Rehden enttäuscht nicht beim VfB Oldenburg, verliert dennoch mit 1:3

Standards als Stolpersteine

Nach wochenlanger Verletzungspause feierte Marco Kaffenberger am Sonntag sein Comeback in der Startelf. Punktemäßig gab es für seine Rehdener beim VfB Oldenburg jedoch nichts zu feiern.
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Nach wochenlanger Verletzungspause feierte Marco Kaffenberger am Sonntag sein Comeback in der Startelf. Punktemäßig gab es für seine Rehdener beim VfB Oldenburg jedoch nichts zu feiern.

Oldenburg – Rhami Ghandour blies die Backen auf, legte noch mal einen Zahn zu, grätschte – und kam doch eine Zehntelsekunde zu spät. Der Ball hatte die Grundlinie bereits überquert, Eckball. Und ruhende Bälle schmecken dem BSV Rehden gar nicht, weshalb Ghandour diese Extra-Anstrengung auch auf sich genommen hatte. Umsonst. Der Eckball flog also wenig später in den Sechzehner, die Rehdener klärten nicht energisch genug, sodass Ayodele Adetula aus Nahdistanz einschoss – 2:0 (48.) für den VfB Oldenburg. Schon das erste Tor war nach einem Standard gefallen.

Am Ende verlor Rehden mit 1:3 (0:2), die erste Niederlage in der Regionalliga nach zuvor fünf Siegen am Stück. Eine unnötige. „Wer einen Gegner so im Griff hat, muss das Spiel auch gewinnen. Aber im Fußball gibt es keine Gerechtigkeit“, sagte BSV-Trainer Andreas Golombek und erinnerte an den 19. Mai 2012, als der FC Bayern sein berühmtes „Finale dahoam“ höchst dramatisch und unglücklich verloren hatte. „Ich habe meinen Spielern heute gesagt, dass sie eine Kriegermannschaft sein müssen“, erklärte VfB-Coach Dario Fossi: „Und das hat sie heute ganz gut gemacht.“

Der Einsatz hatte bei den Gastgebern tatsächlich direkt gestimmt, allerdings auch nicht viel mehr. Die Rehdener dominierten das Spiel, waren ball- und passsicherer. So ergaben sich zwangsläufig auch Torchancen. Die erste hatte Josip Tomic in der siebten Minute: Der 27-Jährige war von Bocar Djumo freigespielt worden, nahm von der Strafraumgrenze aus Maß, doch VfB-Torhüter Dominik Kisiel drehte den Ball um den linken Pfosten. Dann kombinierten sich Kamer Krasniqi und Bocar Djumo wie beim Ping Pong durch die Oldenburger Hintermannschaft, ehe Krasniqis Volleyschuss (12.) knapp links vorbei rauschte. Kurz darauf gelang Roman Obst im zentralen Mittelfeld eine Balleroberung, er bediente Addy-Waku Menga. Der Routinier vernaschte Gazi Siala, zog aus 15 Metern ab – doch erneut war Kisiel zur Stelle. Schließlich tankte sich Rechtsverteidiger Marco Kaffenberger bis zur Grundlinie durch, seine flache Hereingabe klärte Dennis Engel vor dem einschussbereiten Djumo (20.). Und dann vergab Djumo (35.) eine gute Kopfball-Gelegenheit. „Wir hatten drei, vier, fünf richtig gute Möglichkeiten. Von denen müssen wir einfach eine nutzen“, haderte Golombek zu Recht. Stattdessen schlug Oldenburg zu. Ein von Nico Matern geschlagener Freistoß aus dem rechten Halbfeld segelte Richtung Elfmeterpunkt, Marten Schmidt war mit dem Kopf zur Stelle – 1:0 (42.). Dann fehlte Ghandour die erwähnte Zehntelsekunde – Ecke, Tor (48.) durch Adetula.

Rehden gab nicht auf. Nach Rechtsflanke von Kaffenberger verkürzte Tomic auf 1:2 (62.). Doch nur drei Minuten später erzielte Adetula nach schöner Kombination über Schmidt und Hakim Traore das 3:1. In den Schlussminuten scheiterte Rehdens Jaroslaw Lindner mit einer Doppelchance (86.), ehe Kisiel einen Ghandour-Freistoß (88.) parierte. „Es sollte heute einfach nicht sein“, meinte Golombek und schob ein dickes Lob an seine Truppe hinterher: „Der Fußball meiner Mannschaft hat mir gefallen. Wäre ich nicht Trainer dieses Teams, dann wäre ich Fan des BSV Rehden.“

Nun haben die Schwarz-Weißen einige Tage Zeit, um sich auf das Heimspiel (Samstag, 14.00 Uhr) gegen den SSV Jeddeloh vorzubereiten. Das Verhalten bei Standardsituationen wird ganz sicher auf dem Trainingsplan auftauchen.

Von Daniel Wiechert

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