Sygo muss zuschauen

Rehden tritt mit Torwart Faderl bei Regionalliga-Schlusslicht Lupo Martini Wolfsburg an

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Fokussiert: Rehdens Torwart Philip Faderl wird Stammkeeper Rico Sygo am Samstag vertreten.

Rehden/Wolfsburg – Benedetto Muzzicato wird warm ums Herz. „Wenn man dort aus dem Bus steigt, riecht es schon italienisch“, schwärmt der Trainer des BSV Rehden von der Anlage des Regionalliga-Konkurrenten Lupo Martini Wolfsburg: „Salsiccia, Panini, Espresso – und die italienische Musik aus den Lautsprechern – einfach schön“, findet der Deutsch-Italiener.

Doch er und sein Tabellenzwölfter wollen am Karsamstag natürlich keine Vergnügungsreise mit Verkostung jener landestypischen Bratwürste, Brötchen und Kaffeespezialitäten starten, sondern im um 14.00 Uhr beginnenden Auswärtsspiel in der Wolfsburger Nordstadt drei Punkte einfahren. Sollten seine Fußballer das Schlusslicht jedoch unterschätzen, wird es damit nichts, schätzt Muzzicato: „Lupo hat viele Spieler mit hoher Qualität und Erfahrung – und mit Uwe Erkenbrecher einen sehr guten Trainer.“ 

Dem dürfte am Samstag als „Spion“ auf der Haupttribüne der Rehdener Waldsportstätten nicht entgangen sein, dass der BSV bis zum 0:1 gegen den turmhohen Favoriten VfB Lübeck mindestens ebenbürtig war, dann aber mit 0:3 verlor. „Jetzt müssen wir sehen, ob alle meine Jungs wirklich die Tabelle mit Lupos Stand ausblenden können – und wie wir mit der Favoritenrolle klarkommen“, sagt Muzzicato. Er rechnet allerdings nicht damit, dass sich die Platzherren hinten reinstellen: „Erkenbrecher ist wie Florian Kohfeldt“, zieht der 40-Jährige einen lobenden Vergleich mit dem Werder-Coach, vom DFB vor kurzem zum Trainer des Jahres gekürt: „Beide wollen immer nach vorn spielen.“

Rico Sygo muss trotzdem nichts befürchten. Denn der Stammtorwart, bisher in 27 von 29 Liga-Spielen dieser Saison zwischen den Pfosten, ist wegen einer Schulterverletzung zum Zuschauen gezwungen. Zehn Tage Pause hat der Arzt dem 22-Jährigen verordnet, nachdem er beim Gegentreffer zum 0:3 durch Ahmet Arslan unglücklich aufgekommen war. „Für Rico ist das erst recht in dieser Phase der Saison unglaublich bitter“, weiß sein „Chef“.

Umso erleichterter ist er über die tadellose Einstellung von Sygos Stellvertretern Philip Faderl und Eric Schröder: „Beide geben die ganze Saison in jedem Training Vollgas.“ Während der erst 19-jährige Schröder aber wohl keine großen Hoffnungen auf den Status als Nummer eins gehegt haben dürfte, sah das bei Faderl noch im Sommer wahrscheinlich anders aus: Rehdens Keeper-Ikone Milos Mandic hatte den BSV verlassen, der Weg für Faderl hinter ihm schien frei – doch dann kam Neuzugang Sygo vom Bremer Landesliga-Aufsteiger SC Borgfeld buchstäblich herangeflogen und parierte sich in die Startelf. 

„Natürlich hatte darauf auch Philip spekuliert, aber niemand konnte ahnen, dass Rico so einschlägt“, verdeutlicht Muzzicato. Dass Faderl Rehden trotzdem treu blieb und nicht wie die meisten seiner Kollegen der vorigen Serie die Flucht zu einem anderen Verein antrat, „sagt einiges über Philips starken Charakter aus“, findet sein Trainer.

Faderl hofft ganz mannschaftsdienlich, „dass es bei Rico nicht so schlimm und er bald wieder fit ist“. Der 25-Jährige will nun aber auch gerne zwischen den Pfosten mit einer guten Leistung auf sich aufmerksam machen: „Ich bin immer bereit und warte auf meine Chance. Wenn ich sie dann bekomme, will ich sie natürlich nutzen.“

Die Formation vor Faderl dürfte sich im Vergleich zum Lübeck-Spiel hingegen nicht verändern: Der zuletzt erkrankte Innenverteidiger Tobias Esche pausiert noch – nun auch wegen einer Entzündung im Knie. Fraglich ist der Einsatz von Sechser Evin Nadaner, der wegen eines Infekts in dieser Woche nicht trainieren konnte. „Sollte es nicht reichen, haben wir einen Plan B“, versichert der A-Lizenz-Inhaber, meint das aber nur in personeller Hinsicht. Am 3-5-2-Schema will er nicht rütteln: „Diese Taktik ist dem Team auf den Leib geschneidert.“  ck

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