Rehdens Trainer plant gegen Lübeck offensivere Taktik, bangt aber um Kifuta

„Zu brav“: Petersen sehnt stürmischere Zeiten herbei

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Kiala Kifuta (links) hängt sich für Rehden rein – mit Kopf, Hand und Fuß. Umso mehr hofft BSV-Trainer Andreas Petersen, dass der Stürmer bis zum Heimspiel am Sonntag gegen Lübeck wieder fit wird.

Rehden - Von Cord Krüger. Er kann ihnen nicht böse sein. „Das sind nette Jungs, die würde man am liebsten alle sofort adoptieren“, sagt Andreas Petersen über seine Regionalliga-Fußballer vom BSV Rehden. Doch im Spiel sind sie ihrem Trainer zu lieb – etwa Josip Tomic, Taiki Hirooka und Khalid Lahyani, die Besetzung seiner defensiven Mittelfeldreihe beim 0:3 am Freitag in Havelse.

„Das war zu brav“, hatte Petersen hinterher moniert: „Es hätte noch gefehlt, dass sich Taiki nach jedem Tackling bei seinem Gegner entschuldigt.“ Der BSV-Coach vermisste die „nötige Mentalität“. Doch allein dieses Defizit veranlasst ihn nicht zur Überlegung, am Sonntag ab 15 Uhr im Heimspiel gegen den VfB Lübeck von seiner Dreifach-Sechs abzukehren.

„Wir wollen einfach offensiver agieren“, verrät der 54-Jährige: „Es nützt uns nichts, wenn wir nur hinten sicherer stehen. Zuletzt fehlte mir etwas Druck nach vorn.“

Doch mit welchen Stürmern? Einer, der zuletzt den größten Druck entwickelt hatte, heißt Kiala Kifuta. Aber der Einsatz des bisher fünffachen Torschützen und eifrigen Lückenreißers in des Gegners Defensive hängt am seidenen Faden, weil er sich in Havelse eine Rückenprellung zuzog. Sollte der Kongolese passen müssen, käme Omar El-Zein in die erste Elf. Ebenfalls lädiert kehrte Danny Arend zurück – mit einer Oberschenkelzerrung. „Beide haben noch einige Hausaufgaben vor sich“, weiß Petersen. Die Hausaufgaben hinsichtlich einer Analyse des VfB haben der Chefcoach und Co-Trainer Danny König bisher noch nicht vollständig erledigt: „Lübeck ist der einzige Gegner, den wir bisher noch nicht beobachten konnten“, sagt Petersen. Trotzdem weiß er um einige Stärken der Marzipanstädter, die nach der Club-Insolvenz Ende 2012 und dem Zwangsabstieg in die Schleswig-Holstein-Liga jetzt eindrucksvoll in die Viertklassigkeit zurückgekehrt sind. „Das war der stärkste Meister der Aufstiegsrunde – und im Moment steht er mit Recht als bester Aufsteiger in der Tabelle da“, warnt Petersen vor dem aktuellen Siebten. Es ist eine andere „Unbekümmertheit“ als die Rehdener: „Lübeck blickt nach oben, wir zurzeit eher nach unten. Aber wir dürfen jetzt nicht das Jammern anfangen“, verbittet sich der A-Lizenz-Inhaber jegliche Schwarzmalerei: „Bis zu unserem Rückstand hatten wir Havelse im Griff – trotz unserer augenblicklichen personellen Lage. Wir haben es nur nicht geschafft, unser Spiel energisch genug durchzudrücken.“

Nur gut, dass zwei seiner Schlüsselspieler nach ihrer Zwangspause in Havelse nun ins Team zurückkehren: Abwehr-Allrounder Jeffrey Obst hat seine Sprunggelenksverletzung auskuriert, und Marius Winkelmann dürfte nach abgelaufener Gelb-Sperre wieder einen Startelf-Platz einnehmen – ob als einer der „Sechser“ oder wie zuletzt als gute Innenverteidiger-Aushilfe: Beide Optionen kämen für den 23-Jährigen infrage.

Weiterhin auf der Verletztenliste stehen Abwehrchef Stefan Heyken wegen eines Sehnenanrisses im Fuß und Kapitän Kevin Artmann, der sich nach seinem Innenbandanriss im Knie zurzeit wieder an die Mannschaft herankämpft. „Wir müssen also weiter improvisieren – aber das geht den anderen Mannschaften in dieser Phase der Saison genauso“, hütet sich Petersen vor dem Anstimmen von Klageliedern: „Wenn meine Jungs im Spiel so hart arbeiten wie jedes Mal im Training, werden sie sich am Sonntag auch endlich mal wieder mit drei Punkten belohnen – und das würde ich ihnen wirklich von Herzen gönnen.“

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