Sykora erzwingt Flensburgs Sieg

Pasiovs später Ausgleich reicht Rehden nicht zum Punkt

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An ihm kam am Samstag keiner vorbei: Jeff Gyasi (2.v.l.) holte im verstärkten defensiven Mittelfeld viele Bälle und tat einiges für Rehdens Spiel nach vorn. Hier lässt er Flensburgs späteren Siegtorschützen Fiete Sykora (rechts) und Nedim Hasanbegovic (Mitte) hinter sich.

Rehden - Von Cord Krüger. Nach einem wieder mal starken Auftritt gegen ein Top-Team aus der Regionalliga blieb Fabian Gerber wieder nur Frust.

„Wenn wir wenigstens einen Punkt hier behalten hätten“, ärgerte sich der Trainer des BSV Rehden nach der 1:2 (0:0)-Niederlage gegen Weiche Flensburg. „Damit wäre ich zufrieden gewesen – denn Flensburg ist noch spielstärker als der VfB Oldenburg.“ Doch Fiete Sykora hatte etwas gegen diese Punkteteilung. 85 Minuten sah ihn am Samstag kaum jemand in den Rehdener Waldsportstätten – so gut hatte die BSV-Defensive den einstigen Torjäger von Drittligist Holstein Kiel im Griff. Doch dann schlug Sykora zu. „Das darf so spät nicht mehr passieren“, monierter Gerber.

Allerdings offenbarte diese Szene das, was Gerber kurz zuvor verdeutlicht hatte: „So weit sind wir noch nicht, dass wir Woche für Woche eine Top-Leistung wie beim Sieg gegen Oldenburg abliefern können.“ Konsequenz: Rehden rutschte weiter ab auf Platz 14 – nur noch zwei Zähler entfent vom ersten Abstiegsrang. Es wird enger.

Dementsprechend ließ Jeff Gyasi nach dem Abpfiff den Kopf hängen. „Das war die nächste unnötige Niederlage“, urteilte der defensive Mittelfeldmann, der trotz Trainingsrückstands unter der Woche wegen einer Grippe Rehdens bester Mann war – mit vielen Balleroberungen und dynamischen Vorstößen: „Vor allem „in der ersten Halbzeit hatten wir das Spiel doch voll unter Kontrolle.“

Dem konnte Flensburgs starker Abwehrchef Matthias Hummel nicht widersprechen: „Wir waren in den ersten 15 Minuten gar nicht richtig drin“, erklärte der 31-Jährige. Nur der Pfosten verhinderte, dass Rehdens aufgerückter Innenverteidiger Gazi Siala bei einem Freistoß von Viktor Pekrul nicht über das 1:0 jubeln durfte (8.). Vier Minuten später ermöglichte Siala Weiches größte Chance vor der Pause – durch einen zu kurzen Kopfball auf BSV-Schlussmann Kevin Birk, der in höchster Not gegen Hendrik Ostermann retten musste. Den Nachschuss setzte Kevin Schulz knapp daneben.

Danach kamen die Gäste besser ins Spiel, gingen früher auf den Ball und kamen besser in die Zweikämpfe. „Wir haben zum Teil aber auch zu früh versucht, nach vorne durchzustechen“, monierte Flensburgs Trainer Daniel Jurgeleit: „Darauf hat der Gegner nur gewartet, um dann mit gefährlichen Tempogegenstößen zu kontern.“ Einen davon hielt ETSV-Torwart Florian Kirschke gegen Boyamba (14.), und ein 17-Meter-Geschoss von Rehdens Linksaußen Jorge Lubaca drehte er nach schöner Flugeinlage über den Querbalken (44.). „Für einen Keeper war der aber ganz dankbar“, kommentierte Kirschke grinsend Lubacas leicht zu tief angesetzten Schuss. Somit ging’s torlos in die Kabinen, „und das war für uns schon okay“, urteilte Hummel über die erste Halbzeit, die Jurgeleit „nur zum Teil“ zufrieden stellte.

Ansehnlicher lief es für sein Team nach dem Wechsel. Auch, weil Rehdens Stutter wegen Magenschmerzen vom Platz musste und das Mittelfeldzentrum mit drei Sechsern dadurch offener wurde. Schulz fand über halblinks ein Schlupfloch durch eine Rehdener Schnittstelle, Keeper Birk eilte heraus – doch „Schulles“ Lupfer flog über ihn ins Netz (54.)! – 0:1. Aber bei Flensburg kam nun diese für Hummel rätselhafte „Nervosität auf, die wir zuletzt öfter hatten, wenn wir geführt haben“. Die Folge: das 1:1. Der eingewechselte Ramiz Pasiov drückte nach starkem Sprint hinter die Abwehr eine Linksflanke Boyambas am zweiten Pfosten über die Linie (82.). „Das hätte uns doch wenigstens den psychologischen Vorteil geben müssen, zumindest dieses 1:1 halten zu können“, klagte Gerber, Aber Hummel gewann vier Minuten vor Schluss sein x-tes Duell, schickte mit langem Pass parallel zur rechten Außenlinie Patrick Thomsen auf die Reise – und dessen Querpass verwertete Sykora in seiner ersten ungestörten Aktion. „Fiete ist ein guter Fußballer, aber er hatte es heute schwer“, verdeutlichte Hummel: „Rehden ist eine der wenigen Mannschaften, die uns mit ihren großen Jungs körperlich gewachsen ist. Kaufen kann sich der abstiegsbedrohte Tabellen-Zwölfte davon aber nichts.

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