1:1 – BSV Rehden zeigt gegen Lüneburg zwei Gesichter / Wessel trifft spät

Tote Hose, pure Leidenschaft

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Rehdens Alessandro Ficara (li.) gewinnt hier das Laufduell gegen den Lüneburger Onur Saglam.

Rehden - Von Arne Flügge. Der Pulsschlag beider Trainer hatte in den letzten 20 Minuten der Partie die Normalfrequenz längst überschritten. Wie Irrwische rannten sie gestern vor ihrer Bank in den Waldsportstätten auf und ab, schreiend, wild gestikulierend. Fußball-Regionalligist BSV Rehden lag im Heimspiel gegen den Lüneburger SK Hansa durch ein Tor von Muhamed Alawie (44.) mit 0:1 hinten, drängte mit Macht auf den Ausgleich. Die Lüneburger stemmten sich mit allem, was sie hatten dagegen. Umsonst: In der Nachspielzeit erzielte BSV-Verteidiger Michael Wessel doch noch das 1:1.

Aufgrund der zweiten Halbzeit war es ein verdienter Punkt für die Rehdener, die in Durchgang eins allerdings eine „katastrophale Leistung“ (Wessel) abgeliefert hatten. „Das war tote Hose. Leidenschaftslos und mutlos. Wir hatten den Papst in der Tasche, dass wir zur Pause nur 0:1 zurücklagen“, räumte Rehdens Trainer Andreas Petersen ein. So klärte BSV-Keeper Milos Mandic gegen Tezcan Karabulut glänzend (8.), und in der 21. Minute jagte Karabulut den Ball nach einer Fußabwehr des Rehdener Torhüters aus zehn Metern freistehend in die dritte Etage. Lüneburgs Trainer Elard Ostermann raufte sich bereits zu diesem Zeitpunkt die Haare, bevor Engin Kiy noch einen kläglichen Heber in Mandic’ Arme schaufelte (33.). „Die Mannschaft hat in der ersten Halbzeit richtig gut gespielt, aber wir hätten zu diesem Zeitpunkt schon 3:0 führen müssen. Dann hätten wir uns vieles erspart“, seufzte der LSK-Trainer später. Immerhin reichte es nach 45 Minuten doch noch zur 1:0-Führung, die Alawie in der 44. Minute aus halbrechter Position erzielte. Rehden hatte viel zu ungenau agiert, sich zu viele Ballverluste geleistet und Zweikämpfe verloren. Immerhin standen für die Gastgeber auch zwei Chancen zu Buche: Zunächst scheiterte Mattia Trianni (37.), dann setzte Stefan Heyken einen Kopfball knapp neben das Tor (42.).

In der Pause nahm sich Petersen seine Mannschaft zur Brust, denn wie schon beim 2:3 in Wolfsburg war der Auftritt in Durchgang eins zu harmlos und zu bieder gewesen. „Es gab eine klare Ansprache“, sagte der BSV-Trainer.

Und plötzlich lief es. Rehden war nach dem Wechsel das dominante Team – und hatte nun auch eine Vielzahl an Chancen. Marius Winkelmann scheiterte am bärenstarken LSK-Keeper Maximilian Wulf (57.), der eingewechselte Kiala Kifuta schoss am langen Eck haarscharf vorbei (68.), eine abgefälschte Flanke von Jeff-Denis Fehr segelte knapp um den Pfosten (75.), Omar El-Zein verzog hauchzart (80.), Viktor Pekruls Kopfball entschärfte Wulf (84.) und Kifuta traf aus kurzer Distanz den Ball nicht richtig (89.). Verdient schließlich der Ausgleich durch Wessel (siehe Text unten). „Lüneburg war platt, und wir sind fit wie Turnschuhe, das hat man wieder gesehen“, sagte Petersen. Dennoch wünscht sich der Coach, „dass wir jetzt mal über die gesamten 90 Minuten Gas geben, um auch einen Sieg einzufahren.“

Den hätte auch Ostermann gern geholt. Lüneburg war – wieder einmal – dicht dran, zahlte aber erneut Lehrgeld. Allerdings war der Coach fair genug zu sagen: „Rehden war in der zweiten Halbzeit richtig stark. Von daher ist das Unentschieden verdient.“

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