Kapitän trifft gegen Wilhelmshaven – fällt aber jetzt mit Muskelfaserriss aus

Rehdens Sieg teuer bezahlt: Artmann beim 1:0 verletzt

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Viel unterwegs: Rehdens Danny Arend (hier Sieger gegen die Wilhelmshavener Aljoscha Hyde und Benjamin Sturm, v.l.). ·

Rehden - Von Cord Krüger. 76 Minuten lang riss er seine Mannschaft mit, rackerte, steuerte, knackte den Abwehrriegel des SV Wilhelmshaven mit dem Tor des Tages zum 1:0 (0:0)-Sieg des BSV Rehden. Dann, in Minute 77, humpelte Kevin Artmann vom Platz und klatschte Boris Koweschnikow zum Wechsel ab.

Die Wade zwang den offensiven Mittelfeldmann zum Aufgeben. „Es sieht stark nach einem Muskelfaserriss aus“, fasste BSV-Trainer Björn Wnuck Artmanns erste Selbsteinschätzung und die Diagnose von Mannschaftsarzt Dr. Andreas Schlüsche zusammen. Das ist bitter, schließlich riss Rehden dadurch die Achillesferse des Spiels.

Denn das 1:8 in Wolfsburg ohne den in der Vorwoche verletzten 27-Jährigen und die Schlussphase nach Artmanns Abgang am Samstag zeigten, dass die Schwarz-Weißen einen Ausfall ihres Regisseurs nicht kompensieren können. „Das ist brutal bitter“, urteilte Wnuck über den Ausfall.

Ohne den Denker und Lenker hinter der Spitze des Rehdener 4-2-3-1-Systems – diesmal stürmte zunächst Mehmet Ali Fidan anstelle des nicht mal für den Kader nominierten Alexander Neumann – wäre der BSV noch später als in jener 27. Minute zum ersten Torschuss gekommen – den gab nämlich Artmann ab (knapp vorbei). Neben einem daneben gesetzten Kopfball des diesmal öfter als sonst mit aufgerückten Innenverteidigers Stefan Heyken (30.) und einem ebenfalls neben den Pfosten gesetzten Schuss von Danny Arend (36.) war‘s das in Durchgang eins nämlich schon an Offensivaktionen der Gastgeber vor 320 Zuschauern. „So eine 1:8-Reise schüttelt man eben nicht im Vorbeigehen ab“, entschuldigte sich Wnuck hinterher bei den Fans.

Vielleicht erklärt das die hochgradige Verunsicherung seiner Mannschaft, die wegen Fehlpässen und Ballverlusten im ersten Durchgang wenig zustande brachte. „Am Anfang waren wir ein bisschen zu verkrampft – aber das ist normal, wenn man vorher so eine Packung gekriegt hat“, bilanzierte Mittelfeldmann Danny Arend.

Zur Pause reagierte Wnuck auf die Sturmflaute und brachte neben Francis Banecki im Angriff auch Bryan Jordan für die rechte Außenbahn; Dauerläufer Arend übernahm für den ausgewechselten Jeff-Denis Fehr die linke Seite im offensiven Mittelfeld. „Ich wollte durch die Wechsel nach vorn hin mehr Impulse setzen – und das ist auch gelungen“, stellte Wnuck mit Blick auf das 1:0 fest: Banecki hatte den Ball fein auf Artmann abgelegt, der hielt aus 17 Metern Entfernung im vollen Lauf drauf – und überwand SVW-Torwart Artur Siegl (51.). Rehden marschierte weiter, doch der letzte Ball kam nicht an. Zunächst, weil Wilhelmshavens Innenverteidiger Angelos Eleftheriadis Danny Arend im Strafraum foulte und dafür die Rote Karte sah (58.) – eine harte Entscheidung, die Gäste-Coach Farat Toku auf die Palme brachte: „Wenn man uns in der Liga nicht haben will, muss man es nur sagen. Bis dahin spielen wir normal weiter“, ereiferte sich der SVW-Trainer nach dem zweiten Platzverweis im zweiten Spiel hintereinander: „Erstens war es kein Foul, zweitens war Angelos nicht letzter Mann.“

Doch daran allein lag's nicht, dass der juristisch vom Zwangsabstieg bedrohte Tabellen-16. mit leeren Händen heimreiste. Denn einerseits verweigerte Schiedsrichter Murat Yilmaz Banecki einen Foulelfelfmeter (59.) und schuf damit ein bisschen ausgleichende Gerechtigkeit, andererseits „hatte ich nicht das Gefühl, dass wir einen Mann mehr auf dem Platz hatten, sonder eher, dass es ein Mann weniger war“, fasste Wnuck die Schlussoffensive der Roten zusammen: „Ich kann nicht sagen, dass es ein gutes Spiel war.“ Aber Verteidiger Christian Hegerfeld stellte das Positive in den Vordergrund: „Wir wollten Wiedergutmachung betreiben und die Punkte hier behalten – das haben wir geschafft.“ Gut so, denn die nächsten Wochen bei den Quasi-Profis von Hannover 96 II, dem FC St. Pauli II und HSV II haben es in sich. Und ohne Kapitän Artmann wird die Aufgabe noch schwieriger.

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