Rizzis Freistoß reicht Wolfsburg II

Rehdens Kämpfer unbelohnt – 0:1

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Pech für Rehdens Bocar Djumo (vorn), Glück für Wolfsburgs Tim Siersleben (unten): In dieser Szene hätte der BSV-Stürmer Djumo Elfmeter bekommen können. Doch er fiel nicht und beschwerte sich auch nicht, obwohl ihn Siersleben am Knie traf.

Rehden - Vielleicht sehen die Fans des BSV Rehden den Rasen der Waldsportstätten in diesem Jahr nicht wieder – obwohl für den Regionalligisten bis zum 6. Dezember noch zwei Heimspiele angesetzt sind. Doch das Geläuf hat nach dem großen Kampf der Schwarz-Weißen gegen Spitzenreiter VfL Wolfsburg II vor 485 Zuschauern (darunter sogar HSV-Cheftrainer Dieter Hecking) ziemlich gelitten.

Am Ende setzte sich die Bundesliga-Reserve beim bisherigen Tabellenvierten mit 1:0 (0:0) durch, aber in der der Stimme von BSV-Trainer Heiner Backhaus schwang am Samstagabend trotzdem eine gehörige Portion Stolz mit: „Jeder von meinen Jungs ist heute für jeden durchs Feuer gegangen, hat keinen Zweikampf und keine Auseinandersetzung gescheut. Für einen Fußballromantiker wie mich war es schön zu sehen, wie alle den letzten Tropfen Benzin aus ihrem Körper geholt haben“, lobte der 37-Jährige den Einsatz.

Auch sein Wolfsburger Kollege Rüdiger Ziehl war „sehr stolz auf meine Jungs, weil sie den Kampf angenommen, Mentalität gezeigt und sich in jeden Ball reingeschmissen haben“. Der Coach des amtierenden Meisters sah es angesichts dieses Abnutzungskampfs als „typisch“ an, „dass eine Standardsituation dieses Spiel entscheidet“.

Besagten Standard, einen Freistoß aus zentraler Position, schnippelte VfL-Kapitän Michele Rizzi in Minute 55 aus gut 20 Metern über die Rehdener Mauer links neben den Innenpfosten ins Netz. „Den hätte selbst ein Oliver Kahn in seinen besten Zeiten nicht gehalten“, nahm Backhaus hinterher seinen Keeper Nick Borgman in Schutz, der auf dem tiefen Untergrund schlichtweg nicht zum Abheben kam. Bis zur Schlussphase, als Borgman ganz stark gegen Jesaja Herrmann rettete (81.), blieb das die letzte Gelegenheit der Wölfe, sodass Backhaus meinte: „Mit Blick auf die zweite Halbzeit hätten wir einen Punkt verdient gehabt.“ Andererseits hatte er den brenzligen Auftakt nicht vergessen, als Wolfsburg laut Ziehl „schon nach zehn Minuten hätte führen müssen“.

Stimmt. Denn erst vergab Luca Horn, dann zweimal Omar Marmoush. Erst fuhr der am Samstag unüberwindbare Abwehrchef Tobias Esche bei Marmoushs Schuss noch das linke Bein aus (5.), dann klärte Borgman reflexstark gegen ihn (10.).

Das war der Weckruf für den BSV, der nun schnell nach vorn spielte – über links durch den emsigen Josip Tomic, über rechts durch Shamsu Mansaray, dessen Flanke Kamer Krasniqi aber nicht an der VfL-Abwehr vorbei brachte (21.). Kurz darauf köpfte Bocar Djumo nach einer Rechtshereingabe von Jakob Lewald knapp drüber (22.). „In der Mitte der ersten Halbzeit hatten wir Glück“, gestand Ziehl. Das galt auch für Minute 33, als der aufgerückte Innenverteidiger Miroslav Kovacevic per Kopf nach einer Ecke von Krasniqi das Gehäuse nur haarscharf verpasste (33.). „Da wäre der Torwart schon geschlagen gewesen“, betonte Backhaus. Direkt im Gegenzug kratzte Borgman einen Freistoß von Rizzo aus dem Winkel. So blieb der erste Durchgang torlos.

Im zweiten Abschnitt litt die Partie zunehmend unter den sich verschlechternden Platzverhältnissen. Zwar „bemühten sich beide Seiten um spielerische Lösungen“, fand Ziehl, doch da hätte Rehden auf Dauer die schlechteren Karten gehabt. Denn „Wolfsburg ist auf jeder Position einfach besser besetzt“, verdeutlichte Backhaus. Die Gäste versuchten, das Spiel breit zu machen, die Gastgeber lockten sie aber immer wieder nach innen, „weil wir da am stärksten sind und unser Konterspiel aufziehen können“, erklärte Rehdens Dino Bajric nach seiner bärenstarken Vorstellung im Zentrum.

Daraus ergaben sich Möglichkeiten, doch zunächst hatte Mansaray mit einem Schlenzer vorbei am langen Eck Pech (55.), 120 Sekunden später war er wieder über links durchgebrochen, flankte auf Djumo, doch dessen Schuss parierte VfL-Keeper Jannes Tasche. Dementsprechend fiel die Führung der Bundesliga-Reserve nicht gerade aus dem Nichts, aber auch nicht aus dem Spiel. Rehden reagierte prompt auf den Rückstand, rannte an, Kovacevic köpfte eine Rechtsflanke von Tomic um Zentimeter am Pfosten vorbei (57.), und Addy-Waku Menga zwang mit einem Schuss aus vollem Lauf Tasche zur nächsten Parade (70.). So stand am Ende Rehdens sechste Saisonniederlage, „aber die wirft uns nicht zurück“, versicherte Bajric: „Alle haben alles gegeben.“

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