Burkhardt plötzlich Chef / Lob für Helmes

Schwere Analyse nach skurrilem Tag

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Alexander Neumann (l.) scheitert hier an VfL-Torwart Patrick Drewes. Tobias Henneboele wäre zu spät gewesen.

Rehden - Predrag Uzelacs letzter Gruß galt den Helfern im Kassenhäuschen – per Handschlag verabschiedete er sich von Claudia Meyer und ihrem Mann Stephan. Zusammen mit Betreuer Boris Ekmesic, Weggefährte seit vielen Jahren und Trainer-Stationen, verließ der Coach des BSV Rehden gegen 13.30 Uhr die Waldsportstätten.

Zuvor hatte das Duo den Spielern Lebewohl gesagt. Nach dem Abpfiff und Duschen fanden nur ein paar von ihnen den Weg zum Essen im VIP-Raum; dem Rest, der draußen blieb, war der Appetit vergangen. Schulterzucken in Gesprächen mit Freunden und Familien, betretene Blicke. Alle Akteure blieben aber, denn Kapitän Kevin Artmann hatte eine Mannschaftssitzung angeordnet: „Wir treffen uns gleich, um darüber zu reden. So lange sagen wir nichts zu den Umständen.“ Einen Blick in sein Gefühlsleben gewährte er dennoch: „Das ist nicht die beste Vorbereitung auf ein Spiel, ganz klar. Mir tut es leid, wie es gelaufen ist. Der Trainer hat hier sehr gut gearbeitet, was man ja in unseren ersten vier Pflichtspielen gesehen hat. Das ist alles sehr schade, denn er hat hier Qualität entwickelt.“

Als Grund für die Höhe der Niederlage wollte der Mittelfeldmann Uzelacs Abgang nicht werten, er ahnte allerdings: „Normalerweise hätten wir nicht so hoch verloren.“ Und Stürmer Alexander Neumann als Schütze des Ehrentreffers wusste: „Bestimmt hat das in den Hinterköpfen eine Rolle gespielt. Aber wir wollten die Partie so normal wie möglich angehen.“

Nur wie? Co-Trainer Jacek Burkhardt, plötzlich Chef-Coach, verriet beim Warmmachen, dass „das sehr schwer ist. Nur Predrag hat Wolfsburg II bisher gesehen, nicht ich. Aber am Samstag kam er erst spät nach Hause, weil er das Spiel des Goslarer SC beobachtet hatte. Jetzt werde ich die Stammelf so beibehalten, wie wir sie gemeinsam aufgestellt hätten.“

So kam es. Nur einmal nahm Burkhardt in dieser skurrilen Partie mit fast verständlich vielen individuellen Fehlern einen Wechsel vor. Kaum griff er verbal ins Geschehen ein. Gründe hätte er gehabt, denn auch Wolfsburgs Trainer Valerien Ismael war nicht entgangen, „dass die Rehdener heute mit anderen Gedanken auf dem Platz standen“.

Die Anfangsphase gehörte trotzdem den Platzherren: Taiki Hirooka zwang VfL-Torwart Patrick Drewes zur Fußabwehr (3.), Marius Winkelmann verpasste einen zu kurzen Rückpass nur knapp (8.). Dann bekam der BSV durch Patrick Helmes eine Lektion in Sachen Effektivität: Torwart Milos Mandic hatte einen Schuss von Dragan Erkic pariert, den Abpraller verwertete der Ex-Nationalspieler zum 1:0 (12.). Rehden mühte sich weiter. Statt eines Handelfmeters (Julian Klamt hatte den Ball weggeschoben) gab's aber das zweite Tor durch den im Bundesliga-Team aussortierten Stürmer Helmes (36.). „Der ist schon eine Hausnummer“, schnalzte Artmann mit der Zunge: „Ich weiß nicht, warum der in der vierten Liga rumgurkt.“

Doch noch immer aber gab sich Rehden nicht auf: Neumann drosch einen Freistoß von Christian Hegerfeld zum Anschluss in die Maschen (54.). „Aber wenn wir dran waren, gab's wieder den Rückschlag“, sagte Artmann mit Blick auf das 1:3 durch Justin Eilers (70.) und das Tor durch Luka Tankulic (80.) in Rehdens Schlussoffensive. Am Ende gab es aber andere Gesprächsthemen. · ck

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