Rehdens neuer Trainer Andreas Petersen wehrt sich nach Magdeburger Vorfall gegen „Rambo“-Image

„Ich bin kein Stinkstiefel“

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Gute Hilfe: Trainer Andreas Petersen (rechts) nimmt die Infos vom langjährigen Rehdener Co-Trainer Jacek Burkhardt gern an.

Rehden - Sein Sohn ist beim SV Werder stets ein gefragter Interviewpartner – denn Bremens Stürmer Nils Petersen gibt immer ausgiebig Auskunft. Ob sein Vater Andreas Petersen ein ähnlich rasantes Redetempo an den Tag legt, das die Kugelschreiber glühen lässt? „Tja“, sagt der neue Trainer des BSV Rehden, irgendwo muss Nils das ja her haben“ – und schmunzelt. Entsprechend umfassend stand der 54-Jährige gestern Abend vor seiner ersten Einheit Rede und Antwort – auch über seine nicht immer rosige Zeit beim 1. FC Magdeburg.

Herr Petersen, Sie kommen gerade von einer Wohnungsbesichtigung. Haben Sie schon etwas gefunden?

Andreas Petersen: So gut wie. Hier gibt es ja einiges. Komplett habe ich mich noch nicht entschieden. So lange wohne ich noch im Hotel. Aber das ist kein Problem.

Wie gefällt es Ihnen im Norden? Konnten Sie schon die Umgebung erkunden?

Petersen: Gut, ein bisschen kannte ich das ja hier oben schon von meinen Besuchen bei Nils in Bremen. Und am Saisonende habe ich Rehdens letzte Spiele gesehen, da bekommt man auch einiges mit.

Welchen Eindruck hatten Sie von den Partien? Welche Liga ist stärker – die Regionalliga Nord oder die Regionalliga Nordost, in der Sie jetzt mit Magdeburg Vizemeister wurden?

Petersen: Vom Spielerischen her die Nord-Liga – wegen der vielen Bundesliga-Reserven und solch guter Clubs wie Goslar oder Havelse. Aber von der Physis her ist der Osten stärker – da wird etwas brutaler gearbeitet. Ein bisschen davon versuche ich, der Mannschaft mitzugeben.

Stichwort brutal: Nachdem Sie im Oktober mit Nordhausens Trainer aneinandergeraten waren, hatten Sie in der Boulevard-Presse den Titel „Rambo-Trainer“ weg. Hat Sie das mitgenommen?

Petersen: Natürlich. Ich bin seit 30 Jahren im Geschäft und stand noch nie vorm Sportgericht – bis zu diesem Vorfall. Ich hatte es aber auch noch nie mit einem solchen Kollegen zu tun. Doch wenn ich immer und immer wieder beleidigt und beschimpft werde, kommt irgendwann der Punkt, an dem Schluss ist. Ich bin kein Stinkstiefel. Wer mit mir nicht klarkommt, kommt mit keinem klar. Doch ich habe aus der Sache gelernt.

Inwiefern?

Petersen: So etwas kommt nicht mehr vor. Ich will mich nicht wieder in eine Schublade stecken lassen.

Hätten Sie sich mehr Rückhalt vom Verein gewünscht?

Petersen: Ja, das gebe ich zu. Ich war dort schon fast zwei Jahre tätig, immer ein Vorbild für Mannschaft und Fans und hatte auch sportliche Erfolge. Da hatte ich schon eine andere Reaktion erwartet. Aber das Thema ist abgeschlossen.

Also der Blick nach vorn. Was haben Sie sich mit dem BSV Rehden vorgenommen?

Petersen: Wir können keine Wunderdinge versprechen, aber wir wollen das Bestmögliche aus der Mannschaft herausholen. Sie hat hohe Qualität, auch ohne herausragende Individualisten. Ein hochveranlagter Spieler mit überzogenen Ansprüchen passt auch nicht hierher. Hier geht jeder zur Arbeit, und ich muss aufpassen, dass er fit für Fußball und Beruf bleibt. Doch die Liga ist bärenstark. Da gibt es kein Fallobst.

ck/flü

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