„Im Spiel zu wenig Kommunikation“ / Sonntag in Lüneburg – mit Stutter?

Rehden muss mehr reden: Gunkel ist es viel zu ruhig

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An allen davon: So kennen die Fans des BSV Rehden Danny Arend (vorn). Nach seinem auskurierten Muskelfaserriss und dem Comeback gegen Flensburg dürfte er auch am Sonntag in Lüneburg wieder dabei sein.

Rehden - Von Cord Krüger. Seine Begeisterung hat sich Daniel Gunkel bewahrt. „Es macht Riesenspaß, hier Trainer zu sein“, sprudelt es aus dem 34-Jährigen nach seinen ersten knapp vier Wochen als Chefcoach des BSV Rehden heraus. Und das trotz der Tatsache, dass auch er den Regionalligisten noch nicht vom vorletzten Tabellenplatz in ruhigeres Fahrwasser lotsen konnte. „Aber die Mannschaft lebt, sie ist intakt, jeder geht im Training ans Limit“, beschreibt der Ex-Profi das, was ihm am meisten Spaß bereitet: „Hinzu kommt, dass sich alle super verstehen.“ Aber sie verständigen sich nicht super untereinander – das missfällt Gunkel. „Im Spiel ist mir viel zu wenig Kommunikation.“ Das muss sich am Sonntag ab 14 Uhr zum Rückrundenstart beim Lüneburger SK ändern.

Die richtigen Worte auf dem Platz finden – laut Gunkel wichtiger Baustein für den Erfolg: „Dabei geht es nicht um Anschreien oder Niedermachen, sondern um Hilfestellungen.“ Er selbst hat das in der vergangenen Saison mit seiner Erfahrung aus fast 130 Erst- und Zweitliga-Spielen als Rehdener Mittelfeldmann vorgelebt. Dirigieren, motivieren, allerdings auch manchmal lautstark beim Schiedsrichter lamentieren – „das stimmt“, räumt Gunkel grinsend ein, „aber da habe ich mich als Trainer gebessert.“

Zuletzt fehlten dem BSV diese „Typen“, wie er die Führungsspieler nennt. „Dabei geht es nicht um mich, ich nehme mich da nicht so wichtig. Aber jemand wie Kevin Artmann war lange verletzt und erst am Sonntag gegen Flensburg wieder von Anfang an dabei – er kann noch nicht so viel, wie er will. Und Stefan Heyken hat ebenfalls immer viel gesprochen“, vermisst er den weiter an einem Sehnenanriss laborierenden Abwehrchef. Andere im Team seien von Natur aus eher ruhiger, „und die kann man nicht einfach umerziehen.“

Beim eher ruhigen Danny Arend könnte es daran liegen, dass er alle verfügbare Luft für seine langen Laufdistanzen braucht. Dagegen hat Gunkel auch nichts einzuwenden, wenn der Offensivmann diesen Fleiß wie bei seinem Comeback am Sonntag gegen den ETSV Weiche Flensburg (1:3) mit einem Tor veredelt. Doch der Trainer würde sich wünschen, „wenn wir mal in Führung gehen könnten – und das dann auch zu seinem Sieg reicht. Es wird echt höchste Zeit.“

Dies hätten die Spieler ebenfalls begriffen: „Jeder von uns weiß, dass uns immer weniger Zeit zum Punktesammeln bleibt.“ Umso besser für die seit langem viel zu harmlose BSV-Offensive, dass Marcel Stutter wieder grünes Licht für einen Einsatz gibt. Der 26-Jährige, erst am Dienstag vor einer Woche verpflichtet, musste bei seinem Debüt am Sonntag nach einem Zusammenprall mit ETSV-Stürmer Tim Wulff mit einer fünf Zentimeter langen Kopfplatzwunde vom Feld. „Aber er hat unter der Woche ganz normal mit der Mannschaft trainiert und keine Probleme. Nur bei Kopfbällen sollte er sich noch ein bisschen zurückhalten“, schildert Gunkel.

Womöglich steht Stutter gegen Lüneburg auf der Anlage des TSV Bardowick sogar in der Startelf. Gunkel jedenfalls hält große Stücke auf den 1,88-Meter-Mann: „Er bringt eine enorme Statur mit. Natürlich fehlt ihm noch die Bindung zur Mannschaft, aber man hat schon gesehen, dass er gut die Bälle festmachen und oben in der Luft einiges wegreißen kann. Andererseits weiß er aber, dass er noch nicht bei 100 Prozent ist“, sagt sein Chef über den Ex-Profi des niederländischen Erstligisten NEC Nijmegen, der verletzungsbedingt und mangels Anschlussvertrag ein knappes Jahr lang keine Spielpraxis sammeln durfte.

ck

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