32-Jähriger als Torschütze und zweifacher Vorbereiter bei Rehdens Sieg in Jeddeloh

Sembolo mit Köpfchen – 3:2

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Wo ist er denn? Da ist der Ball – bei Lennart Madroch, der ihn gerade Jeddelohs Anton Stach (l.) abgeluchst hat. Bei dieser Aktion staunt auch Michael Wessel (r.), am Samstag wie Madroch und Tobias Esche (hinten) starker Rückhalt in Rehdens Defensive.

Jeddeloh - Von Cord Krüger. Der erste Weg nach dem Halbzeitpfiff führte die Fußballer des BSV Rehden nicht etwa in die Kabine, sondern zum Mittelkreis. Lagebesprechung. Ihre 3:1-Pausenführung beim starken Regionalliga-Fünften SSV Jeddeloh und ihr überragender Auftritt im ersten Durchgang hatten die Schwarz-Weißen offenbar selbst geschockt.

„Jetzt keine Fehler mehr machen“, stauchte Offensivmann Addy-Waku Menga seine Mitspieler zusammen: „Wir ziehen das Ding jetzt durch!“ Vielleicht verhalfen Mengas Worte dem BSV ja zu den letzten Körnern, um den 3:2 (3:1)-Sieg am Samstag ins Ziel zu retten. Dabei geriet das Team von Benedetto Muzzicato am Ende ziemlich ins Schwimmen, „aber wir dürfen nicht vergessen, wo wir herkommen“, mahnte der BSV-Coach.

Denn „die Hinspiele gegen Egestorf, Havelse und Jeddeloh haben wir noch alle verloren. Jetzt haben wir nach diesen drei Rückspielen sieben Punkte“, erinnerte der Coach des Tabellen-15. an das 0:0 in Egestorf und das 4:2 gegen Havelse. Ihn freute, dass sich die Schufterei in der Winterpause ausgezahlt hat: „Die Physis ist das A und O. Und da haben wir zugelegt.“

Als weiterer Vorteil erwies sich, dass er bis auf den gelbgesperrten Kapitän Kai Bastian Evers und den unter Kniebeschwerden leidenden Fabian Lokaj sein bestes Personal aufbieten durfte. In Jeddelohs Startelf standen unter anderem die Ex-Rehdener Alessandro Ficara und Florian Stütz. Stütz leitete auch die erste gefährliche Szene ein – mit einem 35-Meter-Freistoß auf Nils Laabs. Doch BSV-Schlussmann Milos Mandic parierte (9.). 

Muzzicato: Fernandes mit „ein paar Super-Szenen“

Ansonsten ließ Rehdens Hintermannschaft fast nichts zu: Das Defensivquadrat mit dem zweikampfstarken Michael Wessel (sieben gewonnene Duelle in der ersten Viertelstunde) und Nebenmann Tobias Esche in der Innenverteidigung agierte ebenso hellwach wie Lennart Madroch und Corvin Behrens vor ihnen im defensiven Mittelfeld. Der erste feine BSV-Spielzug ging von Behrens aus: Sein Diagonalball erreichte Viktor Pekrul (diesmal als Rechtsaußen unterwegs), doch dessen Flanke fand im Strafraum keinen Abnehmer (19.). Also flankte Behrens beim nächsten Mal selbst – nachdem er sich klasse gegen Ficara und Stütz durchgesetzt hatte. Seine Hereingabe fand Francky Sembolo, der unbedrängt zum 1:0 einköpfte (29.). 

Keine 60 Sekunden später stand es bereits 2:0, weil Miguel Fernandes nach Sembolos Kopfball-Verlängerung durch die Mitte sprintete und frei vor SSV-Torwart Christian Meyer einschob. „Es freut mich für Miguel, dass es jetzt auch bei ihm geklappt hat“, kommentierte Muzzicato den ersten Treffer des Winter-Neuzugangs. Der A-Lizenz-Inhaber sah noch „ein paar Super-Szenen“ des Ex-Kielers, „aber ein zwei-, dreimal hat er unnötig das Tempo rausgenommen“.

Egal, in dieser Phase drängten noch genügend andere: Wessel schaltete sich bei einem Angriff mit ein, zog von rechts volley ab – und der Ball schlug oben links zum sensationellen 3:0 ein (33.). Wieder hatte Sembolo per Kopf die Vorarbeit geleistet. Doch Sicherheit gab der bis dahin höchste Vorsprung dieser Saison nicht: Kevin Samide verkürzte in Minute 36 aus 18 Metern, weil Kevin Njie vor dem Querpass einen Zweikampf auf der rechten Seite verloren hatte. „So etwas leistet sich Kevin sonst nicht, aber da fehlt ihm die Spielpraxis“, urteilte Muzzicato.

„Es war ein intensives Spiel“

Nach der Pause hatten die Gäste vor 756 Zuschauern gut 20 Minuten alles im Griff. Jeddeloh musste erstmal den Rückstand und den Ausfall seines wegen Hüftschmerzen ausgewechselten Keepers Meyer verdauen. Der BSV wiederum stellte nach gut einer Stunde um, als Sembolo mit einer Zehen-Verletzung vom Platz humpelte. „Ich habe einen Stollen drauf bekommen“, schilderte der 32-Jährige nach dem Abpfiff: „Es war ein intensives Spiel.“

Und es gewann noch zusätzlich an Härte, nachdem sich Laabs bei einer Samide-Flanke gegen Wessel durchgesetzt und zum 2:3 getroffen hatte (76.). „Da macht Michael das Tor des Monats, verliert im ganzen Spiel nur einen einzigen Kopfball – und den lässt sich einer wie Laabs nicht nehmen“, erkannte Muzzicato den Instinkt des SSV-Sturmroutiniers an.

Nun zogen die Gastgeber ein Powerplay auf, bis in den Strafraum kamen sie aber nur selten. Zu oft war vorher Schluss, weil sich alle Rehdener, am auffälligsten Corvin Behrens und Lennart Madroch, in Bälle und Gegner warfen. „Dabei wollte Lennart schon zur Pause raus, weil er Bauchschmerzen hatte“, berichtete sein Trainer. Doch Mittelfeld-Malocher Madroch hielt durch. So kam zur richtigen Physis also auch die passende Mentalität.

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