Bundesliga-Leihgabe trifft doppelt und darf sich sogar Eigentor leisten

Starke Rehdener von Sobiech gnadenlos bestraft – 1:2

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Taiki Hirooka (am Ball) hatte es hier gegen Hannovers Fabian Pietler (l.), Philipp Blume (hinter ihm), Robert Herrmann (Nr. 18) und Niklas Teichgräber (hinten r.) schwer, durchzukommen. Doch der Japaner zeigte einige gute Aktionen über außen. ·

Aus Hannover berichtet Cord Krüger.Dieses Spiel hätte der BSV Rehden nie verlieren dürfen! Weil der Fußball-Regionalligist aber gestern im Ricklinger Beekestadion vorm Tor teils zu schusselig mit seinen Chancen umging und auf der anderen Seite für Hannover 96 II Artur Sobiech aus dem Bundesliga-Kader gnadenlos effektiv aushalf, verlor die Mannschaft von Trainer Björn Wnuck mit 1:2 (0:0).

Und das, „obwohl wir über 90 Minuten die bessere Mannschaft waren“, ärgerte sich Rehdens Innenverteidiger Stefan Heyken, der zwischen Sobiechs beiden „richtigen“ Treffern „König Arturs“ Eigentor erzwungen hatte.

Mindestens ebenso bitter: der Ausfall von Torwart Milos Mandic, der zur Pause mit einer Knieverletzung in der Kabine bleiben musste. „Der hat in der ersten Halbzeit einige gehalten“, schnalzte selbst 96-Legende Dieter Schatzschneider auf der Tribüne mit der Zunge. Doch an „Milos“ Vertreter Tim Becker lag es nicht, dass der BSV leer ausging. „Wir haben uns gute Chancen erarbeitet, aber vor dem Tor die falschen Entscheidungen getroffen“, nannte Heyken den wahren Grund. Auch Wnuck hatte dieses einzige Manko seiner Mannschaft ausgemacht: „Wir sind schön hinter Hannovers Abwehr gekommen, in letzter Konsequenz haben wir den Ball aber nicht sauber zu Ende gespielt.“

So hatte sich Josip Tomic, nach seiner dürftigen Vorstellung in Wolfsburg zurück in Rehdens Startelf, zweimal schön durchgesetzt, suchte aber jeweils selbst den Abschluss und nicht die mit aufgerückten Kollegen. Beim ersten Mal traf er das Außennetz (9.), beim zweiten Mal zielte er knapp vorbei (26.). Und Marius Winkelmann, gestern mit den meisten Ballkontakten, Balleroberungen und starken Szenen im Mittelfeld, schoss in Minute zwölf nach feinem Pass des überaus zweikampfstarken Michael Wessel ins Tor – aber aus dem Abseits. Und wäre Daniel Gunkels Schuss platzierter gewesen, hätte 96-Schlussmann Tom Schmidt keine Gelegenheit zum rettenden Nachfassen gehabt (13.). Wieder Winkelmann köpfte nach guter Linksflanke von Christian Hegerfeld wuchtig – und Schmidt parierte super (33.). Anschließend nahmen die unschönen Aktionen Überhand. Erst foulte Niklas Teichgräber Viktor Pekrul im Strafraum, doch Rehden bekam keinen Elfmeter (35.). Kurz darauf streckte abermals Teichgräber Tomic in Kung-Fu-Manier nieder und bekam als Belohnung sogar noch einen Freistoß – schwer zu verdauen für die Gäste. „Mit einigen Entscheidungen der Referees war ich heute nicht einverstanden“, sagte Wnuck, wollte das aber nicht als Ausrede gelten lassen: „Wir hätten auch so mit 2:0 in die Halbzeit gehen müssen.“ Mindestens mit 1:0, doch Francis Banecki zögerte im Strafraum-Zentrum zu lange (45.).

Von Hannover hingegen kam zu wenig – außer reichlich Ballverlusten und Laufwegen, die merkwürdig oft ins Leere führten. Mandic hielt ein paar Distanzschüsse und fischte bei zwei Ecken und einigen Flanken die Bälle sicher ab. Bei der dicksten Möglichkeit der Platzherren zeigte „Milo“ einen starken Reflex gegen Roman Prokoph, Sobiechs Nachschuss köpfte Wessel von der Linie (19.).

Im zweiten Durchgang bekamen die „Roten“ Oberwasser, während „wir nicht mehr so sauber gespielt haben“, urteilte Wnuck. Ersatzkeeper Becker musste gleich richtig ran und rettete gut (51./53.), doch beim 0:1 war er machtlos: Einen Freistoß aus 17 Metern drosch Sobiech flach ins linke untere Eck (64.). Rehden reagierte kaum geschockt, warf wieder mehr nach vorn – und Heyken setzte nach einer Hegerfeld-Ecke richtig nach: Sein Ball wäre auch so ins Tor gegangen, doch Sobiech köpfte den Rettungsversuch ins eigene Gehäuse (71.). „Wenigstens diesen einen Punkt hätten wir mitnehmen müssen“, ärgerte sich Heyken. Dass daraus nichts wurde, lag wieder an einem ausgebliebenen Pfiff: Becker war im Fünfmeterraum von Prokoph attackiert worden, kam trotzdem noch mit der Faust an den Ball, doch Philipp Blume schoss die Kugel zurück in den Strafraum – und Sobiech lenkte sie zum 2:1 in die Maschen (74.). „Wir haben uns mal wieder nicht für unseren großen Aufwand belohnt“, bilanzierte Wnuck.

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