Rehdens Kapitän Kevin Artmann im Interview

„Vor uns liegt noch viel Arbeit“

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Kevin Artmann

Rehden - Das erste Pflichtspiel der neuen Saison ist erfolgreich absolviert. Fußball-Regionalligist BSV Rehden ist mit einem 2:1-Auswärtssieg beim Ligakonkurrenten BV Cloppenburg in die zweite Runde des NFV-Pokals eingezogen. Vor dem Ligaauftakt morgen (15.00 Uhr) in den Waldsportstätten gegen den TSV Havelse warnt Kapitän Kevin Artmann (29) aber davor, jetzt in verfrühte Euphorie zu verfallen.

Herr Artmann, war der Sieg gegen Cloppenburg der Dosenöffner für die Saison?

Kevin Artmann: Im Moment würde ich das noch nicht behaupten. Denn es liegt noch viel Arbeit vor uns. Um ehrlich zu sein, hatten wir gegen Cloppenburg ja auch viel Glück. Wir waren zwar spielerisch besser, aber uns hat vorn die Durchschlagskraft gefehlt. Und wir haben ja förmlich um das Gegentor gebettelt.

Dennoch hat die Mannschaft das Spiel noch gedreht.

Artmann: Und das spricht für ihren Charakter, dass sie die Willensstärke hat, zurückzukommen und dann auch in der Lage ist, ein Spiel zu drehen. Die Jungs sind bereit, über die Schmerzgrenze hinaus zu gehen. Sie sind bereit zu fighten. Darauf können wir stolz sein. Und natürlich sind wir glücklich, eine Runde weiter zu sein.

Was fehlt noch?

Artmann: Wir haben einen hohen Anspruch an uns selbst, und der Trainer hat auch einen hohen Anspruch an uns. Dem werden wir noch nicht gerecht. Wir rufen noch nicht die Leistungen ab, die wir abrufen können. Das gilt auch für mich. Ich hatte eine hohe Fehlpassquote und keine Ideen.

Woran liegt das?

Artmann: Zum einen war die Vorbereitung sehr holprig. Wir haben viel und hart trainiert, hatten aber gegen Lotte nur einen echten Test. Das Spiel gegen Cloppenburg bei 40 Grad zähle ich nicht dazu. Und danach haben wir nur gegen unterklassige Mannschaften gespielt. Verletzungen kamen hinzu, einige Spiele wurden abgesagt, und zum Schluss dieses Chaos am „Tag des Sports“. Das ist alles nicht gerade förderlich, wenn die Abläufe passen und die Neuen verinnerlichen müssen, was wir vorhaben.

Und zum anderen?

Artmann: Ein Großteil der Mannschaft ist zwar geblieben. Das ist generell gut, um eine gewisse Konstanz im System zu haben. Aber es hat auch Veränderungen gegeben. Klar, dass wir da nicht so eingespielt sind, der eine oder andere noch Zeit braucht. Man darf auch nicht vergessen, dass wir wenig Regenerationszeiten haben, weil wir Arbeiten und Fußball spielen.

Der Kader ist verhältnismäßig klein. Ein Problem?

Artmann: Durch den Pokal beginnen wir mit einer englischen Woche und haben auch danach eine englische Woche. Sollten wir auch in Meppen gewinnen, steht uns noch eine weitere bevor. Das kostet viel Kraft und wird sich nach hinten raus bemerkbar machen.

Zumal Serhan Zengin die gesamte Vorbereitung verpasst hat, Marcel Stutter angeschlagen ist und Stefan Heyken wegen seines Lehramtes häufiger gefehlt hat.

Artmann: Und das hat sich in Cloppenburg bemerkbar gemacht. Stefan ist unser Kommunikator in der Abwehr, Marcel kann mit seiner körperlichen Präsenz Zeichen setzen. Da ist schon Qualität, die uns dann abgeht.

Das heißt, der Club sollte personell noch etwas tun?

Artmann: Ich hoffe, dass wir noch ein, zwei Leute mit Qualität dazubekommen. Das belebt den Konkurrenzkampf, und Verletzungslöcher können geschlossen werden.

flü

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