Rehdens Kapitän Kevin Artmann über das Aalen-Spiel und dessen Nachhaltigkeit

„Als Kollektiv sind wir richtig stark“

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Zum Zuschauen verdammt: Rehdens Kapitän Kevin Artmann brachte sich trotzdem voll ein.

Cloppenburg/Rehden - Von Arne Flügge. Wegen einer Knieverletzung war Kevin Artmann zum Zuschauen verdammt gewesen. Der Kapitän von Fußball-Regionalligist BSV Rehden saß während des DFB-Pokalspiels gegen Zweitligist VfR Aalen (n.E. 4:5) aber auf der Bank, feuerte die Kollegen an, motivierte sie – immer wieder lautstark. Im Interview gibt der 28-Jährige einen Einblick in seine Gefühlswelt, erläutert, was die Mannschaft so stark machen kann und was sie nun in den Liga-Alltag mitnimmt.

Herr Artmann, wie brutal war es für Sie, zuschauen zu müssen und nicht eingreifen zu können?

Kevin Artmann: Es ist schon traurig und bitter, wenn du nicht dabei sein kannst in einem Spiel, für das du das ganze Jahr gearbeitet hast. Das tut schon weh.

Dabei waren Sie gerade so richtig gut drauf, haben sich dann aber beim 2:2 in Bremen einen Innenbandanriss zugezogen.

Artmann: Das stimmt. Ich hatte eine richtig gute Vorbereitung, habe mich von Spiel zu Spiel besser gefühlt – und dann diese Verletzung. Das ist wirklich hart. Denn zum einen werde ich mindestens sechs Wochen ausfallen, zum anderen konnte ich der Mannschaft gegen Aalen auf dem Platz nicht helfen.

Auf dem Platz vielleicht nicht, aber Sie haben das Team immer wieder von der Bank lautstark gepusht, in der Pause sogar auf dem Platz eine Ansprache ans Team gehalten.

Artmann: Das ist ja auch meine Aufgabe als Kapitän. Ob ich nun spielen kann oder nicht – ich muss für das Team da sein.

Am Ende aber stand dann das bittere Ausscheiden nach Elfmeterschießen.

Artmann: Ja. Und das ist wirklich frustrierend, denn das haben die Jungs nicht verdient gehabt. Aalen hatte mit uns mehr Probleme als wir mit ihnen. Das sagt doch alles. Und wenn wir in der Verlängerung eine unserer Chancen reinmachen, dann sind wir weiter.

Also überwiegt trotz der grandiosen Leistung doch die Enttäuschung?

Artmann: Natürlich, das ist doch klar. Unterm Strich tut es einfach nur weh, denn wir sind wieder ausgeschieden. Wir waren sehr, sehr dicht dran – dennoch sind wir nun in der zweiten Runde nur Zuschauer.

Trainer Andreas Petersen sprach dennoch davon, unheimlich stolz auf die Mannschaft zu sein.

Artmann: Und das auch völlig zu Recht. Wir waren dem nächsten Tor immer näher als der Gegner. Die Mannschaft hat 120 Minuten Gas gegeben, die taktischen Vorgaben des Trainers perfekt umgesetzt. Jeder ist marschiert, war für den anderen da und hat sein persönliches Ego hinten angestellt.

Was nimmt die Mannschaft nun aus diesem Spiel mit in den Liga-Alltag?

Artmann: Dass wir nun an der Leistung, die wir gezeigt haben, auch in der Liga gemessen werden. Dem müssen wir uns stellen. Wir nehmen aber auch mit, dass wir eine unheimlich hohe Qualität im Kader haben. Wir dürfen ja nicht vergessen, dass gegen Aalen in Omar El-Zein und Danny Arend noch zwei Klassespieler gefehlt haben. Wenn wir diese Qualität jetzt in der Liga abrufen, können wir jeden schlagen und es wird schwer, uns zu schlagen.

Und wenn diese Qualität nicht permanent abgerufen wird?

Artmann: Dann passieren solche Spiele wie das 2:5 im NFV-Pokal gegen Lüneburg. Wir haben nicht die vielen individuellen Extraklasse-Spieler, die das Ding noch mal drehen können. Wir kommen über das Kollektiv. Es geht nur gemeinsam – Jeder für Jeden. So, wie jetzt gegen Aalen. Ansonsten sind wir – und das ist jetzt nicht despektierlich gemeint – eine durchschnittliche Mannschaft. Kommen wir aber über dieses Kollektiv, sind wir richtig stark.

Befürchten Sie, dass das bittere Pokalaus negative Auswirkungen auf die Mannschaft haben könnte?

Artmann: Ich hoffe nicht. Und ich glaube auch nicht, dass das passiert. Wir müssen das Positive mitnehmen – und davon gibt es viel.

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