ist ja der rechte Fuß mein stärkerer, aber dass es mit links auch funktioniert – umso schöner“, freute sich Obst über seinen Schuss in den Winkel nach elf Minuten. Dass er nach der Pause auch noch mit einer Rechtshereingabe von der Grundlinie den 2:0-Endstand durch Bocar Djumo vorbereitete, lieferte ein weiteres Argument für BSV-Trainer Andreas Golombek, am Sonntag ab 15.00 Uhr für den nächsten Liga-Auftritt beim HSC Hannover an der Besetzung auf dieser Position festzuhalten. „Bei uns darf sich aber keiner sicher sein“, mahnt der Fußballlehrer: „Als klar war, dass wir wegen Marcos Ausfall einen aus der Abwehrmitte rausnehmen mussten, hat uns Robert im Training überzeugt – und das in den letzten beiden Spielen bestätigt.“ Andererseits stellt Golombek klar, dass er nicht automatisch an derselben Startelf festhält. Einerseits, weil es sich mit Hannover wieder um einen ganz anderen Gegner handele, andererseits, um die Belastung zu steuern: „Wir haben jetzt am Sonntag ein Spiel, dann wieder am Mittwoch“, erinnert er an den Niedersachsenpokal-Auftakt am 14. Oktober um 19.30 Uhr gegen Liga-Konkurrent SV Drochtersen-Assel aus der Nord-Staffel. Weiter geht es dann schon am Samstag darauf gegen Oberneuland und am Mittwoch, 21. Oktober, in Wolfsburg.

Somit erscheint nachvollziehbar, dass Kaffenberger nicht ins Risiko gehen will und am Sonntag noch aussetzen dürfte. „Ich habe keinen Bock, jetzt zu zocken, zu früh anzufangen und vielleicht nur 80 Prozent bringen zu können. Das würde mich ärgern, denn ich weiß, was ich normalerweise kann.“

Andererseits hätte Obst, zu Saisonbeginn als Innenverteidiger aus Polens zweiter Liga geholt, ebenfalls nichts dagegen, weiter rechts zu verteidigen: „Normalerweise bin ich ja zentral in der Abwehr. Aber früher, als ich noch jünger, besser und schneller war, habe ich im rechten Mittelfeld gespielt“, erzählt er grinsend. Doch „Hauptsache, es geht so weiter für uns, denn wir brauchen die Punkte.“

Sorge ums Abwehrzentrum muss sich weder er noch Golombek machen, denn auf dem Posten neben Pierre Becken legte der erst 19-jährige Serkan Temin mal wieder eine überzeugende Leistung hin: abgeklärt im Ablaufen und in den Zweikämpfen, starke Übersicht, gutes Aufbauspiel – und notfalls ein robuster und kompromissloser Retter im Eins gegen Eins. „Serkan war in der Vorbereitung noch ein bisschen nervös, aber er lernt extrem schnell“, lobt Golombek den Youngster: „Jetzt kommen seine Super-Technik und sein gutes Auge erst richtig zum Tragen.“

In der Offensive steht hinter dem Einsatz von Emre Yesilova ein dickes Fragezeichen. Dem Außenspieler machen nach wie vor Knieprobleme zu schaffen, gestern wollte er sich eine Spritze gegen die Entzündung im rechten Gelenk geben lassen. „Danach muss ich abwarten, ob es bis zum Sonntag reicht“, verdeutlichte der 26-Jährige.

„Ein bis zwei Tage bleiben ihm nach der Spritze ja noch Zeit, danach werden wir sehen“, sagt sein Coach. Weiter in der „Abteilung Attacke“ ist da schon Jaroslaw Lindner, der seine muskulären Probleme überwunden hat und am Mittwoch gegen Hildesheim bereits auf der Bank saß.

Wer auch immer beim HSC aufläuft, den warnt Golombek vor dem Tabellenvorletzten: „Wenn wir meinen, wir fahren da mal eben so hin, dann erleben wir dieselbe böse Überraschung wie im Pokalfinale gegen Havelse.“ Eine große Gefahr des HSC ergebe sich auch aus „der Situation, dass er am Mittwoch seinen ersten Sieg eingefahren hat“, ahnt der 52-Jährige, was das 2:0 über Delmenhorst für Euphorie freigesetzt hat.  

Von Cord Krüger

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