Während des Spiels gegen St. Pauli II

Herzinfarkt von BSV-Boss Schilling trübt Freude über Sieg

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Hier kommt Rehdens Abu Bakarr Kargbo (links) gegen St. Paulis Torwart Svend Brodersen einen Schritt zu spät. Der Stürmer hatte vorher aber schon das 1:0 erzielt. Insgesamt zeigte der 22-Jährige eine engagierte Leistung.

Rehden - Von Cord Krüger. Gestern war alles Sportliche längst in den Hintergrund gerückt. Der befreiende 3:1 (0:0)-Sieg des BSV Rehden über den FC St. Pauli II, der erste Erfolg des Regionalligisten seit zwei Monaten, hatte tags zuvor noch für beste Stimmung in den Waldsportstätten gesorgt – trotz des Schocks in der ersten Halbzeit, als BSV-Vorsitzender Friedrich Schilling mit dem Krankenwagen in die Diepholzer Klinik kam.

Doch der 64-Jährige hatte abends noch per Telefon Entwarnung gegeben. Matthias Giese, zweiter Vorsitzender der Schwarz-Weißen, sprach von einem Schwächeanfall und ergänzte: „Diesen Sieg widmen wir Friedrich!“ Gestern ergaben weitere Untersuchungen: Schilling erlitt einen Herzinfarkt. „Er wollte das zuerst gar nicht wahrhaben“, berichtete seine Frau Gisela am Mittag: „Hoffentlich war das der Warnschuss zur richtigen Zeit für ihn.“

Keine Frage: Die aufreibenden letzten Wochen mit den Ausstiegen von Trainer Alexander Kiene und Sportchef Markus Kompp sowie die Kündigung von Co-Trainer Sandy Peter Röhrbein (siehe Extra-Text) können am engagierten BSV-Macher nicht spurlos vorübergegangen sein. Vor dem Anpfiff wirkte er aber lockerer als sonst. Doch während der Partie wurde ihm übel. Bald darauf fuhren im hinteren Bereich des Stadions Rettungs- und Notarztwagen mit Blaulicht vor. Immerhin: Schilling stieg aus eigener Kraft ein.

Nur ein Teil der 350 Zuschauer bekam die Szene mit, denn der BSV ging just zu diesem Zeitpunkt mit 1:0 durch Abu Bakarr Kargbo in Führung – nach dem ersten schönen Spielzug über den wieder mal zweikampf- und laufstarken Marcel Stutter. Der Sechser hatte auf Danny Arend gepasst, der flankte zu Aldin Kljajic, seine Hereingabe köpfte Wal Fall auf Kargbo – und der stocherte die Kugel rein (23.).

Bis dahin hatten die 350 Zuschauer kaum Erwärmendes gesehen. Beide Teams boten wenig. Rehden zog sich weit zurück und gewährte der Zweitliga-Reserve in deren Hälfte zu Spitzenzeiten 18 Ballkontakte ohne Bedrängnis. „Aber immerhin haben wir nichts zugelassen“, urteilte BSV-Interimstrainer Franz Gerber. Abwehrchef Stefan Heyken erklärte die zunächst defensive Marschroute mit dem Wunsch, zu alter Stärke zurückzufinden: „In der letzten Rückrunde hat uns das stark gemacht und Erfolg gebracht, wenn wir hinten sicher gestanden haben.“ Das klappte auch bis auf eine Ausnahme in Minute 43: St. Paulis bester Stürmer Nico Empen setzte sich auf der rechten Seite durch, flankte zu Maurice Litka, der verstolperte – aber aus dem Gewühl traf Joel Keller zum Ausgleich.

Aus dem Rückschlag resultierte nach dem Seitenwechsel „eine sehr schwierige Phase“, beschrieb Gerber die Verunsicherung: „Wenn St. Pauli da in Führung gegangen wäre, hätten wir es sehr schwer gehabt.“ Doch die Gäste agierten „nicht zwingend genug“, monierte ihr Trainer Remigius Elert, und der BSV hielt dagegen. „Kompliment an mein Kollektiv“, lobte Gerber.

So überstanden die Schwarz-Weißen diese Minuten – und schlugen zurück: Danny Arend tankte sich von rechts in den Strafraum an vier Hamburgern vorbei, passte ins Zentrum zu Wal Fall – und der zog trocken durch Freund und Feind ab – 2:1! „Mein erstes Tor, das wurde mal Zeit“, meinte Fall: „Ich habe schon oft genug vorbeigeschossen. Und mein Kopfball vor Abus 1:0 war auch nicht toll: Ich wollte ins Tor köpfen, stattdessen wurde es eine Vorlage.“

Egal, Fall belohnte sich mit seinem Treffer für reichlich Arbeit, Rehden fand zur Sicherheit zurück, führte Regie. Doch es blieb bis zur 87. Minute spannend: Da köpfte Heyken eine Ecke von Jeff-Denis Fehr zum 3:1 in die Maschen. Ausgerechnet Heyken, dessen Einsatz fraglich war. „Ich schreibe gerade an meiner Masterarbeit und konnte nicht komplett trainieren“, erklärte der Innenverteidiger, der zudem noch eine leichte Blessur vom 1:1 aus Havelse am Freitag davor mitgebracht hatte. „Aber alles halb so wild.“ Gravierender war da die Sorge um Friedrich Schilling, das auch Elert zusetzte: „Im Namen des FC St. Pauli gehen von mir auch beste Genesungswünsche an Herrn Schilling. Wir hoffen, dass er bald wieder dabei ist. Alles Gute.“ Eine feine Geste.

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