Trainer Schütte nimmt sich Spieler zur Brust

2:3 – Rehden verliert gegen Altona

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Zuerst als Rechtsverteidiger, nach dem Wechsel in der Innenverteidigung: Rehdens Kevin Njie (links).

Rehden - Von Arne Flügge. Als der Kampf gewonnen war, ballte Torwart Joshua Klaus Du Preez beide Fäuste und stieß einen Urschrei der Glückseligkeit gen Himmel. Seine Teamkollegen vom Altonaer FC 93 fielen sich freudestrahlend in die Arme.

Auf der anderen Seite war der Gegner im wahrsten Sinne des Wortes am Boden zerstört. Die Spieler des BSV Rehden lagen rücklings wie Maikäfer auf dem Rasen der Waldsportstätten und schlugen die Hände vors Gesicht. Größer hätte der Kontrast nicht sein können nach einem intensiven Kampfspiel in der Fußball-Regionalliga, das der Aufsteiger aus Hamburg am Ende mit 3:2 (3:1) für sich entschied.

„Und das verdient“, wie Altonas Trainer Berkan Algan später anmerkte. Es sei zwar kein gutes Spiel seiner Mannschaft gewesen, „doch wir haben unsere Möglichkeiten genutzt und die Fehler des Gegners eiskalt bestraft.“

Das ging bereits in der zweiten Minute los, als Rehden einen Eckball nicht klärte und Altonas Samuel Hosseini die Kugel von der Strafraumgrenze in die Maschen hämmerte. „Wir haben bei Standards eine klare Zuordnung. Und die wurde nicht eingehalten“, knurrte Rehdens Mittelfeldspieler Kevin Artmann. Und Trainer Wolfgang Schütte monierte: „Da war unser Abwehrverhalten ganz schlecht. Wir schauen zu, wie er das Tor macht.“

Rehden verteilt Geschenke

Nicht viel besser lief es in der 19. Minute, als die Rehdener Deckung nicht gestaffelt, sondern auf einer Linie stand und sich von einem Pass in die Schnittstelle übertölpeln ließ. Nutznießer war Altonas Eliezer Correia Ca, der den zögerlich herauskommenden BSV-Keeper Philip Faderl zum 2:0 überwand. „Das zweite Geschenk“, ärgerte sich Schütte.

Erst nach einer knappen halben Stunde schüttelte sich der Gastgeber den doppelten Schock aus den Kleidern und kam seinerseits zu einigen guten Szenen, doch sowohl Kai Bastian Evers (29.) als auch Artmann (31.) zielten zu ungenau. So sorgte ein ruhender Ball in der 35. Minute für den Anschlusstreffer: Artmann zirkelte einen 18-Meter-Freistoß aus halbrechter Position genau in den Knick. Da gab es für den ansonsten bärenstarken 93-Keeper Du Preez nichts zu halten.

Rehden war nun dran, drängte auf den Ausgleich, doch dann passierte es: Nick Brisevac markierte per Freistoß von halblinks das 3:1 (45.). Faderl hatte daneben gegriffen. Und für den BSV Rehden dürfte sich nach den erneuten Patzern des Keepers die Frage stellen, ob da nicht langsam ein Torwartproblem auf den Verein zukommt, zumal Milos Mandic, die Nummer eins, nach seiner langen Verletzungspause noch nicht wieder so weit ist, um von Beginn an zu spielen. Coach Schütte wollte da aber kein weiteres Öl ins Feuer gießen, vermutlich auch, um Faderl nicht noch mehr zu verunsichern.

Jeder Spieler soll sich überprüfen

Der 61-Jährige sagte nur: „Er hat sicher kein gutes Spiel gemacht.“ Doch an Faderl lag es nur zum Teil, dass die Hausherren mit 1:3 zurücklagen. Und deswegen nahm sich Schütte auch die ganze Mannschaft zur Brust. „In der ersten Halbzeit haben wir nichts, aber auch gar nichts auf die Platte bekommen. Keine Zweikämpfe, keine Laufbereitschaft, keine Kompaktheit. Zudem haben wir dem Gegner die Tore geschenkt. Ich bin riesig enttäuscht“, polterte der Kriminalbeamte – und legte nach: „Jeder Spieler sollte jetzt mal mit sich ins Gericht gehen und sich überprüfen, ob er weiß, worum es geht.“

Schließlich sind schwache 45 Minuten nicht einfach mal wieder aufzuholen. Rehden drehte nach dem Wechsel zwar auf, war die klar überlegene Mannschaft und kam durch ein Kopfballtor von Francky Sembolo auch zum 2:3 (68.), doch zu mehr reichte es nicht. Denn Altona verteidigte leidenschaftlich mit Mann und Maus, Rehden war in letzter Konsequenz nicht gefährlich genug. Und während die Gäste den zweiten Saisonerfolg feierten (Algan: „Der Sieg tut uns gut“), ziehen in Rehden bei nur einem Punkt nach vier Spieltagen bereits dunkle Wolken auf. 

„Wir müssen uns ernsthaft Gedanken machen. Es kann nicht sein, dass wir nie von der ersten Minute an wach sind“, sagte Trainer Schütte, „dieser eine Punkt ist klar zu wenig. Jetzt laufen wir schon früh der Musik hinterher.“ Was ihn besonders ärgere, sei, dass seine Mannschaft ja nie an die Wand gespielt worden ist: „Wir haben es selbst verschuldet, dass wir in dieser Region der Tabelle sind. Und das ist schon bedenklich.“ Rehden liegt auf einem Abstiegsplatz.

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