Rehdens Interimscoach Daniel Gunkel will mit seinen Ex-Kollegen „aus dem Tal“

„Ich kenne die Jungs ja alle“

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Voll fokussiert und mit Vorfreude: Ex-Profi Daniel Gunkel trainiert jetzt seine Ex-Kollegen vom BSV Rehden.

Rehden - Von Cord Krüger. Plötzlich ging alles ganz schnell. Nach dem Rücktritt von Andreas Petersen als Trainer des Regionalliga-Vorletzten BSV Rehden rief Friedrich Schilling am Montag Daniel Gunkel an.

Der Vereinsboss fragte den Ex-Profi, seit Sommer Spielertrainer des BSV Rehden II, ob er als Interimscoach die Erste übernehmen könne. Gunkel musste nicht lange überlegen. „Natürlich will ich helfen, dass wir aus diesem Ergebnistal rauskommen.“ Es folgte die Besprechung im Familienrat, die „Freigabe“ durch Ehefrau Carla, und der fünfjährige Sohnemann Joel „hat sich total gefreut“. Auch bei Papa Daniel überwiegt die Vorfreude.

Zusammen mit Heinrich Neddermann, A-Lizenz-Inhaber und Jugendtrainer im Verein, sieht er sich gut gerüstet. , sagt der Mittelfeldmann, der bis zum Frühjahr selbst noch Führungsspieler des Viertligisten war – bis zu seiner schweren Knöchelverletzung im Spiel beim FC St. Pauli II. Zur Vorbereitung auf die aktuelle Serie stieg er wieder ein, lernte die Neuzugänge kennen – und kam zu dem Urteil, dass es für ihn in diesem starken Kader nicht mehr für ganz oben reicht. Der Mann mit der Erfahrung aus 97 Zweitliga- und 31 Bundesligaspielen übernahm die Zweite in der Bezirksliga, schnürte nach ersten Rückschlägen des jungen Teams wieder selbst die Schuhe und formte ein funktionierendes Kollektiv.

Das muss er jetzt zumindest zeitweise verlassen. „Ich will so oft wie möglich dabei sein – im Training und bei den Spielen. Aber die Verantwortung hat da erstmal jetzt mein Co-Trainer Sascha Feldt“, schildert Gunkel, der gestern Abend sein erstes Training der Ersten leitete. Gunkels bisheriger Eindruck: „Fit sind sie alle, und die Mannschaft ist nicht zerrüttet. Das ist schon mal gut, denn wir kommen nur da unten raus, wenn wir eng zusammen stehen.“ Das meint er auch taktisch: „Wir müssen die Räume enger machen – hinten und vorn.“ Zudem will er das Umschaltspiel beschleunigen. Dass er nun Spieler scheucht, die bis vor kurzem noch seine Kollegen waren, sieht er nicht als Autoritäts-Nachteil: „Alle sind charakterlich in Ordnung, und ich trete hier sicher nicht als Diktator auf.“

Auch deshalb denkt BSV-Sportvorstand Markus Kompp: „Daniel ist für diese Situation der richtige Mann, weil er den Verein kennt. Ich hoffe, dass die Jungs jetzt befreiter aufspielen – mit weniger Druck.“ Druck, der zuletzt offenbar zu groß wurde: „Die Ansprüche von Andreas Petersen und seinem Co-Trainer Danny König waren hoch, und dann gesellte sich noch dieser vorletzte Platz dazu. Heraus kam die totale Verunsicherung vor allem der jungen Spieler – das hat man am Sonntag beim 1:4 in Goslar gesehen“, urteilte Kompp. Diese Blockaden will Gunkel lockern: „Ich hoffe, dass wir einige Schrauben lösen können.“

Vielleicht springt dann am Sonntag gegen Norderstedt der Sieg als Brustlöser heraus – der Auftakt einer Erfolgsstory für Gunkel? „Für uns zählt erstmal nur dieses Spiel“, beschwichtigt Kompp schmunzelnd. „Aber wenn Daniel jetzt die nächsten Spiele immer hoch gewinnt, würden sich bestimmt viele wundern, wenn wir plötzlich einen neuen Trainer präsentieren.“ Doch so lange läuft die Suche nach einem Coach, „denn wir müssen auch die Gesamtheit im BSV im Blick behalten. Darunter darf die Zweite nicht leiden.“

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