Gerbers Team dominiert Bundesliga-Reserve / BSV-Tore aberkannt / Frust nach 0:1

Ein Sonntagsschuss von Schulz besiegelt Rehdens Schicksal

Rehden - Die letzte Szene passte zum rabenschwarzen Samstagnachmittag des BSV Rehden: Rehdens aufgerückter Innenverteidiger Michael Wessel sprintete durch die Abwehr des VfL Wolfsburg II, schob die Kugel aufs rechte Eck – aber irgendwie bekam der herausgeeilte Alexander Brunst-Zöllner noch seinen linken Torwart-Handschuh an die Kugel. Wessel sackte wie ausgeknockt zu Boden – und erhielt Sekunden später Trost von VfL-Kapitän Julian Klamt. Der BSV hatte dem Regionalliga-Zweiten 93 Minuten alles abverlangt, spielerisch und läuferisch mehr gezeigt, aber trotzdem mit 0:1 (0:1) verloren.

„Jeder, der dieses Spiel gesehen hat, kann erahnen, wir ich mich jetzt fühle“, bilanzierte BSV-Trainer Fabian Gerber: „Ich muss meiner Mannschaft ein Riesen-Kompliment machen. Unsere erste Halbzeit war nahezu perfekt. Viel besser kann man gegen so einen starken Gegner nicht spielen.“

Tatsächlich hatten die Platzherren mehr Ballbesitz und ließen praktisch nichts zu – bis auf zwei Unsicherheiten in der Anfangsphase: Hilal-El-Helwe köpfte zunächst viel zu frei knapp vorbei (5.), und Gazi Siala, zum dritten Mal in Folge als Innenverteidiger für Stefan Heyken in der Startelf, köpfte zu kurz auf Rehdens Schlussmann Kevin Birk (7.). Dann aber kam der BSV besser nach vorn: Abu Bakarr Kargbo, als einzige Rehdener Spitze unermüdlicher Rackerer, zielte nach einem Einwurf von Linksverteidger Tornike Grigalashvili knapp daneben (8.). Anschließend drosch Kargbo bei einer Rechtsflanke von Narciso Jorge Lubaca über die Kugel (14.), ehe er 60 Sekunden später fein per Kopf auf Joseph Boyamba ablegte, der ins Tor traf – doch Schiedsrichter Simon Rott erkannte auf Abseits. Es sollte nicht das einzige Mal bleiben, dass der BSV vergeblich jubelte. Vor allem Kargbos Treffer wenig später hätte zählen dürfen, denn Kevin Artmann hatte den Ball zu ihm nach hinten gespielt. „Was der an Abseits gepfiffen hat, geht gar nicht“, schimpfte Rechtsverteidiger Viktor Pekrul hinterher: „Abu kam doch von hinten angelaufen.“ Zuvor hatte Pekrul eine weitere gute Gelegenheit für Boyamba eingeleitet – doch der vertändelte (24.). Der Winterneuzugang zeigte eine starke Laufleistung, sorgte als Rechtsaußen für viel Gefahr. Mit dem Tor hätte er seine starke Partie krönen können, doch dieser und weitere Ballverluste in Duellen gegen teils drei Wolfsburger versagten ihm den Erfolg.

„Trotzdem kann ich der ganzen Mannschaft für diese erste Hälfte nur Lob zollen“, unterstrich Gerber. Dem schloss sich Pekrul an: „Wir können heute niemandem etwas vorwerfen. Unser Plan ist voll aufgegangen. Aber dann lassen wir einen Sonntagsschuss durch!“ Und zwar in der psychologisch ungünstigsten 45. Minute, als Bastian Schulz aus 22 Metern volley abzog und Birk zum 1:0 für die Bundesliga-Reserve überwand. „Den trifft er perfekt“, urteilte Gerber anerkennend. Ob der Ball haltbar war oder nicht – geschenkt. Später zeigte Birk seine Klasse, als er einen Schuss von Dino Medjedovic über den Querbalken lenkte (72.).

Es war die letzte Gäste-Chance, und zu diesem Zeitpunkt hätte der BSV schon längst ausgeglichen haben müssen, doch Artmann scheiterte per Kopf nach einer Boyamba-Flanke an Brunst-Zöllner (52.), und Kargbo schimpfte nach seinem zweiten zurückgepfiffenen Tor wie ein Rohrspatz: Kapitän Artmann hatte ihn bedient, Kargbo drückte den Ball auf der Torlinie in die Maschen – Abseits. Zwar stand noch ein Wolfsburger auf der Linie, doch Brunst-Zöllner war schon zu weit draußen, die Entscheidung somit wohl korrekt.

Nach Szenen wie dieser atmete VfL-Trainer Valerien Ismael hinterher tief durch: „Ich bin nur froh, dass wir gewonnen haben. Die Platzverhältnisse waren nicht einfach. Da mussten wir einen anderen Plan entwickeln“, rechtfertigte der Ex-Profi die vielen langen Bälle. Gerber hingegen haderte: „Wir hätten es verdient gehabt, mindestens den Ausgleich zu machen.“ Einen Kommentar zu den Abseits-Toren verkniff er sich: „Sonst drohen mir vielleicht Sanktionen.“

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