Rehdens Manager ab sofort Vorstandsboss bei Drittligist / „Es war Zeit für Neues“

Hammer! Sportchef Kompp heuert bei Hansa Rostock an

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Karrieresprung: Markus Kompp wechselte gestern vom BSV Rehden auf den Chefsessel von Hansa Rostock. Verübeln kann ihm das niemand, doch der Sportchef geht zur Unzeit.

Rehden - Von Cord Krüger. Der nächste personelle Hammerschlag trifft den BSV Rehden hart, katapultiert seinen bisherigen Sportvorstand aber von einem Tag auf den nächsten in den Profifußball: Markus Kompp verließ gestern den Regionalligisten und unterschrieb einen Zweijahresvertrag bei Drittligist Hansa Rostock.

Der erst 33-Jährige tritt dort aber nicht irgendeinen Posten an, sondern gleich den höchsten – den des Vorstandsvorsitzenden! Aus diesem Grund hielt sich die Enttäuschung beim BSV in Grenzen. „Wir in der Mannschaft sind alle überrascht – aber für einen jungen Mann wie Markus ist das ein Riesensprung auf der Karriereleiter“, verdeutlichte Rehdens Kapitän Kevin Artmann. Kompp hatte eine Bewerbung an den einstigen Bundesligisten geschickt. Als Hansa vor einer Woche mit ihm Kontakt aufnahm, setzte sich der Kandidat sofort mit Rehdens Vorsitzendem Friedrich Schilling zusammen. „Ich wollte, dass alles sauber abläuft“, erklärte der Wirtschaftsjurist. Danach folgten zwei Gespräche mit dem Rostocker Aufsichtsrat – und die Zusage.

Angesichts dieser Chance legte ihm Schilling keine Steine in den Weg: „Ich kann ihm dazu nur gratulieren. Das ist eine interessante, wenn auch schwere Aufgabe“, urteilte er mit Blick auf die Turbulenzen des Drittliga-Vorletzten, die zuletzt im Rücktritt von Vereinschef Michael Dahlmann gipfelten. Eine Ablöse aus der Hansestadt sei nicht zu erwarten, „höchstens vielleicht ein Hansa-Freundschaftsspiel bei uns“, meint der BSV-Boss mäßig begeistert. Doch das sei zweitrangig: „Wir haben Herrn Kompp sehr viel zu verdanken“, stellte Schilling klar – und nannte an erster Stelle die organisatorische Leistung für Rehdens Erstrundenspiel im DFB-Pokal gegen den großen FC Bayern im August 2013: „Ohne ihn hätten wir das nie gestemmt bekommen.“ Kompp selbst gab diesen Dank gestern Abend postwendend zurück, als er nach einem langen Vorstellungsmarathon („Ich weiß nicht mehr, wie viele Interviews es waren“) sein Hotelzimmer erreichte: „Ich bin Herrn Schilling unheimlich dankbar, dass er mir diese Chance ermöglicht hat. Alle im Verein werden mir fehlen. Aber die Aufgabe hier hat mich gereizt, und es war Zeit für etwas Neues.“

Im Januar 2013 war der Schwabe zu den Schwarz-Weißen gekommen. Zuvor hatte er zwei Jahre lang die SpVgg Bayreuth als Geschäftsführer auf Vordermann gebracht, die Insolvenz abgewendet und die Weichen für den direkten Wiederaufstieg in die Bayern-Liga gestellt.

Seine erste Amtshandlung für Rehden: der Deal mit dem damals neuen Hauptsponsor „Vensys“. Danach baute er ein Merchandising-Geschäft mit BSV-Fanartikeln auf, gewann Sponsoren und zeichnete für die Kaderplanungen mitverantwortlich. Gerade diese Arbeit im sportlichen Bereich gibt Kapitän Artmann mit Blick auf die nächsten Wochen zu denken. Doch der Ausstieg über Nacht von Trainer Alexander Kiene Anfang Oktober sei natürlich nicht mit Kompps Abschied zu vergleichen: „Markus musste zugreifen, er findet in Rostock ein ganz anderes Umfeld bei einem Traditionsverein mit vielen tollen Fans vor. Aber für uns ist das alles andere als gut. Jetzt bricht wieder ein wichtiger Mann weg, der sich immer bemüht hat, Dinge zu klären.“ Franz Gerber könne dies nicht leisten: „Er hat stets betont, dass er Interimstrainer ist – und er hat ja auch Wichtigeres zu tun. Aber die Suche und die Verhandlungen mit einem neuen Trainer waren ja bisher Sache von Markus. Herr Schilling kann mit seinen geschäftlichen Verpflichtungen dafür nicht so viel Zeit aufbringen.“ Hinzu kämen Gespräche mit Spielern – „mit denen, die schon hier sind und mit denen, die uns in der Winterpause noch verstärken könnten“, erinnert Artmann: „Denn sportlich ist unsere augenblickliche Lage ja auch nicht die Beste – schließlich haben wir seit Kienes Weggang nicht mehr gewonnen. Das alles wird jetzt nicht einfacher.“

Wie Schilling die Lücke auf dem Platz des Managers schließen will, weiß er noch nicht. „Dafür ist es heute Abend noch zu früh“, sagte der 64-Jährige gestern: „Wir müssen jetzt erstmal die Gesamtsituation im Verein analysieren und sollten schnell eine Hauptversammlung abhalten“, meint der Unternehmer.

Kompp selbst weiß, dass sein urplötzlicher Abschied einige beim BSV verletzt. „Aber ich habe Herrn Schilling gegenüber immer mit offenen Karten gespielt. Und ich werde mich noch von der Mannschaft verabschieden und mich bei jedem einzeln bedanken.“ Vielleicht schon am Freitag, während Rehdens Auftritt beim TSV Havelse mit dessen neuem Trainer Kiene.

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