Rehdens Trainer Alexander Kiene geht mit einem guten Gefühl in die Saisonvorbereitung

„Das Team muss funktionieren“

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Eine hohe Leistungsdichte im gesamten Kader ist für Rehdens Trainer Alexander Kiene ein ganz wichtiger Faktor, um erfolgreich zu sein.

Rehden - Von Arne Flügge. Das „Wunder von Rehden“, der von vielen nicht mehr für möglich gehaltene Klassenerhalt in der Fußball-Regionalliga, hallt noch nach, da geht es schon wieder los. Heute Abend (18.00 Uhr) nimmt der BSV Rehden die Vorbereitung auf die neue Saison auf. Im Interview schaut Trainer Alexander Kiene (38) kurz zurück, blickt aber hauptsächlich schon nach vorn.

Herr Kiene, hatten Sie überhaupt Zeit, diese Wahnsinns-Rückrunde für sich einmal in Ruhe zu reflektieren?

Alexander Kiene: Kaum, aber ich kann nur sagen: Besonders die Mannschaft hat Außergewöhnliches geleistet. Wir dürfen nicht vergessen, wo wir im Januar standen. Wir waren doch schon abgeschrieben.

Ein Produkt hoher Einsatzbereitschaft und Disziplin?

Kiene: Natürlich. Da steckte viel Arbeit drin, und die Spieler haben mehr als intensiv geschuftet. Die Jungs mussten auf vieles verzichten und haben sich mit tollen Leistungen dann auch belohnt.

Nach dem Klassenerhalt herrschte große Euphorie. Wie viel kann die Mannschaft davon mit in die neue Saison nehmen?

Kiene: Ich hoffe, sehr viel. Seit dem ersten Tag habe ich gespürt, dass wieder eine sehr gute Stimmung in der Mannschaft ist, ein absoluter Teamspirit. Daran wollen wir jetzt anknüpfen. Die Spieler haben unheimlich viel Vertrauen in die eigene Stärke gewonnen. Im Winter waren sie mental am Boden, haben dann aber Woche für Woche mehr an sich geglaubt. Dieses Gefühl müssen wir jetzt mitnehmen. Und ich bin mir sicher: Die Jungs sind hochmotiviert und werden vom ersten Tag an Gas geben.

Ihr Masterplan, die ersten 16 Spieler des Kaders zu halten, ist fast aufgegangen, wobei schon neun Spieler aus der vermeintlich ersten Elf fest zugesagt haben. Für einen Trainer optimal?

Kiene: Ja, und ich hoffe, dass auch die restlichen Spieler, bei denen es noch offen ist, bleiben, wenn die letzten Details geklärt sind. Dass die Jungs fast so zusammenbleiben, zeigt doch den Zusammenhalt in der Truppe, dass sie sich in der Gruppe wohl fühlen und die Qualität der Mannschaft schätzen.

Im Winter haben Sie eine Mannschaft übernommen, die fast komplett neu zusammengewürfelt worden war. Jetzt steht Ihnen ein eingespieltes Team zur Verfügung. Wie sehr erleichtert das nun Ihre Arbeit?

Kiene: Sehr. Es ist generell nicht von Nachteil, wenn eine im Kern erfolgreiche Mannschaft da ist, mit der man arbeiten kann. Die Spieler wissen, welche Philosophie ich habe, sie wissen, wie ich ticke, und ich weiß, wie die Jungs ticken. Das ist eine gute Basis, obwohl wir uns natürlich noch punktuell verstärken müssen und wollen.

Besteht nach dem Weggang von Celio Rocha und Tim Becker in erster Linie Bedarf auf der Torwartposition?

Kiene: Das ist richtig. Wir sind da auch in intensiven Gesprächen. Dazu dürfen wir aber auch die Positionsprofile nicht vernachlässigen. Wir schauen, dass wir noch starke, junge und ehrgeizige Spieler dazu holen, die auch Perspektiven mitbringen, um eine hohe Konkurrenz im Kader zu haben. Das kitzelt aus jedem noch ein paar Prozent mehr raus und hat sich schon in der Rückrunde als eindeutiges Plus erwiesen.

Wie auch die hohe Leistungsdichte im Kader. Ausfälle konnten ohne Qualitätsverlust ersetzt werden.

Kiene: Absolut richtig, das ist ein ganz entscheidender Punkt! Ob Verletzungen, Gelbsperren oder auch mal ein Formtief – wir waren jederzeit in der Lage, Ausfälle zu kompensieren. Konnte ein Stefan Heyken oder ein Kevin Artmann nicht spielen, kam eben ein anderer von der Bank und hat einen super Job gemacht. Es ist wichtig, in allen Mannschaftsteilen Top-Alternativen zu haben.

Genauso wichtig scheint dabei aber auch, den Spielern, die auf der Bank sitzen, Perspektiven aufzuzeigen und ihnen auch mal – wenn nötig – die eine oder andere Streicheleinheit zu geben, damit nicht gemurrt wird.

Kiene: Das ist wirklich wichtig. Das Team muss funktionieren. Vom ersten bis zum letzten Mann. Das ist das oberste Gebot. Und eine Saison ist lang, es kann immer mal wieder Ausfälle geben. Gerade durch unser duales System mit Arbeit und Fußball kann es bei jedem Spieler durch beruflichen Stress oder Prüfungen zu Schwankungen kommen. Und dann ist es wichtig, wenn jemand da ist und sagt: Ich bin bereit.

Haben Sie die Befürchtung, dass sich beim BSV Rehden, der zweitbesten Rückrundenmannschaft, jetzt ein wenig der Schlendrian einschleichen könnte?

Kiene: Nein, überhaupt nicht! Die Jungs haben ein ganz feines Gespür dafür entwickelt, dass sie die Tugenden wie Leidenschaft, Aggressivität und Laufbereitschaft immer wieder zu 100 Prozent abrufen müssen. Wir müssen uns alles wieder neu erarbeiten. Für die starke Rückrunde können wir uns jetzt nichts mehr kaufen. Über Sieg und Niederlage entscheiden manchmal nur Details, und in diesen Kleinigkeiten musst du stark sein. Dazu gehört auch die Einstellung.

Vor einer Saison werden gerne die Ziele abgefragt. Was sind Ihre?

Kiene: Für einen kleinen Verein wie den BSV Rehden kann es nur Jahr für Jahr darum gehen, die Liga zu halten, guten Fußball zu spielen und sich zu etablieren. Natürlich bin ich auch jemand, der sagt: Wir möchten uns als Mannschaft verbessern und weiterentwickeln. Doch dabei schaue ich nicht auf Tabellenplätze. Wir haben eine tolle Rückrunde gespielt, jetzt wollen wir eine tolle Saison spielen. Und da bin ich auch sehr positiv gestimmt.

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