Zeitaufwand zu groß: A-Lizenz-Inhaber verlängert nicht in Rehden / Schillings Dank zum Abschied

Schops vollzieht den „sauberen Schnitt“

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Einer geht, einer bleibt: Während Maarten Schops (rechts) beim BSV Rehden als Chefcoach aufhört, hatte sein Co-Trainer Michael Hohnstedt (links) schon vorher beim Regionalligisten verlängert. Foto: Wiechert

Rehden – Erst ging alles ganz schnell – mit dem „Kaltstart“ von Maarten Schops als Trainer des BSV Rehden in der Winterpause. Keine zwei Wochen nach dem Ausstieg seines Vorgängers Heiner Backhaus folgten eine witterungsbedingt widrige Wintervorbereitung, drei Auswärtsspiele – und dann die lange, zähe Zwangspause bis zum endgültigen Saisonabbruch der Regionalliga Nord. Die neue Serie startet – irgendwann – ohne Schops an der Seitenlinie. Vorige Woche teilte der Belgier zunächst seinem Assistenzcoach Michael Hohnstedt und dann BSV-Präsident Friedrich Schilling samt Sportvorstand Michael Weinberg mit, dass er bei den Schwarz-Weißen aussteigt. „Mein Co-Trainer sollte es zuerst erfahren – das gehört sich einfach, wenn man so intensiv zusammengearbeitet hat. Danach habe ich gleich Friedrich und Herrn Weinberg informiert“, berichtet der Ex-Profi: „Jetzt haben wir einen sauberen Schnitt gemacht, und der Verein kann noch früh genug planen.“

Schops hatte Rehden im Januar ziemlich aus der Patsche geholfen, nachdem der bisherige Trainer Heiner Backhaus überraschend bei Drittligist SG Sonnenhof Großaspach angeheuert hatte. Der „Neue“ wollte es zunächst nur bis zum Saisonende ausprobieren, um dann weiterzusehen. „Und es hat mir auch großen Spaß gemacht – mit dieser tollen Mannschaft und mit diesem super Trainerteam“, unterstreicht der 44-Jährige. Doch er fügt hinzu: „Man muss ehrlich sein: Der Aufwand, der in der Regionalliga nötig ist, wäre mir auf Dauer zu hoch gewesen.“ Schon während der Corona-bedingten Zwangspause merkte er, „dass es nicht immer einfach ist, rund um die Uhr für alle im Team erreichbar zu sein. Und Priorität haben für mich die Familie und der Beruf“, sagt der Vater zweier Kinder, der seine Aufgabe als Abteilungsleiter bei einem Auto-Logistik-Unternehmen „sehr ernst nimmt“.

Sportchef Weinberg kann den Entschluss nachvollziehen: „Das Pensum war Maarten zu groß. Es war mit seinem Fulltime-Job auf Dauer nicht vereinbar. Wir gehen auf keinen Fall im Bösen auseinander.“

Macher Schilling dankte seinem früheren Mittelfeld-Arbeiter und Kapitän, den er vor fast elf Jahren vom BV Cloppenburg zum damaligen Oberligisten geholt hatte, für die Zeit als Coach: „Für ihn war es eine schwierige Phase, in der Winterpause anzufangen, die bei uns ohne einen Kunstrasenplatz ja immer mit ziemlich viel Hickhack verbunden ist. Wir bedanken uns bei Maarten, dass er uns sofort geholfen hat, als wir ihn kontaktiert haben.“

Schops wiederum relativiert, „dass das in der Winterpause mit dem BSV ja nie einfach war. Das wusste ich ja schon aus meinen Zeiten als Spieler.“

Trotz des Improvisierens bei „gefühlt vier Wochen Dauerregen“ (Schops) erkannten die Offiziellen nach Wiederbeginn einen Aufwärtstrend. Dem eher mauen 0:0 bei Aufsteiger HSC Hannover folgte eine unglückliche 1:3-Niederlage beim VfB Oldenburg, „wo wir aber eine so starke Leistung gezeigt haben“, bedauerte Schilling. Zum Schluss vor dem Lockdown gab’s ein achtbares 1:1 bei Werder Bremen II. Die dazwischen angesetzten Heimspiele fielen allesamt witterungsbedingt aus. Ein Trainer-Abschied ohne einen einzigen Auftritt vor eigenem Publikum sei „schon ein bisschen komisch“, räumt Schops ein, „das hätte ich auch gern anders gehabt. Aber erst ging es nicht, und danach war es wegen Corona einfach nicht mehr wichtig, Fußball zu spielen. Das muss man dann so akzeptieren.“

Die darauf folgenden Wochen nutzten die Rehdener gezwungenermaßen fast ausschließlich für Fitnesseinheiten – individuell oder visuell per Video-Training. „Wer immer jetzt die Mannschaft übernimmt, findet ein Team vor, das fit und intakt ist – aber das liegt vor allem an der Arbeit von unserem Athletik-Coach Michele Lapenna“, stellt Schops heraus.

Nur zum Spielen kamen seine Akteure nicht mehr, sodass das von Schilling geplante Zukunftsgespräch anders ausfiel als gedacht: „Wir hatten uns ja bis Ende Mai verabredet, um uns zusammenzusetzen und zu überlegen, wie es weitergeht“, berichtete Schilling. Eine eingehende Analyse sei angesichts der Zwangspause wegen der Coronakrise aber nicht mehr möglich gewesen. Doch Maarten Schops hielt sich an die Frist – und sagte nun Ende Mai ab.

Von Cord Krüger

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