Norderstedts Ex-Coach: „Sind in Gesprächen“

Seeliger „reizt“ der BSV Rehden

Rehden - Natürlich hatte Thomas Seeliger nicht aus purer Langeweile die 200 Kilometer von Norderstedt zum BSV Rehden auf sich genommen. „Ich wollte mir mal ein gutes Regionalliga-Spiel ansehen“, schilderte der Ex-Trainer von Rehdens Liga-Konkurrent Eintracht Norderstedt nach dem 0:0 des BSV gegen Eintracht Braunschweig II – und musste dabei selbst lachen: „Nein, es ist schon so, dass der Verein Interesse an mir signalisiert hatte“, berichtete er von einer Kontaktaufnahme der Schwarz-Weißen.

„Da wollte ich mir natürlich einen Eindruck von der Mannschaft verschaffen.“ Wie Stephan Ehlers beim BSV war auch Seeliger erst am Dienstag in Norderstedt freigestellt worden. Anders als sein bisheriger Rehdener Kollege verfügt der nun beurlaubte 50-Jährige aber noch über einen Vertrag bis Ende Juni 2018. Ein gutes Spiel hatte er sich am Samstag angesichts des Kellerduells nicht erhofft, „und tatsächlich konnte ich auch nicht die allergrößte Sicherheit erkennen – aber immerhin ein sehr diszipliniertes Rehdener Auftreten.“

Das Umfeld und die Bedingungen in den Waldsportstätten kennt Seeliger schon länger – schließlich hatte er vier Jahre lang in Norderstedt das sportliche Sagen und wurde in dieser Zeit zum erfolgreichsten Trainer der Vereinsgeschichte – gekrönt mit dem Regionalliga-Aufstieg 2013. Anders als bei der Eintracht mit ihrem Durchschnittsalter von 23 Jahren und überwiegend Talenten aus dem Großraum Hamburg findet er im Team der Schwarz-Weißen andere Bedingungen vor: „Wenn man sich die Vita vieler ansieht, steckt in der Mannschaft viel Potenzial – mit Qualität und geballter Erfahrung“, lobt Seeliger. „Aber im Fußball läuft eben viel über die Einstellung“, nannte er bereits einen Punkt, wo er die Hebel ansetzen würde.

„In erster Linie bin ich Fußballlehrer“

Auch Rehdens Vorsitzender Friedrich Schilling grübelte zuletzt über die Einstellung einzelner Spieler. Dass Seeliger ein heißer Kandidat auf Ehlers’ Nachfolge sei, wollte sich der Club-Chef aber nicht entlocken lassen: „Wir kennen und schätzen ihn. Und wenn Herr Seeliger kein Interesse an uns hätte, wäre er auch nicht hierher gekommen – ist doch klar.“ Aber Rehden sucht nicht nur einen Trainer, der die Liga kennt, sondern auch aus der Region kommt. „Mit der Entfernung wird es schwierig“, räumte Schilling ein. Seeliger lebt mit seiner Familie in Norderstedt, „das ist zu weit“, meinte der Club-Chef: „Würde er in Bremen wohnen, würde ich ihn sofort nehmen.“

Der Kandidat selbst sieht die Entfernung nicht problematisch: „Das wäre für mich machbar. In erster Linie bin ich Fußballlehrer und will im leistungsorientierten Sport arbeiten – da darf ich mich nicht nur 30 Kilometer nach links oder rechts umsehen.“ Vielmehr müsse „das Gesamtpaket stimmen, und ich habe bisher immer Wert auf Planungssicherheit gelegt. Da sind wir in Gesprächen, was in Rehden möglich wäre.“

Nun ist das mit Planungssicherheit für Trainer beim BSV so eine Sache – schließlich kamen und gingen seit Rehdens Viertliga-Aufstieg vor vier Jahren sechs Übungsleiter. „Ich würde lügen, wenn ich sage, dass ich das nicht registriert hätte“, gab der Ex-Profi mit 86 Bundesliga-Einsätzen für Fortuna Düsseldorf, 1860 München und den SC Freiburg zu: „Aber sportlich würde mich die Aufgabe schon reizen.“ Die Gefahr der Entlassung müsse er in Kauf nehmen, „denn das sind die Mechanismen im Fußball.“ 

ck

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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